Prager-Haus Apolda
Disk3| Prager-Haus Apolda e.V. | |
|---|---|
| Vereinsdaten | |
| Gegründet: | 26. Januar 2007 |
| Mitglieder: | 46 (2011) |
| Anschrift |
Vorsitzende: Pastorin Niedertrebra Geschäftsführer: prager-haus-apolda@gmx.de |
| Konto-Verbindung: |
Sparkasse Mittelthüringen |
| Website: | |
Der Verein verfolgt den Zweck, das Wohnhaus der jüdischen Familie Prager in Apolda als Gedenk- und Erinnerungsort an die jüdischen Einwohner der Stadt zu erhalten. Er widmet sich der Aufklärung über die Wurzeln und das Auftreten des Antisemitismus in der Region und dokumentiert die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung während der Jahre des "Nationalsozialismus". Darüber hinaus fördert er die Erforschung und Verbreitung der Kultur- und Sozialgeschichte des Alltags in der Region Weimar-Apolda, insbesondere die Geschichte sozialer, religiöser und politischer Minderheiten. Das Prager-Haus in Apolda soll Anlauf- und Begegnungsort werden.
Aktuelles
Bearbeiten
Beitrag von SALVE-TV über die Arisierungs-Ausstellung in Apolda
Video-Clip eines Interviews mit Peter Franz über das Projekt "Prager-Haus" mit SALVE-TV 2009
Video-Clip eines Interviews mit Peter Franz über das Projekt "Prager-Haus" mit SALVE-TV 2011
Projektarbeit von Desirée vom Kinderheim "Clara Zetkin" über die Familie Prager
Am 9. November 2010 schloss der Prager-Haus Apolda e.V. mit dem SPD-Ortsverein Apolda e.V. einen Partnerschaftsvertrag
Aktuelle Termine
Bearbeiten
Geschichte
Bearbeiten

Hinzugefügt von Lady-WhistlerGegenständliche Zeugnisse aus dieser Zeit (Artefakte) wurden zusammengetragen, mündliche Zeitzeugenberichte schriftlich festgehalten, Kontakte mit Entkommenen und deren Nachkommen in verschiedenen Ländern hergestellt. Einige Monate vor dem 50. Jahrestag der Pogromnacht wurde am 29. Juni 1988, dem 100. Geburtstag des jüdischen Fellhändlers Bernhard Prager an dessen Wohnhaus eine Gedenktafel zur Erinnerung an diese Familie angebracht, die ein Opfer der Shoa wurde.
Im Jahre 1991 lag als erstes Ergebnis der Forschungen ein Buch vor, das einen Überblick über jüdisches Leben in Apolda beschreibt[1] Die Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda e.V., die 1999 gegründet wurde, veröffentlichte weitere Arbeiten zu jüdischem Leben und zur Verfolgung in den ersten Thüringer Konzentrationslagern Nohra und Bad Sulza sowie zur alltäglichen Herrschaft des "Nationalsozialismus" in der Region Apolda.[2]
NS-Opfer und die NS-Verfolgte: Gedenken, authentische Überlieferungen, Lebensbilder
Bearbeiten
Listen der NS-Opfer und NS-Verfolgten
Zeitgeschichtliche Beiträge
Bearbeiten
Erfolge und Niederlagen
Bearbeiten

Hinzugefügt von BrThomasSeit dem Jahr 2007 verfügt der Verein über eine Internetseite zur Bekanntmachung seiner Aktivitäten. Der Hauskauf als Voraussetzung für die Ausführung des Vereinszieles ist in die Wege geleitet. Im Jahre 2008 haben die Vereinsmitglieder mit der Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe begonnen, mit der Schicksale betroffener Familien, Widerstandstätigkeit gegen den Faschismus und das Leben von Minderheiten der Stadt beschrieben wird.[3]
[4][5] Im Mai 2008 wurden durch den Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig die drei ersten Stolpersteine vor dem Prager-Haus verlegt, im Oktober folgte die Verlegung weiterer neun Steine. Bei zahlreichen Stadtfesten und gesellschaftlichen Ereignissen trat der Vereindurch Infostände mit dem Angebot von Informationen und Souvenirs zur Finanzierung des Projektes in Erscheinung.
