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ProQuote Regie e.V.
Rechtsform Gemeinnütziger, überparteilicher, überregionaler, eingetragener Verein
Gründung 2014
Sitz Berlin, Deutschland
Schwerpunkt Geschlechterparität bei Filmregie
Mitglieder 264
Website www.proquote-regie.de

ProQuote Regie ist eine Gleichstellungsinitiative in der Film-und Fernsehbranche, die von über 200 wikipedia:de:Regisseurinnen in Deutschland initiiert wurde. Ziel der Initiative ist eine geschlechterparitätische Besetzung von staatlichen Filmfördergremien und die Erhöhung des Anteils von Regisseurinnen am deutschen Fernsehprogramm und an deutschen Filmproduktionen.

Seit 2014 organisiert sich die Initiative über den Verein ProQuote Regie.

Hintergrund und Forderungen Bearbeiten

Laut einer Studie des Bundesverbands Regie liegt der prozentuale Anteil von Regisseurinnen bei fiktionalen Primetime-Sendeplätzen im deutschen Fernsehen bei lediglich 11 %. Das bedeutet 89 % der Filme im Hauptabendprogramm werden von männlichen Regisseuren realisiert. Bei Kinospielfilmen liegt der Frauenanteil mit 22 % etwas höher, wobei hoch budgetierte Kinospielfilme einen ähnlich geringen Regisseurinnen-Anteil aufweisen wie das TV-Hauptabendprogramm. Diese geringe Anteil könne nicht mit mangelndem Interesse von Frauen am Regieberuf erklärt werden, denn 42% der Regie-Absolventen an deutschen Filmhochschulen seien weiblich. [1] Die Initiative weist darauf hin, dass in Schweden durch die Einführung einer Quotenregelung sich der Anteil der Frauen in Schlüsselpositionen bei Filmproduktionen ungefähr dem Bevölkerungsanteil angeglichen hat.[2] Infolgedessen fordert die Initiative eine paritätische Besetzung von Filmfördergremien und die Umsetzung einer stufenweise Frauenquote bei der Vergabe von Regieaufträgen im Film- und Fernsehbereich, damit eine geschlechterspezifisch gerechte Verteilung erreicht wird. Damit soll der Pluralität einer modernen Gesellschaft Rechnung getragen werden, denn Diversität könne nicht gewährleistet werden, wenn über 80 % aller Filme von Männern umgesetzt würden.[3]

Ereignisse Bearbeiten

Bei der Berlinale 2015 trat die Initiative mit Unterstützung der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig [4] zum ersten Mal im Rahmen einer breiteren Öffentlichkeit auf und wurde medial stark wahrgenommen.[5][6][7][8]

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat weitere Studien über den Frauenanteil in verschiedenen Filmbereichen in Auftrag gegeben, wobei sie bereits Anfang Februar 2015 laut süddeutscher Zeitung sagte: "Die bereits vorliegenden Zahlen aus dem Regiebereich sprechen eine eindeutige Sprache: Frauen sind hier deutlich unterrepräsentiert, da muss sich etwas tun!" [9]

Bekannte Unterzeichnerinnen und Unterstützer Bearbeiten

Zu bekannten Unterzeichnerinnen der Initiative gehören die u.a. die Regisseurinnen Doris Dörrie, Sherry Hormann, Hermine Huntgeburth, Angelina Maccarone, Helke Misselwitz, Claudia Prietzel, Helke Sander, Monika Treut, Margarethe von Trotta, u.v. a.

Unterstützt wird ProQuote Regie auch von vielen bekannten Produzenten, Schauspielern, Filmschaffenden, Redakteuren, und Festival- und Filmförderchefs, wie unter anderem Stefan Arndt, Maria Köpf, Heinz Badewitz, Michael Ballhaus, Milena Bonse, Veronica Ferres, Ulrike Folkerts, Ulrich Gregor, Erika Gregor, Eva Hubert, Dieter Kosslick, Katja Riemann, Volker Schlöndorff und Politikern wie beispielsweise Claudia Roth.

Verwandte Initiativen Bearbeiten

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. [1], abgerufen am 12. Februar 2015.
  2. [2],abgerufen am 12. Februar 2015.
  3. [3] abgerufen am 14. Februar 2015.
  4. [4] abgerufen am 16. Februar 2015.
  5. ProQuote Regie. Die Juhuu-Quote kann nicht alles sein, ZEIT ONLINE, 16. Februar 2015
  6. Berlinale. Kampf um Gleichheit, taz.de, 12. Februar 2015. Alle Taz-Artikel mit Berichten über ProQuote Regie
  7. Berlinale Talk: 'ProQuote Regie' auf der Berlinale, Inforadio rbb, 13.Februar 2015
  8. Notizen aus Berlin. Quid Pro Quote, Deutschlandfunk, 7. Februar 2015
  9. [5] abgerufen am 16. Februar 2015.


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