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Das Tor des Monats ist eine Auszeichnung des deutschen Fernsehprogramms Das Erste für einen gültigen Treffer im Fußball. Die Wahl wird im Internet und per TED durchgeführt. Die Auszeichnung wird seit März 1971 monatlich verliehen. Die Idee wurde von der BBC übernommen, die seit 1970 das Goal of the Month ermittelt. Eine ähnliche Auszeichnung in anderen Ländern ist nicht bekannt. Neben dem Tor des Monats prämiert Das Erste ebenfalls das Tor des Jahres. Seit der Wiederaufnahme der Bundesligaberichterstattung in der Sportschau im Jahr 2003 wird außerdem in jeder Sendung ein Tor der Woche gewählt, diese werden auch Montags bis Freitags vor der 20-Uhr-Tagesschau gezeigt und bilden dann die Grundlage für die Wahl zum Tor des Monats. Die Ausstrahlung wird mit einem kurzen Werbefilm über das zu gewinnende Auto ergänzt, wodurch die Kosten für die Ausstrahlungsrechte der Bundesligaspiele teilweise finanziert werden. Früher wurde am Ende der Sendung ein von der Redaktion ausgewähltes Tor des Tages präsentiert.

Eine vollständige Liste aller Tore des Monats ist im Artikel Liste der Tore des Monats zu finden.

Modus Bearbeiten

Bei der Wahl können fünf durch die Redaktion vorausgewählte Treffer gewählt werden. Zunächst wurde per Post und später dann per Telefon abgestimmt. Der Schütze des Tor des Monats erhält eine Medaille. Unter den Zuschauern, die das spätere Sieger-Tor gewählt hatten, wird ein Gewinner ausgelost, der einen Preis erhält.

Auswahlkriterien Bearbeiten

Bei den vorausgewählten Toren kann es sich um Partien unterschiedlicher Wettbewerbe oder Freundschaftsspielen handeln. Zunächst wurden die Treffer ohne Kommentar gezeigt, um zu vermeiden, dass Tore aus Sympathie für den Schützen oder dessen Team gewählt werden. Inzwischen werden dagegen der Name des Spielers und die beteiligten Gegner genannt.

Rekorde Bearbeiten

Gerhard Faltermeier 1968

Gerhard Faltermeier, erster Preisträger (1968 im Dress der Bayerischen Verbandsauswahl)

Erstes Tor des Monats Bearbeiten

Erster Schütze des Tor des Monats war Gerhard „Gerd“ Faltermeier. Der seinerzeitige Mittelfeldspieler des SSV Jahn Regensburg jagte am 28. März 1971 im Regionalligaspiel (damals zweitklassig) gegen den VfR Mannheim einen 20-Meter-Freistoß so in den Winkel, dass der Ball oben im Netz hängen blieb. 71.000 von 250.000 Einsendungen wählten diesen Treffer zum ersten Tor des Monats. Sportschau-Gastgeber Oskar Klose überreichte die erste Auszeichnung an Faltermeier im Studio.[1]

Erstes Tor des Monats durch eine Frau Bearbeiten

Im September 1974 erzielte erstmals eine Frau das Tor des Monats. Bärbel Wohlleben vom TuS Wörrstadt erzielte den Treffer im ersten Finale um die deutsche Frauenfußballmeisterschaft. Insgesamt zehn Mal erzielten Frauen ein Tor des Monats: Bärbel Wohlleben 1974, Beverly Ranger 1975, Silvia Neid 1988, Heidi Mohr 1991, Kerstin Elger 1996, Renate Lingor 1999, Birgit Prinz 2001, Nia Künzer 2003, Simone Laudehr 2007 und Melanie Behringer 2009.

Einziger Spieler der DDR-Oberliga Bearbeiten

Jörg Burow vom FC Carl Zeiss Jena war der einzige Spieler der DDR-Oberliga, der die Auszeichnung erhielt. Am 12. September 1986 erzielte er ein Freistoßtor gegen die BSG Stahl Brandenburg.

Häufigste Auszeichnungen Bearbeiten

Lukas Podolski 2

Lukas Podolski, neunmaliger Schütze des Tor des Monats

Am häufigsten ausgezeichnet wurde Lukas Podolski (9 Mal)[2], der mit seinem Treffer auf Schalke im April 2006 den ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit seiner achten Auszeichnung überholte. Podolski brauchte für seine ersten acht Treffer gerade einmal 27 Monate (Januar 2004 bis April 2006), während Klinsmann zwischen 1986 und 1999 sieben Mal die Abstimmung gewann. Mit je sechs Toren folgen Karl-Heinz Rummenigge (1979–1984), Mario Basler (1992–1999) und Klaus Fischer (1975–2003). Gerd Müller (1972–1976) und Rudi Völler (1987–1990) erhielten jeweils fünf Auszeichnungen. Im Juli 2008 holte sich Podolski die neunte Auszeichnung mit dem 1:4 im Testspiel Urawa Red Diamonds gegen Bayern München.

Am häufigsten erhielten Spieler von Bayern München die Medaille (47 Mal), gefolgt von Spielern der deutschen Männer-Nationalmannschaft (46), Borussia Mönchengladbach (32) und dem 1. FC Köln (25) (Stand: Juni 2010, Vereinszahlen jeweils ohne Treffer in der Nationalmannschaft).