Von Mitte bis Ende September 2010 wurde des Prager-Haus zweimal zum Ziel antisemitischer Angriffe, indem jeweils ein Schweinekopf vor der Tür des Hauses abgelegt wurde. Die Kriminalpolizei Thüringen, Abteilung Staatsschutz, nahm die Ermittlungen gegen den oder die unbekannten Täter auf wegen des Vorwurfs der Verletzung des Andenkens Verstorbener.
Fördernde Persönlichkeiten
Bearbeiten

Hinzugefügt von BrThomasNamhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben sich seither für den Verein und seine Ziele engagiert:
- Rüdiger Eisenbrand, Bürgermeister von Apolda
- Marion Schneider, zusammen mit Klaus Dieter Böhm Betreiberin der „Toskana Therme“ , Inhaber(in ] und Betreiber(in ] des Klinikzentrums und des Hotels an der Therme von Bad Sulza [1], sowie des Hotel Resort von Auerstedt
- Birgit Rosner, Direktorin des Gymnasiums Bergschule in Apolda
- Dr. Wolfgang Peller, jüdisch Verfolgter aus Berlin, ehemals stellvertretender Justizminister der DDR
Dazu kommen Sponsoren, die die Arbeit des Vereins mit Geld und Sachspenden unterstützen:
- Integral GmbH, Apolda
- Wäscherei Böhm, Apolda
- Notare Maass & Klüglein, Apolda
- Ingenieurbüro Trabert & Partner, Geisa
- Vereinsbrauerei GmbH, Apolda
- Rechtsanwältin Ute Schneider, Apolda
- Apoldaer Stadthallen GmbH, Apolda
- Schlossverwaltung, Apolda
- Uhren- und Schmuckgeschäft "Die Uhr", Apolda
- Jutta Hollacher, Lehrerin, Bielefeld
- Diplomarchitekt Wolfgang Paulisch, Helmershausen
- Hartwig Mähler, Niederroßla, Freier Journalist, Herausgeber und Redakteur des Magazin IMPULS in der Region Weimarer Land
- Steinmetzmeister Michael Neubert, Apolda [2]
- Strickchic Strickwarenfabrik für Damenoberbekleidung, Apolda
- SPD-Ortsverein Apolda e.V. seit dem 9. November 2010 mit einem Partnerschaftsvertrag [3]
- Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V.
Der Verein
Bearbeiten
Mitglieder
Bearbeiten
Der Verein besteht im Jahre 2011 aus 46 eingetragenen Mitgliedern, die zu monatlichen Versammlungen im Gasthaus "Apothekergässchen No.1" von Apolda eingeladen werden.
Zu ihnen gehören u.a.:
- Dr. Dieter Block
- Beatrix Ciesla
- Peter Franz
- Sigrid Franz
- Eva Gast
- Raik Hutschenreuter
- Antje Hutschenreuter
- Michael Schade
- Ruth-Barbara Schlenker
- Max-Otto Strobel
- Thomas Thieme
- Udo Wohlfeld
Im Januar 2011 ist die Fleischerinnung Weimarer Land unserem Verein als korporatives Mitglied beigetreten.
Ehrenmitglieder & Vorstand
Bearbeiten

Hinzugefügt von BrThomasFolgende Personen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt:
- Karl Berger, Cottbus
- Gerhard Berndt, Apolda (†)
- Dany Bober, Wiesbaden
- Eugen Herr, Wiesbaden (†)
- Joachim-Peter Otto, Frankfurt am Main (†)
- Judith Paisner geb. Rechtmann, London
- Marion Schneider, Auerstedt
Bei der Hauptversammlung des Vereins im April 2011 wurde folgender Vorstand gewählt bzw. wieder gewählt:
- Vorsitzende: Pastorin Ruth-Barbara Schlenker, Niedertrebra
- Schatzmeisterin: Max-Otto Strobel, Apolda
- Geschäftsführer: Peter Franz, Weimar
Statuten des Prager-Hauses
Bearbeiten
Statuten des Prager-Hauses und Beitrittserklärung
Aktivitäten
Bearbeiten
Schüler-Projekte
Bearbeiten
- Am 1. März 2011 begann die Vorbereitung einer Theater-Collage zum Thema "MUTPROBE" mit Schülern der Regelschule Wormstedt, angeregt durch die Ausstellung "Arisierung in Thüringen" unter der Leitung von Dr. Monika Gibas. Gleichzeitig wird das Amateurtheater Apolda einbezogen durch Einstudierung einiger Szenen, in denen die Verfolgung und Rettung von zwei jüdischen Apoldaer Frauen dargestellt wird. Nach zahlreichen Proben wurde das Stück in Apolda, Buttstädt und zuletzt im Thüringen-Haus Berlin aufgeführt, wo die Arisierungsausstellung zum letzten Mal gezeigt wurde.
