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Der 1990 gegründete Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) ist eine überkonfessionelle, parteipolitisch unabhängige Nichtregierungsorganisation auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit. Sie hat ihren Sitz in Berlin.

Selbstverständnis und Aktivitäten Bearbeiten

Auf der Webseite schreibt der Verein über sich selbst: „SODI ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für eine zukunftsfähige, solidarische, gerechte und friedliche Entwicklung engagiert, in der Demokratie, soziale und politische Menschenrechte geachtet und die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden. SODI ist Rechtsnachfolger des Solidaritätskomitees der DDR. In Auseinandersetzung mit seiner Geschichte knüpft SODI an historische Leistungen im Kampf gegen Faschismus und Krieg, Rassismus, Kolonialismus und Apartheid an.“[1]

SODI gehört zu den bundesweit tätigen Hilfsorganisationen, die nachhaltige Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe für Opfer von Naturkatastrophen, Kriegen und Bürgerkriegen leisten. "Seit 1990 hat SODI in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen, kommunalen, gewerkschaftlichen und kirchlichen Organisationen über 800 Projekte in 32 Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Osteuropas verwirklicht."[2] Die Projekte zielen darauf ab, das Selbsthilfepotential der Menschen zu stärken, Armut zurückzudrängen und die Menschenrechte zu verwirklichen. Sie basieren auf Ideen der Partner von SODI.

Hauptinhalt der Projektarbeit ist die selbsthilfeorientierte Armutsbekämpfung vor allem auf den Gebieten: Ländliche Entwicklung, Capacity Building, Bildung, Gesundheit, Wasser und Ressourcenschutz, Frieden und Abrüstung, Katastrophenfürsorge. Besondere Bedeutung wird in diesem Zusammenhang der Stärkung der Rechte der Frauen und Kinder beigemessen. Derzeit laufen Projekte in Laos, Kambodscha, Vietnam, Namibia, Mosambik, Südafrika, Weißrussland, Kuba, Nikaragua, Sri Lanka und Indien.

SODI verbindet seine Entwicklungsprojekte mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland. Gemeinsam mit anderen Organisationen engagiert sich SODI in Netzwerken und Kampagnen gegen eine ausschließlich profitorientierte Globalisierung, für die nachhaltige Entwicklung des Südens und des Nordens und gerechte Weltwirtschaftsbeziehungen, für Frieden und ein tolerantes Miteinander der Menschen, Völker und Kulturen.

SODI ist Mitglied im Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO), im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Aktionsbündnis Landmine.de, im Forum Umwelt und Entwicklung, im Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag, im Aktionsbündnis der Bundesregierung für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt sowie in Netzwerken wie Attac, Deine Stimme gegen Armut und Erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung.

Geschichte Bearbeiten

Der Solidaritätsdienst international ist der Rechtsnachfolger des Solidaritätskomitees der DDR. Im September 1990 konstituierte sich der Entwicklungspolitische Runde Tisch unter Beteiligung von ostdeutschen Solidaritätsgruppen, darunter SODI, Politiker und Personen aus dem kirchlichen und wissenschaftlichen Bereich. Im August 1991 sperrte die Treuhand im Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR alle Mittel von SODI mit der Begründung, der Verein habe die aus der DDR stammenden Spendengelder unrechtmäßig erworben. SODI konnte die Rechtmäßigkeit des Spendenerwerbes belegen und damit die Anschuldigungen der Kommission zurückweisen. Gemeinsam mit den am „Entwicklungspolitischen Runden Tisch“ vertretenen Organisationen gelang es, die Spendengelder der DDR-Bevölkerung für internationale Solidarität zu sichern. Der Entwicklungspolitische Runde Tisch und SODI gründeten 1994 die Stiftung Nord-Süd-Brücken. Die Stiftung wurde mit Wertpapiervermögen in Höhe von 32.613.000 DM zum Stichtag 30. November 1992 ausgestattet und am 21. Februar 1994 errichtet.

Vereinsstruktur und Finanzierung Bearbeiten

SODI hat derzeit über 350 Mitglieder. Die Richtlinien der Tätigkeit von SODI werden von der Mitgliederversammlung bestimmt. Sie wählt einen siebenköpfigen ehrenamtlichen Vorstand, der die Vereinsarbeit leitet. In der Geschäftsstelle, arbeiten sieben hauptamtliche Mitarbeiter. SODI stützt sich in seinem gemeinnützigen Wirken neben den Mitgliedern, auf ehrenamtliche Helfer in Förderkreisen und Basisgruppen, auf Spender im Osten und Westen Deutschlands sowie auf 17000 Bezieher des vierteljährlich erscheinenden kostenlosen Informationsbulletins SODI-REPORT.

Auf der Grundlage von privaten Geld- und Sachspenden sowie von Zuschüssen der Europäischen Union, der Bundesregierung (Auswärtiges Amt, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), von Landesregierungen und privaten Stiftungen erbringt SODI jährlich Solidaritätsleistungen im Wert von drei bis fünf Millionen Euro. Buchführung, Jahresrechnung und Vermögensübersicht von SODI werden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte&Touche GmbH jährlich überprüft. SODI erhält seit 1994 jährlich das Spenden-Siegel von Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI).

Weblinks und QuellenBearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://sodi.de/about_sodi.php?id=1 Selbstverständnis
  2. http://sodi.de/upload/materials/Flyer%20SODI%20web.pdf


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