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Info icon 002  Die nachfolgend beschriebene Vereinigung ist nicht mehr aktiv und hat sich mittlerweile aufgelöst.


Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war der Name einer politischen Partei. Sie bestand mit Unterbrechung von 1919 bis 1945. Bei ihrer Auflösung hatte sie rund 8,5 Millionen Mitglieder.

Geschichte Bearbeiten

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges (1918) gründeten Anton Drexler und K. Harrer in München die Deutsche Arbeiterpartei (DAP). Dieser trat im September 1919 auch der spätere Diktator Adolf Hitler bei, der schnell zum Propagandachef der Partei wurde.

Am 24. Februar 1920 wurde die Partei umbenannt und erhielt ihren endgültigen Namen. Bereits am 29. Juli des gleichen Jahres wurde Hitler zum Vorsitzenden gewählt, nachdem dieser mit einem Austritt gedroht hatte.
Hitler erhielt von der Mitgliedsversammlung diktatorische Vollmachten und die Partei wurde nun nach ihm ausgerichtet. Ferner wurde im Februar 1920 ein „immer währendes Parteiprogramm“ angenommen, das in 25 Punkten die Politikvorstellungen der NSDAP wiederspiegelte: übersteigerter Deutschnationalismus und Antisemitismus. Seit Februar 1920 ist auch das Hakenkreuz das offizielle Parteisymbol der NSDAP, das sie von anderen völkischen Gruppierungen übernommen hatte.

Die NSDAP arbeitete mit anderen völkisch-nationalistischen Gruppierungen zusammen. Diese Gruppierungen beschlossen 1923, die amtierende Reichsregierung von Bayern aus zu stürzen. So fand am 8. und 9. November 1923 der sogenannte „Hitler-Putsch“ statt. Dieser wurde jedoch an der Münchener Feldherrnhalle von der anwesenden Polizei zusammengeschossen.
Die NSDAP wurde verboten und Hitler samt Führungspersonal der NSDAP zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Dort verfasste er sein Buch „Mein Kampf“.

Dennoch blieb die Partei nebst der paramilitärischen Sturmabteilung (einer Partei-Schlägertruppe) im Untergrund bestehen und trat in Form der Großdeutschen Volksgemeinschaft und der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands weiterhin bei Wahlen antrat.

Die paramilitärische SA, wie die Sturmabteilung abgekürzt wurde, existierte im Frontbann weiter und wurde dort Deutschlandweit ausgebaut. SA und Frontbann standen unter dem Kommando alter Militäroffiziere und Freikorpsführer und dort hatte Hitler so gut wie keine Befehlsgewalt.

Am 27. Februar 1925 wurde die NSDAP wiedergegründet und nun Deutschlandweit reorganisiert, aber auch in Österreich wurde zeitgleich eine illegale NSDAP aufgebaut. Die Partei war nun strikt nach dem sogenannten „Führerprinzip“ aufgebaut; Hitlers Wille war das Gesetz dieser Partei. Ebenfalls wurde die SA wieder belebt und die erneut unter dem Kommando der alten Freikorpsführer stand; aber am 4. April 1925 wurde aus ihren Reihen eine elitäre Sonderformation gegründet, die uneingeschränkt nur auf den Befehl Hitlers hörte und auf ihn persönlich vereidigt waren: Die Schutzstaffel (SS), die später zahlreiche Verbrechen begehen sollte.

Die NSDAP baute auch eine Jugendorganisation auf, die auf den Namen Hitlerjugend hörte und anfänglich der SA unterstellt war.

Nach und nach zogen NSDAP-Abgeordnete Anfang der 1930er Jahre in verschiedene Länderparlamente ein. Die Partei konnte aber auch seit 1930 regelmäßig in das deutsche Parlament einziehen, dem Reichstag. 1930 erhielt sie 107 Sitze, da sie 18,3 % aller Stimmen gewinnen konnten. Bei den Wahlen am 31. Juli 1932 hatte die Partei ihren ersten Höhepunkt erreicht, als sie mit 230 Sitzen oder 37,4 % stärkste Partei in Deutschland werden konnte. (Aber an dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass sich die SA-Trupps wüste Strassenschlachten mit dem „Rotfront-Kämpfer-Bund“ der KPD lieferte und die Menschen damals sehr verunsichert waren.) Adolf Hitler aber versprach 1932 den fast sechs Millionen Arbeitslosen Deutschlands, dass unter seiner Regierung ein jeder eine geregelte Arbeit haben würde. Und so wählten ihn und seine NSDAP auch jene Menschen, die früher eher SPD und KPD gewählt hatten und nun von diesen Parteien entäuscht waren. Nur so läßt sich der Erfolg vom Sommer 1932 erklären.

