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SpVgg Erkenschwick
Datei:SpVgg Erkenschwick.png
Voller Name Spielvereinigung 1916 Erkenschwick e.V.
Ort Oer-Erkenschwick
Gegründet 9. Juni 1916
Vereinsfarben schwarz-rot
Stadion Stimbergstadion
Plätze ca. 20.000
Präsident Thomas Czarnetzki
Trainer Stefan Blank
Homepage www.spvgg-erkenschwick.de
Liga NRW-Liga
2009/10 1. Platz (Westfalenliga) (Staffel II)


Die Spielvereinigung Erkenschwick ist ein Fußballverein aus der Stadt Oer-Erkenschwick in Nordrhein-Westfalen, der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Jahrzehnt lang erstklassig spielte. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Rot. Seit der Saison 2008/09 spielt der Klub in der sechstklassigen Westfalenliga, Staffel 1.

Entstehung Bearbeiten

Gegründet wurde der Verein am 9. Juni 1916 als Sportverein Erkenschwick, gehörte allerdings während des Ersten Weltkriegs noch keiner offiziellen Liga an. 1918 in Sportfreunde Erkenschwick umbenannt, spielten die Fußballer nun offiziell im Emscher-Lippe-Spielverband; die erste Begegnung gegen Teutonia Datteln ging 0:8 verloren. 1921 schloss sich die Fußballabteilung dem TV 1909 Erkenschwick, dem Vorgänger der heutigen TuS 09 Erkenschwick, an. Nur ein Jahr später wurden die Fußballer von dem Turn- und Leichtathletikverein wieder ausgegliedert – es war die Zeit der Reinlichen Scheidung der Ballsportler von den Turnern – und schlossen sich mit Blau-Weiß Oer zusammen; ab diesem Zeitpunkt firmierte diese Fusion unter dem heutigen Vereinsnamen Spielvereinigung 1916 Erkenschwick.

Stadion Bearbeiten

Das Stadion des Klubs wurde zwischen 1929 und 1934 auf dem Gelände der Zeche Ewald Fortsetzung errichtet, hieß während der NS-Zeit Hindenburg-Stadion und seither Stimbergstadion.

Das Stimbergstadion fasste zu früheren Zeiten knapp 22.000 Zuschauer. Nach Vereinsangaben beträgt das Fassungsvermögen derzeit „circa 20.000 Zuschauer“.[1] Die Haupttribüne ist komplett überdacht und bietet Steh- und Sitzplätze. Der Rest des Stadions besteht komplett aus Stehplätzen. Gästefans nehmen je nach Wetter und Sicherheitsvorschriften entweder auf der Gegentribüne oder auf der linken Seite der Haupttribüne platz.

Geschichte: Die „große Zeit“ Bearbeiten

Weit über das nördliche Ruhrgebiet hinaus bekannt wurde die SpVgg ab 1943, als sie unter dem Schalker Spieler Ernst Kuzorra (Trainer von 1942-1946) den Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Gauliga 9 (Westfalen), schaffte. Bis 1953 blieb sie durchgehend erstklassig (siehe unten, "Ligazugehörigkeit"). 1947 wurde Erkenschwick durch einen 5:0-Sieg bei Alemannia Aachen allererster Tabellenführer der neu gegründeten Oberliga West und gewann am 4. Oktober 1947 auch in der Glückaufkampfbahn mit 2:1 - damit brachten die Schwarz-Roten dem FC Schalke 04, bei denen auch Erkenschwicks ehemaliger Trainer Ernst Kuzorra mitspielte, die erste Heimniederlage nach Kriegsende bei. Am Ende der ersten drei Spielzeiten bis 1950 belegte die Stimberg-Elf, die wie der SV Sodingen, die Sportfreunde Katernberg und einige andere aus lauter Bergleuten bestand, durchweg einstellige Tabellenplätze. Mit dem Abstieg 1953 endete die große Zeit dieses Vereins.

