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Die Segelkameradschaft Ostsee e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Walluf im Rheingau (Hessen). Sie hat sich dem Erhalt und dem Segeln mit der klassischen 12mR-Yacht "ANITA" verschrieben.

Die Geschichte der Segelkameradschaft Ostsee Bearbeiten

Walluf in RÜD

Lage von Walluf

Eine Eignergemeinschaft, der auch der heutige Commodore Jello Rassau angehörte, entdeckte 1961 die „ANITA" auf der Werft von Abeking und Rasmussen und kaufte sie von dem damaligen Eigner, der Familie Rau.

Um die „ANITA" mit einem größeren Kreis von Freunden organisiert segeln zu können, wurde 1962 von einem Kreis interessierter Mitglieder des Segelclubs Rheingau die Segelkameradschaft Ostsee gegründet.

Die Mitgliederzahl wächst von Jahr zu Jahr, „ANITA" wird während der ganzen Saison gesegelt und die Reisen gehen immer weiter hinaus. 1969 segeln wir, unter anderem, von Kiel rund Skagen über Irland nach Spanien und zurück. 1970 segelt Peter Eider von der Trave rund um Island zum Polarkreis und zurück. Die SKO ist jetzt so gewachsen, daß ein zweites Schiff benötigt wird. Der Chartertourismus, wie wir ihn heute kennen, war damals noch unbekannt. Die SKO chartert von Claus Hehner die „MEX". Unsere Schiffe segeln jetzt durchschnittlich 15.000 Meilen im Jahr. 1972 wird, da uns die „MEX" nicht mehr zur Verfügung steht, die „REGINA" ex „KÖNIGIN" gekauft, ein A&R-Bau aus Mahagoni wie die „ANITA". Sie macht in den folgenden Jahren viele Reisen im Mittelmeer und zu den Atlantischen Inseln.

1986 feiern wir das 25-jährige Jubiläum der Segelkameradschaft. Aus der Idee von drei Freunden ist inzwischen eine, im Kreis der europäischen Fahrtensegler, bekannte Institution geworden, zum einen wegen der Leistungen unserer Skipper und Crews, zum anderen aber auch aus Bewunderung für unser geliebtes Flaggschiff, die „ANITA". Sie ist die einzige 12mR-Yacht, die solche Reisen unternimmt, und dieses ohne Motor. Wir können eine stolze Bilanz vorweisen: Im Fahrtenwettbewerb der Kreuzerabteilung des Deutschen Seglerverbandes wurden in den ersten 25 Jahren seit Bestehen der SKO 83 (bis heute sind es schon 139) Plaketten für besondere Leistungen an unsere Schiffsführer vergeben, davon 14 (26) goldene,25 (52) silberne und 44 (61) bronzene Plaketten. Mehrfach waren wir im Schlimbachwettbewerb des Kieler Yacht Club um den Kronenkompass auf den vorderen Plätzen. Dazu kommen noch weitere wertvolle Preise.

Inzwischen sind schon wieder fast 20 Jahre ins Land gegangen. Die Helden der ersten Jahre werden weniger und etwas müder. "REGINA" wurde verkauft und durch einen modernen Neubau, die "WESTWIND" ersetzt, die vornehmlich von den jüngeren Jahrgängen gesegelt wurde. Zur 500-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas in New-York segelte die "ANITA" über den großen Teich, ein Gemeinschaftsunternehmen von 7 Crews, wobei Holland, England, die Azoren, die Bermudas, die USA, Canada, Grönland und die Faröer angelaufen wurden. Auf der letzten Etappe der Reise, kurz nach dem Auslaufen aus Aberdeen, kam dann der Mast von oben und das Unternehmen war zu Ende. Doch im nächsten Frühjahr stand ein neuer Mast auf unserem Flaggschiff und es konnte weiter gehen. 1996/97 musste Anita unter Einsatz erheblicher Mittel total überholt werden. "WESTWIND" mußte verkauft werden, um die Renovierungskosten der "ANITA" zu finanzieren.

Im Herbst 1997 fiel ANITA in einem Orkan in der Nordsee, von einer Monstersee und kenterte. Es entstand glücklicherweise nur erheblicher Sachschaden.

Im August 2001 nahm ANITA an den Regatten zum 150ten Jubiläum des America´s Cup in Cowes teil. Etwa 40 Zwölfer waren hier versammelt. Ein Ereignis, was sich so schnell nicht wiederholen wird.