- Seit dem 7. Juni 2011 arbeiten drei Schüler der Regelschule Wormstedt an einer Projektarbeit zum Thema "Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Deportation, Vernichtung - Leben jüdischer Mitbürger in Apolda während der Zeit des Nationalsozialismus 1933 - 1945 dargestellt in einer Ausstellung"
Öffentliche Präsenz
Bearbeiten

Hinzugefügt von BrThomasNeben der Hauptaufgabe, das Haus zu erwerben und es durch Ausbau und Modernisierung zu einer Stätte der Begegnung auszubauen, sehen die Vereinsmitglieder ihre Aufgabe darin
- die Erinnerung an die Verfolgten und Ermordeten der Nazidiktatur in Apolda lebendig zu erhalten und
- sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit heute zu engagieren.
Diese Arbeit erfolgt durch die Initiierung von oder die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen zum 27. Januar, zum 8. Mai, zum 1. September und zum 9. November, wo Vereinsmitglieder mit Info-Stand, Büchern und Schriften sowie speziellen Vereins-Souvenirs auf ihre Ziele aufmerksam machen.
In Apolda verlegte Stolpersteine
Bearbeiten
Der Prager-Haus-Verein tritt seit 2008 in Apolda als Initiator zur Verlegung von Stolpersteinen auf, die der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig an den letzten Wohnhäusern ermordeter Bürger der Stadt verlegt.
- Am 7. Mai 2008 vor dem Haus:
Bernhard-Prager-Gasse 8 für
- Gertrud Prager................................ (Pate: Markus Geßner, Apolda)
- Bernhard Prager.............................. (Pate: Rüdiger Eisenbrand, Apolda)
- Heinz Prager................................... (Pate: Tina Unglaube, Apolda)
- Am 6. Oktober 2008 vor den Häusern:
Lessingstraße 71 für
- August Berger................................. (Pate: Karl Berger, Cottbus)
Bahnhofstraße 59 für
- Jakob Raphael.................................(Pate: Martina Natschke, Apolda)
- Gertrud Raphael.............................. (Pate: Wolfgang Raphael, Sömmerda)
- Erwin Raphael................................. (Pate: Käte Raphael, Jena)
Bernhardstraße 34 für
- Lina Fleischmann............................. (Pate: Raul Böhm, Auerstedt)
- Adelheid Friedmann.......................... (Pate: Klaus Dieter Böhm, Auerstedt)
- Max Friedmann................................ (Pate: Marion Schneider, Auerstedt)
Weimarische Straße 3 für
- Max Peller........................................ (Pate: Dr. Wolfgang Peller, Berlin)
- Heinz Peller..................................... (Pate: Landeskirchliche Gemeinschaft Apolda)
- Am 18. August 2009 vor den Adressen:
Niederroßlaer Straße 65 für
- Gerd Funke..................................... (Pate: SPD Apolda)
- Anton Müller.................................... (Pate: Joachim-Peter Otto, Frankfurt/Main)
- Gerhard Volk................................... (Pate: Wolfgang Pawlitta, Apolda)
Lauthsweg 1 für
- Johann Ollik.................................... (Pate: Klaus Hoppe, Apolda)
Jägerstraße 30 für
- Salomon Ginsburg........................... (Pate: Katrin Zeiß, Apolda)
Dr.-Rudi-Moser-Straße 8 für
- Ida Fleischmann.............................. (Pate: CDU Apolda)
- Berthold Fleischmann....................... (Pate: Joachim-Peter Otto, Frankfurt/Main)
Franz-Mehring-Straße 7 für
- Hermann Schiering........................... (Pate: Dr. Martina Schuster, Apolda)
Stobraer Straße 21 für
- Willi Brümmer.................................. (Pate: DIE LINKE Apolda)