Ligazugehörigkeit Bearbeiten

In den 1920er/1930er Jahren war die SpVgg. Erkenschwick dem aufgrund schlechter Verkehrsverbindungen ungeliebten Bezirk Münster zugeordnet, bis es durch "freiwillige Abstiege" gelang, die Verbandsoberen davon zu überzeugen, dass man im Bezirk Gelsenkirchen besser aufgehoben sei - und damit begann der sportliche Aufstieg in die jeweils höchste Spielklasse:

  • 1943-1945 Gauliga 9 (Westfalen) (beste Endplatzierung: 4.)
  • 1945-1947 Bezirksmeisterschaft Westfalen 2 (Plätze 1 und 2)
  • 1947-1953 Oberliga West (Plätze: 8, 9, 7, 11, 14, 16)

Es folgten knapp 3 Jahrzehnte, in denen der Verein zwischen zweit- und dritthöchster Liga pendelte; die Zweitliga-Jahre waren die folgenden:

  • 1953-1957 und 1958-1962: 2. Liga West (beste Endplatzierung: 5. im Jahr 1955)
  • 1969-1974: Regionalliga West (beste Endplatzierung: 6. im Jahr 1972)
  • 1974-1976 und 1980/81: 2. Bundesliga Nord

1969 stand Erkenschwick im Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft, verlor dies allerdings mit 1:2 gegen den SC Jülich 1910.

Seit 1999 war der Verein nur noch viert-, von 2000 bis 2004 sogar fünftklassig. Durch den sportlichen Abstieg in der Saison 2007/08 und die Neuschaffung der 3. Liga spielt die Spvgg. Erkenschwick seit der Saison 2008/09 gar nur noch sechstklassig. In der Westfalenliga (Staffel 1) belegte die Spielvereinigung in der Saison 2008/09 den 12. Tabellenplatz.

In der Saison 2009/10 wurde die Spielvereinigung in die Staffel 2 der Westfalenliga eingruppiert. Mit dem Gewinn der Meisterschaft wurde der Aufstieg in die fünftklassige NRW-Liga erreicht.

Finanzielle Schwierigkeiten Bearbeiten

Im Frühjahr 2008 beherrschten kurz- und langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 750.000 Euro den Verein, sodass sogar eine Insolvenz möglich war.[2]

Im Mai 2008 wurde der ehrenamtlich arbeitende Teammanager und Trainer Holger Flossbach fristlos entlassen. Grund war eine zwei Wochen alte E-Mail, die an die Presse gelangte. Darin hatte sich Flossbach mit der Lage des hoch verschuldeten Traditionsvereins auseinandergesetzt. Das nah­men Klubchef Achim Trautmann und sein Berater, Professor Dr. Rüdiger Knaup, zum Anlass, Flossbach zu entlassen. Jurist Knaup, zehn Jahre Präsident der SG Wattenscheid 09, soll einen Sanierungsplan für den Verein entwerfen. Weil die Spieler seit Wochen nicht mal Spritgeld bekommen, haben sie das Trainingsprogramm auf ein Minimum gekürzt.

Am 10. Juni 2008 hat der Verein Insolvenz angemeldet und der bisherige Vorsitzende ist zurückgetreten. Der Ehrenvorsitzende Anton Stark hat den Vorsitz vorerst kommissarisch übernommen und den Verein erfolgreich durch das Insolvenzplanverfahren geführt.

Aufgrund nach wie vor bestehender "unzureichender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit" wurde dem Verein im Juni 2010 trotz sportlichem Aufstieg die Lizenz für die NRW-Liga zunächst verweigert.[3] Am 9. Juli 2010 erteilte der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband in einem Einspruchsverfahren doch noch die Lizenz für die fünfthöchste Spielklasse.

Erfolge und Niederlagen Bearbeiten

Erfolge:

  • 1923: Aufstieg in die B-Klasse
  • 1924: Aufstieg in die A-Klasse
  • 1935: Vizemeister der A-Klasse
  • 1936: Meister der A-Klasse, Aufstieg in die Bezirksliga
  • 1940: Meister der Kreisklasse
  • 1941: Meister der Kreisklasse, Aufstieg in die Bezirksliga
  • 1942/43: Meister der Bezirksliga, Aufstieg in die Gauliga, Gruppe 2
  • 1946: Meister der Gauliga, Gruppe 2
  • 1947: Vizemeister der Gauliga, Gruppe 2, Aufnahme in die neue Oberliga West
  • 1947/48: 2:1-Erfolg über den FC Schalke 04, dieser Sieg bedeutete die erste Heimspielniederlage in der Nachkriegsgeschichte des FC Schalke 04
  • 1958: Aufstieg in die 2. Liga West
  • 1965: Meister der Verbandsliga
  • 1966: Westdeutscher Amateurmeister
  • 1967: Meister der Verbandsliga
  • 1967: Achtelfinaleinzug in den DFB-Pokal, dort unterlag man Bayern München mit 1:3. Die SpVgg Erkenschwick war die erste Amateurmannschaft, die nach der Wiedereinführung des DFB-Pokals ein Achtelfinale erreichte.
  • 1968: Meister der Verbandsliga
  • 1968/69: 2. Platz bei der Deutschen Amateurmeisterschaft
  • 1974: Einzug in die neu gegründete 2. Bundesliga
  • 1977/78: Aufstieg in die Oberliga West
  • 1979/80: Aufstieg in die 2. Bundesliga
  • 1992/93: Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals
  • 1993/94: Aufstieg in die Regionalliga
  • 2003/04: Aufstieg in die Oberliga Westfalen
  • 2009/10: Aufstieg in die NRW-Liga

