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Ralf Rangnick
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Ralf Rangnick im Portrait (2007)
Personalia
Geburtstag 29. Juni 1958
Geburtsort BacknangDeutschland
Größe 181 cm
Position Mittelfeldspieler

Ralf Rangnick (* 29. Juni 1958 in Backnang) ist ein deutscher Fußballtrainer. Zuletzt war er Cheftrainer der TSG 1899 Hoffenheim.

Als defensiver Mittelfeldspieler spielte Rangnick in der dritten Liga und gehört damit zu den wenigen Trainern, die sich auch ohne vorherige Profikarriere in der Bundesliga etablieren konnten. Rangnick ist diplomierter Sport- und Englisch-Lehrer.[1]

Trainerkarriere Bearbeiten

Karrierebeginn Bearbeiten

Nach seiner Karriere als Spieler u.a. beim VfB Stuttgart, FC Southwick (West Sussex, England) und dem VfR Heilbronn war Rangnick Spielertrainer bei Viktoria Backnang, mit der er von 1983 bis 1985 den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga schaffte[2], und beim TSV Lippoldsweiler sowie Übungsleiter beim SC Korb. Beim VfB Stuttgart, dem er schon als Amateurspieler angehört hatte, war er zuerst Amateurtrainer und einige Jahre später A-Jugendtrainer und -koordinator.

1995 übernahm er den Süd-Regionalligisten SSV Reutlingen. Im Dezember 1997, als den Reutlingern ein Punkt zu einem Aufstiegsplatz in die 2. Bundesliga fehlte, wechselte er zum SSV Ulm 1846, der damals in derselben Liga spielte. 1998 stieg er mit Ulm in die 2. Bundesliga auf.

2. Bundesliga mit Ulm Bearbeiten

Überraschend führte der SSV Ulm 1846 zur Winterpause 1998/99 als Aufsteiger die Zweitligatabelle an. Der VfB Stuttgart, dessen Trainer Rainer Adrion wenig Erfolg hatte, sicherte sich noch vor Beginn der Rückrunde die Dienste des jungen Aufsteigers Ralf Rangnick zum Saisonbeginn 1999/2000. Der Vertrag sollte ursprünglich noch geheim gehalten werden, wurde aber im Februar der Öffentlichkeit bekannt. Ulm sank in der Tabelle im Laufe der Rückrunde zunächst auf Platz 5 ab. Anfang Mai gab Rangnick seinen Job auf und ging vorzeitig zum VfB, woraufhin die Ulmer „Spatzen“ unter Martin Andermatt doch noch den Aufstieg in die Bundesliga schafften.

VfB Stuttgart Bearbeiten

Nach einer durchschnittlichen ersten Saison (8. Platz) geriet der VfB 2000/01 in Abstiegsgefahr. Nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Hertha BSC am 18. Februar 2001 wurde Rangnick, mit seiner Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz stehend, entlassen. Diese Station gilt als sein bisher glücklosestes Engagement im Profibereich.

Hannover 96 Bearbeiten

Zum Saisonbeginn 2001/02 übernahm er den damaligen Zweitligisten Hannover 96, den er gleich in die Bundesliga führte. Nachdem er 2002/03 den Klassenerhalt und den 11. Tabellenplatz mit Hannover 96 schaffte, geriet er in der Folgesaison in ernste Abstiegsnot. Im März 2004 wurde Rangnick nach einer Negativserie entlassen.

Schalke Rangnick 01

Ralf Rangnick bei Schalke 04

FC Schalke 04 Bearbeiten

Im September 2004 wurde Rangnick Nachfolger von Jupp Heynckes beim FC Schalke 04. Er führte die Mannschaft innerhalb weniger Wochen von einem Abstiegsplatz bis an die Tabellenspitze. Im Laufe der Saison wurde Schalke sogar zum ernsthaften Kandidaten für den Meistertitel, konnte an die überragenden Leistungen im Spätherbst letztlich aber nicht anknüpfen. Eine Serie von drei Niederlagen der Schalker im April bedeutete die Entscheidung im Titelkampf zugunsten des FC Bayern München.