Louis-Braille-Straße 14 für
- Bella Rechtmann.............................. (Pate: Ev. Jugend Apolda-Buttstädt)
- Julius Rechtmann............................. (Pate: Pfarrer Herbert Stephan Meyer, Apolda)
- Regina Szajnthal.............................. (Pate: Dr. Wolfgang Peller, Berlin)
Grünstraße 1 für
- Bertha Strasser................................ (Pate: Birgit und Gerald Rosner, Kapellendorf)
Bahnhof für
- Helena Wlasowa................................(Pate: Gewerkschaftsjugend Transnet Erfurt)
- Lukain Swenkowitsch.........................(Pate: Ortsverwaltung Gew. Transnet Erfurt)
- Am 3. Juni 2010 vor den Adressen:
Weststraße 20 für
- Heinz Bertling....................................(Pate: Dr. Erika und Dr. Dieter Block, Apolda)
Bernhardstraße 14 für
- Benjamin Hofmann.............................(Pate: Ev. Kirchenkreis Apolda-Buttstädt)
Lessingstraße 28 für
- Galina Schtscholkina..........................(Pate: Ev. Kirchenkreis Apolda-Buttstädt)
- Jurij Schtscholkin...............................(Pate: Die Grünen, Apolda)
- Lija Schtscholkina..............................(Pate: Sigrun Heimbürge, Flurstedt)
- Tamara Schtscholkina........................(Pate: Beate Findeisen, Weimar-Oberweimar)
- Wladimir Schtscholkin........................(Pate: Lessingschule, Apolda)
- Am 17. Oktober 2011 vor den Adressen:
Bernhard-Prager-Gasse 8 für
- Fanny Katzenstein..............................(Pate: Kersten Steinke (MdB), Berlin)
Lessingstraße 33 für
- THEMATISCHER Stein........................(Pate: Ungenannt)
- Nina Rusanowskaja.............................(Pate: Max-Otto Strobel)
- Boris Andrejzew..................................(Pate: Hartwig Mähler)
- Olga Rusanowskaja.............................(Pate: Agrargenossenschaft Ilm-Saaleplatte e.G.)
- Anatoli Trawkin...................................(Pate: Karl Luft)
- Ljuba Aljachnowitschewa.....................(Pate: Ruth-Barbara Schlenker)
- Nina Ljunkowa....................................(Pate: Grundschule "Am Schötener Grund")
Schrifttum
Bearbeiten
Als eine Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins betätigt sich die "Geschichtswerkstatt Weimar/Apolda" durch die Erforschung und Dokumentation des Lebens der verfolgten und ausgegrenzten Minderheiten der Stadt. Zahlreiche Bücher und Schriften sind seither erschienen:
Veröffentlichungen der Reihe "gesucht"
Bearbeiten
- "gesucht 1" Udo Wohlfeld: "... und unweigerlich führt der Weg nach Buchenwald. Der Geist von Weimar hinter Gittern. Eine Dokumentation über die Ursachen, die Weimar zu einer exponierten Stadt im nazistischen Deutschland machten, und die Folgen für Hunderttausende Menschen Europas, Weimar 1999
- "gesucht 2" Falk Burkhardt, Udo Wohlfeld: das netz. Die Konzentrationslager in Thüringen 1933-1937. Eine Dokumentation zu den Lagern Nohra, Bad Sulza und Buchenwald, und dem Beitrag National-konservative Kräfte und das Konzentrationslager Bad Sulza. Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten, Weimar 2000, ISBN 3935275013
- "gesucht 3" Peter Franz, Udo Wohlfeld: gefangen im netz. Die Konzentrationslager in Thüringen 1933-1945. Darin Udo Wohlfeld, Der Fall Worch - eine Familie wird vernichtet. Mutter und Tochter als Geiseln im KZ Bad Sulza, mit einer Studie von Susanne Böhm; Peter Franz, Die Stadt Apolda und die umliegenden Konzentrationslager, Weimar 2000, ISBN 3-935275-02-1