Bei den Neuwahlen am 17. November 1932 hatte die NSDAP leichten Wählerverlust, als sie nur noch 196 Sitze oder 33,1 % der Wähler erringen konnte.
Auch die Mitgliederzahlen stiegen: Hatte die NSDAP 1923 Deutschlandweit 25.000 Mitglieder, so waren es 1930 rund 400.000 und 1931 bereits 800.000 Menschen NSDAP-Mitglieder.

Die NSDAP bildete 1932 mit dem Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten (einem paramilitärischen Traditionsverein mit rund 400.000 Mitgliedern) und der DNVP, den kaisertreuen Deutschnationalen, in Bad Harzburg einen Zusammenschluß, der als „Harzburger-Front“ in die deutsche Geschichte einging.

Durch geschickte Propaganda und vor allem durch das aggressive Auftreten der SA-Verbände (und den damit verbundenen Straßenschlachten mit den paramilitärischen Verbänden der Kommunisten und Sozialdemokraten) wurde am 30. Januar 1933 Adolf Hitler, als Vertreter der stärksten Fraktion, vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Kanzler ernannt. Bei den Neuwahlen zum Reichstag am 5. März 1933 hatte die NSDAP ihren größten Erfolg bei freien Wahlen: Sie erlang im Reichstag 288 Sitze oder 43,9 % aller Stimmen. Hitler setzte am 14. Juli 1933 durch, dass die Parteien-Neubildung in Deutschland verboten sei und die bestehenden Parteien im Zuge der staatlich verordneten „Gleichschaltung“ sich aufzulösen hätten. Damit war die NSDAP die einzige erlaubte Partei in Deutschland („Staatspartei“) und bereits im Januar hatte die NSDAP-Mitgliederzahl die Millionen-Grenze überschritten.

Das sogenannt „Ermächtigungsgesetz“ vom 1. Dezember 1933 zementierte diesen Zustand, der bis zum 8. Mai 1945 andauerte. Die Partei überwachte und kontrollierte alle Aktivitäten der Bevölkerung. Deutschland war zu dieser Zeit quasi militärisch durchorganisiert. Jeder Haushalt wurde auf seine „nationalsozialistische Gesinnung“ kontrolliert.

1934 versuchte die österreichische NSDAP einen Putschversuch, bei dem der damalige Bundeskanzler Dollfuß erschossen wurde. Zwar distanzierte sich die deutsche NSDAP-Führung offiziell von diesem, nahm aber geflohene Putschisten auf.

Am 13. März 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein und der österreichische Ableger ging in der deutschen Mutterpartei auf.

Mit Ende des zweiten Weltkrieges am 8./9. Mai 1945 wurde die NSDAP am 10. Oktober 1945 durch die Kriegssieger verboten und aufgelöst. Durch ihre aggressive nationalistische Politik, die von Hitler und seinen Handlangern betrieben wurden, hatte die NSDAP letztendlich den zweiten Weltkrieg mit über 60 Millionen Menschenleben und die Ermordung von fast 6 Millionen Juden zu verantworten. 1946 wurde die NSDAP und alle Unterorganisationen als verbrecherische Organisationen verboten.

Gliederungen und angeschlossene Verbände der NSDAP Bearbeiten

In der Folge ihrer Geschichte wurden im Rahmen der NSDAP verschiedene Untergliederungen gegründet, um eine möglichst breite Bevölkerungsschicht zu erfassen.

Partei-Gliederungen Bearbeiten

  1. Sturmabteilung (SA)
  2. Schutzstaffel (SS)
  3. Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (NSKK)
  4. Nationalsozialistisches Fliegerkorps (NSFK)
  5. Hitlerjugend (HJ)
  6. Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund (NSDStB)
  7. NS-Frauenschaft

Angeschlossene Verbände der NSDAP Bearbeiten

  1. Deutsches Frauenwerk
  2. Deutsche Arbeitsfront (DAF)
  3. Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
  4. NS-Kriegsopferversorgung
  5. NSD Ärztebund
  6. NS-Lehrerbund
  7. NS-Beamtenbund
  8. NS-Juristenbund
  9. NS-Reichskriegerbund

Literatur Bearbeiten

  • Christian Zentner und Friedemann Bedürftig (Hrsg.): Das große Lexikon des Dritten Reiches, Südwest Verlag München 1985, ISBN 3-517-00834-6