Die Vorrunde 2005/06 verlief unbefriedigend, obwohl Schalke in der Liga solide Ergebnisse erzielte. Im Pokal unterlag man 0:6 in Frankfurt und schied auch in der Champions League früh aus. Kurz vor der Winterpause beschloss der Vorstand, sich mit sofortiger Wirkung von Rangnick zu trennen, nachdem dieser schon angekündigt hatte, seinen 2006 auslaufenden Vertrag bei Schalke 04 nicht zu verlängern.

TSG 1899 Hoffenheim Bearbeiten

Am 22. Juni 2006 wurde seine Verpflichtung als Cheftrainer der TSG 1899 Hoffenheim (Regionalliga Süd) zur Saison 2006/2007 bekannt gegeben. Nach einem schwachen Start mit zwei Niederlagen in den ersten vier Pflichtspielen schaffte der Verein am 5. Mai 2007 mit einem 4:0 über die Sportfreunde Siegen den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Nach nur einem Jahr gelang schließlich der Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga. Am 13. Mai 2010 wurde die vorzeitige Verlängerung von Rangnicks Vertrag bis 2012 bekannt gegeben.[3]

Am Neujahrstag 2011 trat Rangnick als Trainer der TSG zurück.[4] Grund dafür waren Meinungsverschiedenheiten mit Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Kurz vor der Vertragsauflösung war der sofortige Wechsel des Spielers Luiz Gustavo zu Bayern München bekannt geworden. Rangnick hatte sich vehement gegen einen Verkauf seines brasilianischen Mittelfeldstars gewehrt.[5] Nachfolger Rangnicks wurde sein bisheriger Assistent Marco Pezzaiuoli.[6]

Größte Erfolge Bearbeiten

  • Aufstieg in die 2.Bundesliga mit dem SSV Ulm (1998) und der TSG Hoffenheim (2007)
  • Aufstieg in die 1.Bundesliga mit Hannover 96 (2002) und der TSG Hoffenheim (2008)
  • Deutscher Vize-Meister 2005 mit FC Schalke 04
  • Deutscher Pokalfinalist 2005 mit FC Schalke 04
  • Herbstmeisterschaft mit TSG Hoffenheim (2008)

Trivia Bearbeiten

Aufgrund eines Auftritts in der ZDF-Sendung das aktuelle sportstudio am 19. Dezember 1998, bei dem er die Taktiken eines Spiels recht ausführlich an einer Tafel erklärte, wird er bis heute – meistens abschätzig – als „Fußballprofessor“ bezeichnet.

Zwei von ihm betreute Vereine schafften binnen eines Jahres den Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga. Dies waren der SSV Ulm 1846 in der Saison 1998/99 – wo er allerdings beim Aufstieg nicht mehr der Trainer war – sowie die TSG Hoffenheim in der Saison 2007/08.

Als der damals neue Bundestrainer Jürgen Klinsmann 2004 einen Assistenten suchte, hatte er auch Ralf Rangnick im Visier. Dieser lehnte das Angebot ab, stattdessen bekam Joachim Löw diesen Posten.[7]

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Rangnick, Ralf – Renommierter deutscher Fußball-Trainer
  2. FC Viktoria Backnang - Die Chronik
  3. Ralf Rangnick bleibt bei der TSG 1899 Hoffenheim
  4. Pezzaiuoli tritt Rangnick-Nachfolge an
  5. Financial Times Deutschland: Hoffenheim hat ausgeträumt, eingesehen am 4. Januar 2011
  6. Co-Trainer Pezzaiuoli übernimmt Rangnick-Job
  7. Südwestpresse: "Mehr als nur der Schattenmann" (vom 9. Juli 2010)

Weblinks Bearbeiten


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
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