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Spielmanns- und Fanfarenzug Aloysius Rheine-Kiebitzheide

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Spielmanns- und Fanfarenzug Aloysius Rheine-Kiebitzheide Bearbeiten

Der Spielmanns- und Fanfarenzug Aloysius Rheine-Kiebitzheide wurde im Jahr 1927 gegründet. Zur Zeit hat der Verein 44 Mitglieder.

Chronik des Spielmanns- und Fanfarenzuges Bearbeiten

Es gibt nur sehr wenige Unterlagen aus den Anfängen und früheren Jahren über den Spielmanns- und Fanfarenzug. Bei den Recherchen fand man nur einige Hinweise in den Protokollen des Schützenvereins Aloysius [1] selbst. Außer Erzählungen älterer Mitglieder und Bilder, war es sehr schwierig an genauere Daten heranzukommen. Protokolle von Sitzungen des Spielmanns- und Fanfarenzuges wurden erst sehr spät oder gar nicht geschrieben. Aus der Vorkriegszeit gibt es nur Hinweise in den Protokollen des Schützenverein Aloysius zum Trommler- und Pfeifenkorps.

Es war im Jahre 1926, der Schützenverein Aloysius war gerade ein Jahr alt, als bei einigen Mitgliedern der Wunsch aufkam, im Schützenverein neben der neuen Theatergruppe auch ein Trommler- und Pfeifenkorps zu gründen. In einem Protokoll vom 29. Mai 1926 steht unter Punkt Verschiedenes:

Auf Vorschlag von H. Raußen wurde zuerst über Gründung eines Trommler- und Pfeifenkorps verhandelt. Da in dieser Sache ziemlich Einmütigkeit herrschte, wurde das Trommler- und Pfeifenkorps unter Leitung des Schützenbruders August Fiekers mit vorläufiger Benutzung ihrer eigenen Instrumente gegründet.

Im Allgemeinbericht über das Jahr 1926 steht unter Punkt 4. Inventurvermögen bei Punkt 8:

2 Trommeln und 6 Flöten mit Zubehörteile, Wert 100 Reichsmark.

So ganz groß muß die Sache am Anfang aber doch nicht gewesen sein, denn im Protokoll des Schützenvereins vom 2. April 1927 steht unter Punkt Verschiedenes:

Es wurde noch beschlossen, unter allen Umständen das Trommler- und Pfeifenkorps zum Schützenfest wieder in Schwung zu bringen.

Es ist in der damaligen Zeit bestimmt nicht einfach gewesen, ein Korps zu gründen, aufzubauen und aufrecht zu erhalten, denn der Verein hatte in den Anfangsjahren auch kein Geld, um daß Trommler- und Pfeifenkorps entsprechend zu unterstützen. In der ersten Zeit wurde mit eigenen Instrumenten gespielt, wie aus dem Protokoll zu ersehen ist. So manches Hindernis mußte überwunden werden, und nur dem Idealismus und der Tatkraft der Mitglieder des Korps war es zu verdanken, daß der Aufbau erfolgreich voranging.

Der erste Leiter des Trommler- und Pfeifenkorps war der Schützenbruder August Fiekers. Ende November 1927 tritt er zurück. Im Protokoll vom 26. November 1927 heißt es:

Ferner sprach der Schützenbruder Reckers noch über das Trommler- und Pfeifenkorps. Da der bisherige Leiter die Leitung des Korps ablehnte, erbat sich der Schützenbruder einen Lehrmeister vonseiten des Arbeitervereins. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden.

Der Name dieses Lehrmeisters wird in keinem Protokoll erwähnt und ist daher nicht bekannt. Ein weiteres Protokoll vom 21.04.1928 sagt aus:

In Sachen Trommler- und Pfeifenkorps wurde die Leitung dem Schützenbruder Lambrecht übertragen.


Anton Lambrecht war Tambourmajor mit Leib und Seele. Er brachte das Trommler- und Pfeifenkorps zur vollen Entfaltung. Nach und nach wird durch den Schützenverein das Repertoire an Instrumenten wie Pauken, Becken, Föten, Trommeln usw. gekauft und dem Korps zur Verfügung gestellt. Jetzt ging es mit viel Schwung aufwärts, und nach den ersten Straßenumzügen wurde das Korps durch seine gute Marschmusik in und um Rheine so bekannt, daß es bis zum Kriegsausbruch 1939, große Erfolge verzeichnen konnte. Es gab rege Teilnahmen an Schützenfesten, Vereins- und öffentlichen Veranstaltungen. Rechtzeitig zum Schützenfest im Jahre 1930 schaffte man einen Tambourstab an. Der Verein selbst muß mit dem Korps auch sehr zufrieden gewesen sein, denn im Mai 1930 erhielt das Korps 50 Liter Bier durch Versammlungsbeschluß.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges, im September 1939, kam das gesamte Vereinsleben in Deutschland, somit auch im Trommler- und Pfeifenkorps, zum Erliegen. Der Krieg riß große Lücken in die Reihen der Spielleute.