Niederlagen:

  • 1940: Freiwilliger Abstieg aus der Bezirksliga-Gruppe Münster auf Grund ungünstiger Verkehrhältnisse
  • 1940: Die Spielzuordnung für die Bezirksliga-Gruppe Gelsenkirchen wird abgelehnt, der Abstieg in die Kreisklasse ist somit unvermeidbar
  • 1953: Erster sportlicher Abstieg in die 2. Liga West
  • 1957: Abstieg in die Regionalliga
  • 1962: Abstieg in die Verbandsliga
  • 1975/76: Abstieg aus der 2. Bundesliga
  • 1998/99: Abstieg in die Oberliga
  • 1999/2000: Abstieg in die Verbandsliga
  • 2007/08: Abstieg in die Westfalenliga (vormalig: Verbandsliga)

Bekannte Spieler Bearbeiten

  • Georg Koch, war in der Saison 1991-1992, als damals 19-Jähriger, Torwart am Stimberg
  • Julius Ludorf, genannt "Jule", bis 1953 dreimal unter den besten Torschützen der Oberliga West, mehrfacher Westfalen- und Westdeutschland-Auswahlspieler, zudem Jugendtrainer und Entdecker von Szymaniak
  • Uwe Neuhaus, spielte als 23-Jähriger am Stimberg und war anschließend Spieler, danach Trainer bei der SG Wattenscheid 09, heute Trainer
  • Siegfried Rachuba, ein Stürmer, der für Erkenschwick dreimal in den "Top Ten" der Torjäger-Statistik stand, wechselte 1949 zu Preußen Münster in deren "100.000-Mark-Sturm"
  • Horst Szymaniak, genannt "Schimmi", wurde nach seiner Erkenschwicker Zeit Nationalspieler und Weltmeisterschaftsteilnehmer 1958 und 1962
  • Sönke Wortmann, heute bekannt als Filmregisseur, spielte im Aufstiegsjahr 1979/80 für Erkenschwick in der Oberliga (damals dritthöchste Spielklasse), Wortmann erzielte das entscheidende Tor zum Aufstieg in die zweite Bundesliga

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Vereinswebseite
  2. Bericht DerWesten.de, gesichtet 25. April 2008
  3. Bericht DerWesten.de, gesichtet 5. Juni 2010

Literatur Bearbeiten

  • Hans Dieter Baroth: Jungens, Euch gehört der Himmel! Die Geschichte der Oberliga West 1947-1963. Klartext, Essen 1988, ISBN 3-88474-332-5
  • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890-1963. Agon, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1
  • Hardy Grüne: Bundesliga & Co. 1963 bis heute. Agon, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1
  • Hardy Grüne: Enzyklopädie der europäischen Fußballvereine. Die Erstligamannschaften Europas seit 1885. Agon, Kassel 2000, ISBN 3-89784-163-0
  • Hartmut Hering (Hrsg.): Im Land der tausend Derbys. Die Fußball-Geschichte des Ruhrgebiets. Die Werkstatt, Göttingen 2002, ISBN 3-89533-372-7
  • Eberhard Scholz: Der Klub. Der Pütt. Die Stadt In: Hermann Beckfeld (Hg.): ... der Boss spielt im Himmel weiter. Fußball-Geschichten aus dem Ruhrgebiet. Henselowsky Boschmann, Bottrop 2006 ISBN 3-922750-62-1

Weblinks Bearbeiten

en:SpVgg Erkenschwick

Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0

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