- "gesucht 4" Peter Franz: Der gewöhnliche Faschismus. Über die alltägliche Herrschaft der "Nationalsozialisten" am Beispiel einer Mittelstadt des Deutschen Reiches (Apolda). Eine Chronologie in Jahresscheiben, Teil 1, Weimar 2001, ISBN 3-935275-00-5
- "gesucht 5" Harry Stein, Udo Wohlfeld: Sozialdemokraten gegen Hitler. Die Widerstandsgruppe Nehrling-Eberling in Weimar. Berichte und Dokumente, Weimar 2003, ISBN 3-935275-03-X
- "gesucht 6" Peter Franz, Udo Wohlfeld: Jüdische Familien in Apolda. Diffamierung, Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Deportation, Vernichtung, Ungehorsam. Die Apoldaer Judenheit während des Faschismus, Weimar 2008², ISBN 3-935275-05-6
- "gesucht 7" Heinz Koch, Udo Wohlfeld: Das deutsche Buchenwaldkomitee. Die Periode von 1945 bis 1958, Weimar 2010, ISBN 3935275145
- "gesucht 8" Wilhelm Koch, Hildegard Koch': '... aber hinten stechen die Bienen.' Wilhelm Koch in Sulzbach, ein Pfarrer der Bekenntnisfront in Thüringen 1933-1945, Apolda 2013, ISBN 3935275234
Veröffentlichungen der Reihe "gefunden"
Bearbeiten
- "gefunden 1" Peter Franz, Tina Unglaube, Udo Wohlfeld: Die Pragers. Eine jüdische Familie in Apolda, Apolda 2008, ISBN 3-935275-07-2
- "gefunden 2" Karl Berger, Peter Franz, Udo Wohlfeld: August Berger. Sozialdemokrat in Apolda, Apolda 2008, ISBN 3-935275-08-0
- "gefunden 3" Dr. Wolfgang Peller, Peter Franz, Udo Wohlfeld: Die Pellers. Eine jüdische Familie in Apolda, Apolda 2008, ISBN 3-935275-09-9
- "gefunden 4" Peter Franz, Udo Wohlfeld: Tödlicher Widerstand. Apoldaer Arbeiter 1933-1945, Apolda 2009, ISBN 3-935275-10-2
- "gefunden 5" Peter Franz, Udo Wohlfeld: Die Fleischmanns. Eine jüdische Familie in Apolda, Apolda 2009, ISBN 3-935275-11-0
- "gefunden 6" Ruth-Barbara Schlenker, Udo Wohlfeld: Nationalsozialistische Lager in Bad Sulza. Ein Stadtrundgang, Apolda 2009, ISBN 3-935275-12-9
- "gefunden extra 1" Udo Wohlfeld: Das Leben und Sterben der Familie Schtscholkin, Apolda 2010, ISBN 3-935275-15-3
- "gefunden 7" Udo Wohlfeld: Der verbotene Umgang. Ein Pole wird 1940 aufgehängt, Apolda 2011, ISBN 3-935275-17-X
- "gefunden 8" Horst Firme, Udo Wohlfeld: Ein Leben für vier Jahre. Euthanasie an einem Kind 1942, Apolda 2011, ISBN 3-935275-18-8
- "gefunden 9" Udo Wohlfeld: Das Gerücht. Ein "U-Boot" in Buttstädt, Apolda 2011, ISBN 3-935275-19-6
- "gefunden 10" Udo Wohlfeld: Das "Zigeunerlager" im KZ Auschwitz-Birkenau. Der Mord an den Sinti und Roma 1943-1944, Weimar 2012, ISBN 3-935275-20-X
- "gefunden 11" Peter Franz, Udo Wohlfeld: Jüdische Häuser in Apolda, Apolda 2012, ISBN 3-935275-22-6
- (Westentaschenausgabe:) Peter Franz, Udo Wohlfeld: Jüdische Häuser in Apolda. Ein Stadtrundgang, Apolda 2012, ISBN 3-935275-22-6
- "gefunden 12" Gerhard Berndt, Karlfriedrich Nebe: Ein unterschätztes Mahnmal. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus in Apolda, Apolda 2013, ISBN 3-935275-24-2
- "gefunden 13" Peter Franz, Hartwig Mähler, Udo Wohlfeld": Gegen höchsten Befehl. Eine couragierte Entscheidung für das Leben einer Stadt, Apolda 2013, ISBN 3935275269
Dokumentationsstelle zu Widerstand und Verfolgung 1933-1945 in Thüringen
Bearbeiten
Am 18. Oktober 2012 fand die offizielle Eröffnung dieser Geschäftsstelle statt. In einem dabei verteilten Faltblatt heißt es:

Hinzugefügt von BrThomasIm Jahre 2007 haben geschichtlich interessierte und demokratisch engagierte Bürger aus Apolda und seinem Umfeld den erinnerungspolitischen Verein „Prager-Haus Apolda e.V.“ gegründet. Er hat sich das Ziel gesetzt, das Geschäftshaus des jüdischen Fellhändlers Bernhard Prager, den die Stadt Apolda mit einem Straßennamen geehrt hat, zu einem Lern- und Gedenkort auszugestalten. Der Verein hat dieses Haus 2009 als Eigentum erworben und hat gleichzeitig daran gearbeitet, Menschen und Institutionen für die Sanierung des Prager-Hauses zu gewinnen. Allerdings muss der Verein seine Bemühungen noch mehr verstärken, um das ehrgeizige Vorhaben zu verwirklichen.
Die Geschichtswerkstatt als Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins hat diese Bemühungen flankiert durch die Herausgabe von Büchern und Schriften zu Personen und Themen über Verfolgung durch den NS-Staat, Widerstand gegen den Faschismus, die Initiierung von Gedenkveranstaltungen und Aktionen wie der Verlegung von Stolpersteinen. Der Prager-Haus-Verein ist inzwischen ein fester Bestandteil der demokratischen Öffentlichkeit der Stadt, die sich gegen alle heutigen Formen von Rechtsextremismus, Rassismus und Ausländerhass wendet. Insbesondere sieht er seine Aufgabe in der Anleitung und Begleitung von Schülern der Regelschulen bei der Anfertigung von Projektarbeiten, der Schüler des Gymnasiums bei der Betreuung von Seminarfacharbeiten, bei der Gestaltung von Ausstellungen, der Durchführung von Exkursionen und Aktionen zur mahnenden Erinnerung an die Zeit des Nazifaschismus.
Um diese Aufgaben sachgerecht und materialgestützt durchführen zu können, hat sich der Prager-Haus-Verein dazu entschlossen, im Jahre 2012 in Apolda eine Dokumentationsstelle zu eröffnen, in der diese Vorhaben durch technisches Equipment, durch die Vorhaltung eines Archivs und einer Bibliothek sowie mit Computerarbeitsplätzen besser verwirklicht werden können. Am 18. Oktober 2012 wurde diese Dokumentationsstelle der städtischen Öffentlichkeit präsentiert. Sie ist zugleich Geschäftsstelle des Vereins und soll auch der Begegnung, dem Gespräch dienen sowie Ort von Vorträgen und Diskussionen sein.
Folgende Räume, die durch die Stadt dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurden, dienen der Arbeit dieser Dokumentationsstelle:
1. Der Vereinsraum, zugleich Geschäftsstelle des Vereins, mit Arbeitscomputer, Drucker, Telefon und Faxgerät, sowie einem Konferenztisch für die Vereins-Versammlungen und Gesprächsrunden zu aktuellen zeitgeschichtlichen und regionalhistorischen Themen. Hier werden auch die Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt angeboten. 2. Das Archiv in seinen Bestandteilen: Personenarchiv, Fotoarchiv, Filmarchiv, Aktenordnerarchiv und Artefaktearchiv. Übrigens sind die Arbeiter der Geschichtswerkstatt dankbar dafür, wenn Menschen in ihrem Besitz befindliche Dokumente, Fotos und Gegenstände aus der Zeitgeschichte dem Verein – auch leihweise – zur Verfügung stellen. 3. Die Bibliothek mit Zeitungsbänden „Apoldaer Tageblatt“ von 1878-1932 sowie mit einem breiten Spektrum an Zeitschriften, die vor Ort eingesehen werden können, sowie historische, gesellschaftswissenschaftliche und regionalgeschichtliche Literatur bis in die Gegenwart, die auch ausgeliehen werden kann 4. Der Schülerarbeitsraum mit Arbeitscomputer, Handbibliothek, Arbeitstisch und einer Teeküche.