Wegen enormen Renovierungsaufwand, der finanziell durch die SKO nicht gestemmt werden konnte, wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Februar 2010 die Auflösung der Segelkamaradschaft beschlossen.

Gemäß der Satzung der SKO fiel das Schiff dem Segelclub Rheingau eV zu. Dieser hat es in eine gGmbH, Segelvereinigung Rheingau SVR gGmbH, ausgegliedert.

Um die Mittel der Renovierung zu Sammeln, wurde bereits 2010 der Förderverein der Freunde der SY Anita eV gegründet.

Zwischenzeitig ist die Renovierung vertraglich festgeschrieben. Das Schiff wird auf der Werft Andersen und Skibstrup in Gilleleje im Norden Dänemarks renoviert. Die Mittel für die Grundsanierung sind zu 80% vorhanden und weiter Spender werden gesucht.

Im Frühjahr 2012 soll Anita wieder segeln.

Lebenslauf der 12mR Yacht „ANITA“ Bearbeiten

Im Jahre 1937 war so etwas wie ein 12er Fieber ausgebrochen. Walter Rau aus Mecklenburg, gab gleichzeitig mit seinem Freund und Segelrivalen John T. Essberger, einem Hamburger Reeder, je eine 12mR Yacht bei der damals schon berühmten Yachtwerft Abeking und Rasmussen in Lemwerder bei Bremen in Auftrag. Im Frühsommer des Jahres 1938, gerade noch rechtzeitig zur Kieler Woche, lief die „ANITA" vom Stapel. Gleichzeitig mit ihr wurde die „INGA" fertiggestellt. Auf der Kieler Woche 1938 segelte „ANITA" gegen „INGA" und den englischen 12er „BLUE MARLIN". Henry Rasmussen berichtet, daß der Engländer wie eine Jolle um die Wendemarken ging, aber die beiden deutschen 12er mit noch unerfahrenen Crews teilweise mit flatternden Segeln an den Bahnmarken standen.

Bei der Kieler Woche 1939 sah es dann schon besser aus. Die „SPHINX", ein weiterer 12er für den Norddeutschen Regatta Verein 1939 bei A&R fertiggestellt, belegte regelmäßig den 1.Platz, „ANITA" und „INGA" wechselten sich beim 2.Platz ab. Im gleichen Jahr segelten dann drei deutsche 12 er („ANITA", „INGA" und „SPHINX") noch eine Regattaserie vor Kopenhagen. Ernst Burmeester baute für sich die "ASHANTI". Mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges, im Herbst 1939, war natürlich vorerst mit der Segelei Schluß. „ANITA" wurde auf ihrer Bauwerft in Lemwerder aufgebockt und wartete auf bessere Zeiten.

„INGA" und „SPHINX" segelten bis 2006 bei der Bundesmarine als „WESTWIND" und „OSTWIND", wurden dann ausgemustert und an private Eigner verkauft. Die „ASHANTI" segelte in den 50ern noch einige Regatten und explodierte (1958?)beim Auftanken an der Pier der Burmester-Werft und wurde dann abgewrackt.

Doch 1962 sollte auch für unsere „ANITA" das richtige Leben losgehen. 1961 fanden Jello Rassau, Alois Kranz und August Schulte auf der A&R-Werft die „ANITA" in ihrem Dornröschenschlaf und kauften sie.

Im Frühjahr 1962 brach eine Jahrhundertsturmflut - es war dieselbe, die halb Holland überflutete - über die Nordseeküste herein, besuchte die Werft und beeinträchtigte die Arbeiten an der „ANITA". Nicht nur die Masten und Spieren versanken im Schlamm, auch in der Kammer schwammen die Segel und das Inventar. Kaum war alles gesäubert und aufgeräumt, brach bei A&R ein Großfeuer aus, doch blieb „ANITA" gottlob verschont. Sie konnte Ende Mai 62 zu Wasser gebracht und von den neuen Eignern übernommen werden. Sie wird anschließend um Skagen herum nach Kiel gesegelt, wo sie ihren ständigen Liegeplatz erhält. Bis 1965 werden mehr oder weniger Familienreisen in der Ostsee gesegelt. Immerhin kommen in den ersten vier Jahren 14.000 sm zusammen mit langsam zunehmender Tendenz.