Bis heute unerreichte sechs Medaillen innerhalb eines Jahres erhielten Spieler von Borussia Mönchengladbach 1973.

Aufeinander folgende Auszeichnungen Bearbeiten

Bernd Rupp ist der erste, der in zwei aufeinander folgenden Monaten gewählt wurde: Im September und Oktober 1973, jeweils für Borussia Mönchengladbach. Danach gelang dies noch Gerd Müller (September/Oktober 1976), Allan Simonsen (September/Oktober 1977), Jürgen Klinsmann (Juni/Juli 1994) und Arjen Robben (März/April 2010). Jürgen Klinsmann schaffte es dabei, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 zwei Tore des Monats innerhalb von nur fünf Tagen zu erzielen: Am 27. Juni das Tor zum 1:0 gegen Südkorea und am 2. Juli im Achtelfinale gegen Belgien das Tor zum 2:1 (Endstand jeweils 3:2). Arjen Robben gelangen dabei für den FC Bayern München innerhalb von nur 74 Tagen drei Tore des Monats in drei verschiedenen Wettbewerben: am 23. Januar in der Bundesliga gegen Werder Bremen, am 24. März im DFB-Pokal gegen Schalke 04 und am 7. April in der Champions League gegen Manchester United.

Größter Abstand zwischen zwei Auszeichnungen für einen Spieler Bearbeiten

Im Nostalgie-Derby der Altstars der Vereine FC Bayern München und TSV 1860 München am 30. Juli 2003 gelang es dem ehemaligen Mittelstürmer Klaus Fischer mit 53 Jahren und fast 28 Jahre nach seiner ersten Auszeichnung erneut das Tor des Monats in der 6. Minute zum 0:1 (Endstand 4:4) mit einem Fallrückzieher zu erzielen.

Der älteste Preisträger Bearbeiten

Der älteste Preisträger ist Kurt Meyer. Im Alter von 80 Jahren lupfte er am 20. Januar 2001 in einem Altherrenspiel von Blau-Weiß Post Recklinghausen den Ball ins Tor. Sein Treffer wurde in diesem Jahr auch zum Tor des Jahres gewählt.

Besonderheiten Bearbeiten

Eigentore Bearbeiten

Ein kurioses Tor des Monats erzielte Helmut Winklhofer in seinem ersten Spiel für Bayern München bei Bayer Uerdingen am 10. August 1985. Aus etwa 30 Metern schoss er den Ball unhaltbar für Jean-Marie Pfaff in das eigene Tor zum 1:0-Endstand.[3] Jedoch hat die Vereinsführung von Bayern München den nominierten Spielern Jean-Marie Pfaff und Helmut Winklhofer verboten, den Preis entgegenzunehmen.

Ein weiteres Eigentor wurde im Juli 1993 ausgezeichnet: Am 1. Spieltag der Zweitligasaison 1993/94 verfehlte im Spiel von Hertha BSC beim FC Carl Zeiss Jena der Hertha-Torhüter Walter Junghans einen Rückpass seines Liberos Frank Rohde, als der Ball auf dem schlechten Untergrund einen unerwarteten Hüpfer machte.

Torhüter als Torschützen Bearbeiten

Die einzigen Torhüter, die als Torschütze des Monats gewählt wurden sind Jens Lehmann, der am 19. Dezember 1997 ein Kopfballtor für Schalke 04 im Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund erzielte, Dieter Paucken, dem im September 2006 in der Nachspielzeit des Spiels 1. FC Köln II gegen SSVg. Velbert ein Tor per Seitfallzieher gelang, Gerald Hillringhaus im September 1989 und vier Torhüter, denen ein Tor per Abschlag gelang: Stephan Kuhnert (1. FSV Mainz 05, am 29. Oktober 1989 im Spiel der Oberliga Südwest gegen Borussia Neunkirchen), Jürgen Roth-Lebenstedt (FSV Salmrohr, im Regionalliga-Spiel bei Rot-Weiß Oberhausen am 25. Februar 1996), Gábor Király (Hertha BSC, am 22. Juli 1998 im Freundschaftsspiel gegen den Karlsruher SC), und Luis Martínez (Kolumbien, am 30. Mai 2006 im Freundschaftsspiel gegen Polen).

Koproduktionen Bearbeiten

Dreimal ging das Tor des Monats für eine Koproduktion an jeweils zwei Spieler: Im April 1972 an Klaus Scheer und Reinhard Libuda (Schalke 04), im November 1972 an Günter Netzer und Gerd Müller sowie im Juni 2002 an Marco Bode und Miroslav Klose (alle Deutsche Nationalmannschaft).

Siehe auch Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Treffer fürs Leben. In: www.mittelbayerische.de. 24. März 2006, abgerufen am 2. Januar 2008.
  2. Tor des Monats: Statistik. In: www.sportschau.de. Westdeutscher Rundfunk, 28. März 2010, abgerufen am 29. März 2010.
  3. Helmut Winklhofers Eigentor; Video auf YouTube

Weblinks Bearbeiten


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0

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