Der Prager-Haus-Verein unterhält kooperative Beziehungen zur Ortsgruppe der SPD von Apolda sowie zur Fleischergenossenschaft Weimarer Land. Letztere Verbindung ergibt sich aus der Tatsache, dass die Fleischergenossenschaft ihr ehemaliges Mitglied Bernhard Prager, der aufgrund der NS-Rassengesetze 1935 aus der Fleischerinnung verbannt wurde, mit einem öffentlichen Akt im Jahre 2011 symbolisch wieder in ihre Gemeinschaft aufgenommen hat.
Die Dokumentationsstelle des Prager-Haus-Vereins steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, um hier ihr geschichtliches Wissen zu erweitern und sich an der notwendigen Erinnerungsarbeit der Gesellschaft zu beteiligen. Insbesondere Schüler und Heranwachsende sind eingeladen, mit den hier vorhandenen Arbeitsmitteln Archiv, Bibliothek und unter Anleitung und Begleitung durch Fachleute mit Geschichts- und Literaturkenntnissen an der weiteren Erforschung von Widerstand und Verfolgung mitzuarbeiten.
Die Geschichtswerkstatt des Prager-Haus-Vereins sieht ihre Aufgabe darin, das Wissen und die Kenntnisse über alle Formen von Widerstand und alle Betroffenen von Verfolgung zur NS-Zeit in Thüringen zu dokumentieren und dieses Wissen thüringenweit und bundesweit zur Verfügung zu stellen. Dem dient die begonnene und sukzessiv weiterzuführende Digitalisierung aller inzwischen gesammelten Archivalien und Dokumente. Die Werkstatt wird sich deshalb auch in ein Netzwerk solcher Personen und Gruppen einfügen, die ähnlich arbeiten. Wir bitten alle Regionalhistoriker vor Ort und Forschungskreise, uns ihre Kenntnisse zur Verfügung zu stellen, und bieten im Gegenzug das von uns zusammen getragene Material zur eigenen Verwendung an.
Die Dokumentationsstelle ist geöffnet: dienstags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Dokumentationsstelle zu Widerstand und Verfolgung 1933-1945 in Thüringen, Weimarische Straße 5, II. Obergeschoss, D-99510 Apolda, Telefon: 03644 – 51 88 704, Konto Nr. 100 134 777 Sparkasse Mittelthüringen BLZ 820 510 00, Mail: prager-haus-apolda@gmx.de, Webseite: www.prager-haus-apolda.de
Chronik des Vereins
Bearbeiten
Geschichte des Prager-Hauses
Bearbeiten
Bibliothek des Prager-Hauses
Bearbeiten
Einzelnachweise
Bearbeiten
- ↑ Thomas Bahr: Die Rosewitz, Prager, Lichtenstein..., Apolda 1992
- ↑ Peter Franz: Der gewöhnliche Faschismus. Über die alltägliche Herrschaft der „Nationalsozialisten“ am Beispiel einer Mittelstadt des Deutschen Reiches. Eine Chronologie in Jahresscheiben, Weimar 2001, ISBN 3-935275-00-5
- ↑ Peter Franz, Tina Unglaube, Udo Wohlfeld: Die Pragers. Eine jüdische Familie in Apolda. Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda e.V., Apolda 2008, ISBN 3-935275-07-2
- ↑ Karl Berger, Peter Franz, Udo Wohlfeld: August Berger. Sozialdemokrat in Apolda. Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda e.V., Apolda 2008, ISBN 3-935275-08-0
- ↑ Wolfgang Peller, Peter Franz, Udo Wohlfeld: Die Pellers. Eine jüdische Familie in Apolda. Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda e.V., Apolda 2008, ISBN 3-935275-10-2
Links zu empfehlenswerten Initiativen und Institutionen
Bearbeiten
- http://www.juden-in-thueringen.de/?Startseite
- www.stolpersteine-stuttgart.de
- www.stolpersteine-regensburg.de
- www.nsdok.de
- www.weimar-zeigt-sich.de
- Website der VVN-BdA Thüringen