1965 beginnt eine neue Ära für die „ANITA". Die schon 1961 gegründete Segelkameradschaft Ostsee, die das Schiff bisher von den Eignern gechartert hatte, kauft dank großzügiger Spenden die „ANITA". Die Anzahl der Reisen pro Jahr steigt, und die jährlich gesegelten Meilen werden immer mehr. 1967 wird die Dame „ANITA" zum ersten mal von einer Dame geführt, Margret Schollmayer. 1970 segelt „ANITA" unter Peter Eider von Travemünde rund um Island, zum ersten Mal über den Polarkreis, zurück nach Travemünde. Solche Reisen, damals noch als Ausnahme betrachtet, werden bald als etwas völlig Normales empfunden. Die Reiseziele gehen immer weiter, rund um England, zum Nordkap, nach Nordafrika, nach Madeira und zu den Azoren, dann später nach Spitzbergen, nach Grönland und der Bäreninsel. 1992 geht dann „ANITA" zum ersten mal über den großen Teich. Sie sollte zur Segelparade anläßlich des Jubiläumsjahres "500 Jahre Amerika" nach New York segeln. Dieses Unternehmen, das bisher größte in der Geschichte unserer „ANITA", wurde von 7 Skippern der SKO organisiert und durchgeführt. Es waren dies Walter Brand, Peter Eider, Helmut Hecher, Hans Köhler, Ted Palm, Günther Pivl, K.L. Sattler. Die Reise ging von Travemünde, Nord-Ostsee-Kanal, durch Nordsee und englischen Kanal zu den Azoren, dann über die Bermudas nach New York. Nach den Feiern in New York segelte „ANITA" nach Canada, Neufundland, über Grönland und die Faröer nach Schottland. Kurz nach dem Auslaufen aus Aberdeen kam der Mast von oben und somit war die Amerika-Reise beendet. Doch schon im nächsten Jahr stand ein neuer Mast und die alte Dame segelt wieder wie eh und je.

Doch an der alten Dame waren die Zeit und die vielen Meilen nicht spurlos vorübergegangen. Für die Saison 1996 mußte sie auf die Werft. Die Plankenbolzen und einige Planken mußten ausgewechselt werden und sie bekam ein neues Deck. Die Yachtwerft Glückstadt hat hier eine hervorragende Arbeit geleistet.

Zum Ende der Saison 1997 gab es einen spektakulären Unfall. 60 sm nordwestlich von Helgoland fiel ANITA aus einer Monstersee in das Wellental und kenterte. Die Besatzung kam mit dem Schrecken und ein paar Verletzungen davon. Das Deckshaus und ein Teil der Decksausrüstung wurden zertrümmert. Der Besanmast war mehrfach gebrochen. Dank der Sicherung durch SAR und DGzRS kamen wir sicher in den Hafen von Helgoland. Doch im Frühjahr 1998 konnten wir wieder wie gewohnt unser Törn-Programm aufnehmen

1999 wurde, zum ersten mal seit 60 Jahren, wieder ein Rennen der 12er in Deutschland gesegelt. Zur 11. Internationalen Veteranen Regatta vor Laboe traten die alten Rivalen ANITA, WESTWIND (ex Inga), OSTWIND (ex Sphinx) sowie FLICA II und die dänische THEA gegeneinander an. FLICA II belegte den ersten Platz. ANITA wurde Zweite.

Im August 2001 nahm ANITA an den Regatten zu 150ten Jubiläum des America´s Cup in Cowes teil. Etwa 40 Zwölfer waren hier versammelt. Ein Ereignis, was sich so schnell nicht wiederholen wird.

2006 segelten verschiedene Crews hoch nach Norden bis an die Eisgrenze. Die Teilreise von Achim Dunker (Spitzbergen - Island) wurde mit dem Goldenen Kompass der SKWB ausgezeichnet.

Im Juli 2008 nahm ANITA an der Weltmeisterschaft der klassischen Zwölfer vor Glücksburg in der Flensburger Förde teil.

Seit 1962 bis heute wurden auf Schiffen der SKO 415.743 sm (dies ist mehr als der 18-fache Erdumfang und mehr als die Entfernung bis zum Mond) ohne ernste Unfälle oder Verletzungen gesegelt und dies auf einem Schiff ohne Maschine. In den Fahrtenwettbewerben der Kreuzerabteilung wurden an Skipper der SKO 138 Plaketten vergeben. Sie war der erfolgreichste Verein in diesen Wettbewerben. Einer der Juroren der KA schrieb in seiner Laudatio einer ANITA-Reise: "Hoffenlich bleiben uns solche Schiffe mit diesem Geist noch lange erhalten" Möge "ANITA" noch viele Jahre unter von ihr begeisterten Crews segeln.

Webseiten über die SKO Bearbeiten



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