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Info icon 002  Die nachfolgend beschriebene Vereinigung ist nicht mehr aktiv und hat sich mittlerweile aufgelöst.

Die ehemalige Sektion Fußball des SC Einheit Dresden war in den 1950er Jahren eine feste Größe in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse im DDR-Fußball.

StrukturentwicklungBearbeiten

Der Sportclub Einheit war am 20. November 1954 als Schwerpunktclub der zentralen Sportvereinigung Einheit gegründet worden und vereinigte neben Fußball alle populären Sportarten. Die Fußballsektion wurde aus den Mannschaften der Betriebssportgemeinschaft Rotation Dresden gebildet, deren 1. Mannschaft seit 1950 in der Oberliga spielte. Spielstätte war das Dresdner Heinz-Steyer-Stadion. Die Wurzeln der BSG Rotation reichen zurück bis zum traditionsreichen Dresdner SC, der vor dem Zweiten Weltkrieg zu den deutschen Spitzenclubs im Fußball gehörte. In seiner Nachfolge entstand 1946 die SG Dresden-Friedrichstadt, die jedoch 1950 aus politischen Gründen aufgelöst wurde. Die SG Dresden-Mickten führte die Fußballarbeit der Friedrichstädter weiter und wurde nach Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften (BSG) am 1. Mai 1950 in die BSG Sachsenverlag Dresden umgewandelt. Wenig später wurde die BSG dem einheitlichen Raster der Betriebssportgemeinschaften folgend in BSG Rotation umbenannt.

Sportlicher WerdegangBearbeiten

Erfolgreich als BSG RotationBearbeiten

Die SG Dresden-Friedrichstadt trat erstmals überregional in Erscheinung, als sie sich 1949 für die 2. Ostzonenmeisterschaft qualifizierte. Dort kam sie bis in das Viertelfinale, wo sie der ZSG Union Halle mit 1:2 unterlag. Als sächsischer Landesmeister hatte sich die Mannschaft jedoch für die erste Saison der neu gegründeten Oberliga qualifiziert. Dort gehörte sie 1949/50 zu den Spitzenmannschaften und hatte am letzten Spieltag die Chance, mit einem Sieg über Horch Zwickau DDR-Meister zu werden. Nach einer 1:5-Niederlage durch umstrittene Schiedsrichterentscheidungen blieb jedoch nur der zweite Platz, woraufhin ein Großteil der Mannschaft sich nach Westberlin absetzte. Dies nahm die DDR-Sportführung zum Anlass, die Sportgemeinschaft, die sich obendrein geweigert hatte, den Status einer Betriebssportgemeinschaft anzunehmen, aufzulösen. Während die neu gegründete SG Volkspolizei Dresden den Oberligaplatz der Friedrichstädter in der Spielzeit 1950/51 übernahm, konnte sich die BSG Sachsenverlag/Rotation Dresden, der eigentliche Nachfolger der SG Friedrichstadt, über die sächsische Meisterschaft und eine Aufstiegsrunde ebenfalls für die Oberliga qualifizieren. Mit den Routiniers Fritz Ritter, Kurt Hoegg, Heinz Berner sowie den hoffnungsvollen Talenten Heinz Nicklich, Felix Vogel und Eberhard Petersohn konnte der Neuling den Klassenerhalt sichern und kam schon ein Jahr später mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Lokalrivalen und neuen Meister VP/Dynamo Dresden auf den vierten Platz. In der Saison 1952/53 trat Rotation mit der Angriffsreihe Prenzel, Vogel, Arlt, Müller und Petersohn an, die sich im Verlauf der Spielzeit den Titel „Wundersturm“ verdiente und am Saisonende mit 65 Toren die meisten Tore in der Oberliga erzielt hatte. Harry Arlt steuerte 26 Tore bei und wurde damit zum Torschützenkönig der Meisterschaft. Am Sonntag, den 14. November 1954 bestritt die Oberligamannschaft der BSG Rotation Dresden zum letzten Mal bei einem Punktspiel unter dem alten Namen.

Pokalsieger als SC EinheitBearbeiten

Sc einheit dresden

Am Sonntag, dem 21.November 1954 trat die Mannschaft beim Auswärtsspiel bei Vorwärts Berlin erstmals als SC Einheit Dresden auf. Die Mannschaft schloss die Oberligasaison 1954/55 mit Platz 4 ab. Seit Dezember 1954 war sie der einzige Dresdner Oberligavertreter, da die Oberligamannschaft des Lokalrivalen Dynamo zum SC Dynamo Berlin verlegt worden war. Mit dem Wechsel zum Sportclub hatte Hans Siegert das Amt des Trainers übernommen, der die Mannschaft bis 1959 betreute. Er verstand es, Neuzugänge wie Torwart Großstück, Mittelfeldspieler Hansen und Stürmer Knappe erfolgreich zu integrieren, sodass der SC Einheit in den folgenden Jahren einen sicheren Platz in der Oberliga halten konnte. Unter SiegertsFührung wurden Wolfgang Großstück und Wolfgang Pfeifer Nationalspieler. 1958 errang der Club den größten Erfolg seiner Fußballgeschichte. Nach einem überzeugenden 3:1-Sieg beim frischgebackenen DDR-Meister Vorwärts Berlin hatten die Dresdner das Finale des DDR-Fußballpokalwettbewerbs erreicht. Am 14. Dezember 1958 trafen sie in Cottbus im Endspiel auf den SC Lok Leipzig und wurden mit einem 2:1 nach Verlängerung DDR-Pokalsieger 1958. Die Tore für Einheit Dresden schossen Wolfgang Pfeifer (1:1, 68.) und der Leipziger Söllner mit einem Eigentor (113.). Die Dresdner spielten mit folgender Mannschaft:

Wolfgang Großstück (26 Jahre)</br>

Christoph Albig (33), Gerd Losert (23), Werner Jochmann (32)</br> Wolfgang Pfeifer (23), Manfred Hansen (22) )</br> Lothar Müller (28), Horst Walter (29), Felix Vogel (30), Gottfried Matthes (20), Eberhard Petersohn (30)* </br>

*Bodo Knappe (23)

Abstieg nach 14 Jahren OberligaBearbeiten

Aus der siegreichen Mannschaft verließen in den nächsten Jahren Albig, Müller, Matthes und Petersohn den Sportclub und Gottfried Eisler löste 1960 Siegert als Trainer ab. Trotz des Aderlasses gelang es Eisler, der die Dresdner als Drittletzter der Saison 1959 übernommen hatte, auch noch 1960 den Klassenerhalt zu sichern. In der Saison 1961/62, die nach Umstellung der Spielzeit vom Kalenderjahr auf den Herbst-Sommer-Rhythmus über 39 Runden ging, kämpfte Einheit wieder gegen den Abstieg, und Eisler wurde gegen Heinz Seifert ausgetauscht. Obwohl noch die ehemaligen Nationalspieler Großstück und Pfeifer in der Mannschaft standen, konnte auch der neue Trainer den Abstieg nach 14-jähriger Oberligazugehörigkeit nicht vermeiden. Mit nur neun Siegen und einem Torverhältnis von 48:73 stieg Einheit Dresden in die DDR-Liga ab.

Ende als ZweitligistBearbeiten

In den unmittelbar auf den Abstieg folgenden Jahren verließen Routiniers wie Werner Jochmann (291 Oberligaspiele), Felix Vogel (246), Wolfgang Pfeifer (177), Wolfgang Großstück (128) und Manfred Hansen (108) meist aus Altersgründen den Club, sodass an einen schnellen Wiederaufstieg nicht zu denken war. Felix Vogel hatte das Traineramt übernommen und war in den ersten beiden Jahren mit den Plätzen 3 und 2 noch nahe am Aufstieg, die Saison 1964/65 wurde jedoch nur mit Platz 7 abgeschlossen. Während dieser Spielzeit wurden die Fußballmannschaften aus den Sportclubs herausgelöst und in eigenständige Fußballclubs umgewandelt. In Dresden verlief dieser Vorgang dank der Sonderstellung der SG Dynamo Dresden in eine andere Richtung. Auch Dynamo machte sich Hoffnung auf den FC-Status, doch der Chef des DDR-Staatssicherheitsdienstes Erich Mielke wollte neben seinem Berliner FC Dynamo keine Konkurrenz im eigenen Dynamolager dulden. Er einigte sich schließlich mit der DDR-Sportführung, dass die SG Dynamo Dresden zur Schwerpunktgemeinschaft des Bezirkes Dresden erhoben wurde - zu Lasten des SC Einheit, dessen zweitklassiger Fußballmannschaft man neben der SG Dynamo nicht das Zeug zu einem weiteren Fußballschwerpunkt zutraute. Trotzdem wurde die Fußballsektion aus dem SC Einheit ausgegliedert und musste sich neu organisieren. So wurde am 12. Januar 1966 die Fußballspielvereinigung (FSV) Lokomotive Dresden gegründet, die siebenjährige Fußballära SC Einheit Dresden war beendet.

Platzierungen Rotation / EinheitBearbeiten

1950/51 12. Oberliga
1951/52 4. Oberliga
1952/53 4. Oberliga
1953/54 7. Oberliga
1954/55 4. Oberliga
1956 5. Oberliga
1957 8. Oberliga
1958 5. Oberliga
1959 12. Oberliga
1960 12. Oberliga
1961/62 13. Oberliga
1962/63 3. DDR-Liga
1963/64 2. DDR-Liga
1964/65 7. DDR-Liga

PersonenBearbeiten

  • Rekordeinsätze (Oberligaspiele)
    • Werner Jochmann - 291
    • Felix Vogel - 246
    • Eberhard Petersohn - 206
    • Werner Prenzel - 194
    • Lothar Müller - 188
    • Albig - 177
    • Wolfgang Pfeifer - 177
    • Fritz Ritter - 147
    • Harry Arlt - 139
    • Wolfgang Großstück - 128
  • Rekordtorschützen
    • Felix Vogel - 72
    • Harry Arlt - 68
    • Eberhard Petersohn - 53
    • Werner Prenzel - 50
    • Heinz Nicklich - 45
    • Lothar Müller - 44

WeblinksBearbeiten


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