FANDOM


Roland Matthes Swimming pictogram
Bundesarchiv Bild 183-F1113-0201-001, Roland Matthes

Roland Matthes in Leipzig (1967)

Persönliche Informationen
Name:Roland Matthes
Nationalität:Flag of East Germany DDR
Schwimmstil(e):Freistil, Lagen, Rücken, Schmetterling
Geburtstag:17. November 1950
Geburtsort:Pößneck
Größe:1,89 m

Roland Matthes (* 17. November 1950 in Pößneck) ist ein ehemaliger deutscher Schwimmer, Weltrekordhalter und vierfacher Olympiasieger.

Werdegang Bearbeiten

Schwimmkarriere Bearbeiten

Roland Matthes ist bis heute der erfolgreichste Rückenschwimmer aller Zeiten. Über sieben Jahre – von April 1967 bis August 1974 – ging er aus allen Wettbewerben über die Rückendistanzen als Sieger hervor. Er gewann nacheinander vier Europameister- und drei Weltmeisterschaften und schwamm insgesamt 21 Weltrekorde. Während dieser Zeit beherrschte er die Weltelite im Rückenschwimmen so sehr, dass seine Vielseitigkeit als Weltklasseschwimmer oft vergessen wird. Er war über längere Zeit auch Europarekordhalter über 100 Meter Freistil, 200 Meter Lagen und 100 Meter Schmetterling. Mit Roland Matthes dominierte der SC Turbine Erfurt über Jahre die DDR-Schwimmwettbewerbe der Männer in diesen drei Lagen. Er trainierte bei Marlies Grohe.

Als Olympiateilnehmer 1968, 1972 und 1976 gewann er insgesamt acht Medaillen (4 × Gold, 2 × Silber, 2 × Bronze). Ihm gelang es bei den Olympischen Spielen 1968 und 1972 jeweils die Goldmedaillen über 100 Meter und 200 Meter Rücken zu erschwimmen. 1976 gewann er zusätzlich noch die Bronze-Medaille über 100 Meter Rücken. Die Erfolge wurden abgerundet durch die Staffel-Silbermedaillen 1968 und 1972 über 4×100 Meter Lagen und eine Bronze-Medaille über 4×100 Meter Freistil.

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 1973 in Belgrad wurde er der erste Weltmeister sowohl über 100 Meter, als auch über 200 Meter Rücken. Außerdem konnte er mit der 4×100 Meter Lagenstaffel die Silber- und mit der 4×100 Meter Freistilstaffel die Bronze-Medaille gewinnen.

Zwei Jahre Später, bei den Weltmeisterschaften in Cali verteidigte er seinen Titel über 100 Meter Rücken.

Bei den Europameisterschaften 1970 in Barcelona und 1974 in Wien dominierte er die Rückendistanzen und gewann bei diesen beiden Wettbewerben alle vier Europameistertitel über diese Distanz. Außerdem wurde er in Barcelona noch Europameister mit der 4×100 Meter Lagenstaffel der DDR, Vize-Europameister über 100 Meter Freistil und Bronze-Medaillengewinner mit der 4×100 Meter und der 4×200 Meter Freistilstaffel. 1974 in Wien wurde er zusätzlich noch Vize-Europameister über 100 Meter Schmetterling und Dritter mit der 4×100 Meter Freistilstaffel

Roland Matthes war damit einer der großen olympischen Sportstars der DDR. Von 1967 bis 1971, 1973 und 1975 wurde er insgesamt sieben Mal zum DDR-Sportler des Jahres gewählt. Im Jahr 1981 wurde er in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen.

Weiterer Werdegang Bearbeiten

Er studierte von 1970 bis 1977 Sportwissenschaften und schloss als Diplom-Sportlehrer ab. Von 1978 bis 1984 studierte er in Jena Medizin. Von 1978 bis 1982 war er mit der Schwimm-Olympiasiegerin Kornelia Ender verheiratet. Er arbeitet heute in Marktheidenfeld als Orthopäde.

Bezug zu DDR-Doping Bearbeiten

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und den damit im Zusammenhang stehenden Nachforschungen und Archivaufarbeitungen der Praktiken der DDR-Mediziner und Sportfunktionäre wurden viele ehemalige DDR-Sportler als Beteiligte des systematischen DDR-Dopings identifiziert[1]. Matthes gibt einerseits an, dass es in der DDR Doping gegeben hat, meint aber andererseits, dass er selbst nie Teil dieses Systems war, da sein Zivilverein SC Turbine Erfurt zu seiner aktiven Zeit zu klein war[2].

Weblinks Bearbeiten

  • Roland Matthes in der “International Swimming Hall of Fame” (englisch)

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. "Doping in der DDR" online unter on-dope.de; Stand: 9. Mai 2009.
  2. "Der DDR-Sport wird an den Pranger gestellt" online beim Tagesspiegel, 6. Mai 2008; Stand: 9. Mai 2009.


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0