Nach dem Krieg ließ der Neuanfang aber nicht lange auf sich warten. Durch die Initiative einiger Schützenbrüder begann man an das Vergangene anzuknüpfen und weitere Mitglieder für die Musik zu gewinnen. Als Tambourmajor stand auch wieder Anton Lambrecht zur Verfügung. Der Erfolg stellte sich schnell ein, und so konnte bald wieder zu den Schützenfesten und anderen Gelegenheiten aufgespielt werden. Das Trommler- und Pfeifenkorps nannte sich jetzt Spielmannszug Aloysius.


Clemens Breulmann war der Vertreter von Tambourmajor Anton Lambrecht nach dem Kriege, und so war es selbstverständlich, daß er auch im Jahre 1951 der Nachfolger wurde, als Anton Lambrecht den Posten nicht mehr bekleiden konnte.

Mitte der fünfziger Jahre gingen die Bestrebungen im Spielmannszug in Richtung Erweiterung zum Fanfarenzug. Im Protokoll vom 08.09.1956 heißt es im Punkt Verschiedenes:

Schützenbruder Hagemann setzte sich sehr für das Trommler- und Pfeifenkorps bzw. Spielmannszug ein, das um einen Fanfarenzug erweitert werden soll. In einer eigens anberaumten Vorstandssitzung soll über dieses Vorhaben entschieden werden.

Diesem Antrag wurde stattgegeben. 1957 spielte man erstmals mit Fanfaren auf, von denen vier Stück von Antonia Visse, Heinz Tork, Hans Visse und Theodor Richter gestiftet wurden.

Aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens, feierte der Spielmannszug Aloysius am 25. Mai 1957 im Schützenhof Cordesmeyer einen großen Festabend. Das geht aus einem Zeitungsbericht von 1957 hervor. In den 60er Jahren gab es viele Aktivitäten wie Schützenfeste, das Wurst holen usw.

Nach dem Jubelfest im Jahre 1977, was auch wieder gefeiert wurde, verließen viele der alten Spielleute den Spielmannszug. Der Tambourstab ging von Willi Kleene an seinen Neffen Bernhard Kleene über.


Bernhard Kleene übernahm ein schweres Amt, denn viele neue Mitglieder wurden gebraucht und mußten ausgebildet werden. Ab 1980 wurden die reinen Naturfanfaren nach und nach durch den Zukauf von Trompeten und Posaunen weitgehend ersetzt. Spielmann Josef Wintels unterstützte das Vorhaben tatkräftig als Ausbilder, und man nannte sich jetzt Spielmanns- und Fanfarenzug Aloysius. Durch die Aufnahme weiblicher Mitglieder konnte sich der Zug entsprechend vergrößern.

Der erste öffentlichen Auftritt mit Fanfaren war beim Schützenfest 1980 der Eschendorfer Gilde. Außerdem wurden zwei Jahre zuvor neue Uniformen angeschafft.

Im November 1980 trat man im Stadtpark für die Karnevalsunion Rheine [2] auf und ist seit dieser Zeit, bis heute, die "Ständige Begleitung" der Karnevalisten. Für die Auftritte in der Karnevalszeit wurde eine zweite Uniform im Landsknecht-Stil angeschafft.

Eine etwas größere Herausforderung kam auf den Spielmanns- und Fanfarenzug im Jahre 1984 zu. Josef Kleene, seit über 40 Jahren Vereinsmitglied und seit über 35 Jahren Vorstandsmitglied, konnte das 25-jährige Jubiläum als 1. Vorsitzender feiern. Zu Ehren des Vorsitzenden, gab es einen Festkommers, der mit einem Gottesdienst im Innenhof des Marienstiftes begann. Anschließend spielten die Feuerwehrkapelle Riesenbeck und der Spielmanns- und Fanfarenzug Aloysius den großen Zapfenstreich. Danach ging es zum Festbankett in die Gaststätte Drosseleck.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres 1984 war eine Schallplattenaufnahme, an welcher der Spielmanns- und Fanfarenzug Aloysius bei vier Titeln mitwirkte. Der Titel der Aufnahme: "Rheine, musikalisches Portrait einer Stadt".

Zwei weitere Höhepunkte folgten im Jahre 1986 mit der musikalischen Teilnahme an der Bundesgartenschau in Düsseldorf und beim Nordrhein-Westfalen-Fest, ebenfalls in Düsseldorf.

Andre.disse 11:47, 16. Jun. 2012 (UTC)André Disse


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