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Lothar Meyer (* 1. August 1933; † September 2002 in Berlin) war ein deutscher Fußballspieler in der DDR.

Sportliche Laufbahn Bearbeiten

Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann Meyer 1946 bei der Berliner Sportgemeinschaft Baumschulenweg Fußball zu spielen. Im Alter von 20 Jahren kam er 1953 zur Betriebssportgemeinschaft (BSG) Motor Oberschöneweide, die gerade aus der Oberliga, der höchsten DDR-Fußballklasse, abgestiegen war. Dort spielte er sich als Stürmer so in der Vordergrund, dass er am 9. Mai 1954 in der Begegnung DDR - Rumänien (0:1 in Berlin) zu seinem ersten Länderspieleinsatz kam. Er war zu diesem Zeitpunkt auch der einzige Nationalspieler, der im Sommer 1954 zur neu formierten Fußballsektion des SC DHfK Leipzig abgestellt werden musste. Nachdem die Fußballmannschaften des SC DHfK bereits nach sechs Monaten wegen Erfolglosigkeit wieder aufgelöst wurden, wurde Meyer im Januar 1955 dem in der Oberliga spielenden Armeesportklub (ASK) Vorwärts Berlin zugeteilt. Hier absolvierte er bis zum November 1961 138 Oberligaspiele, in denen er 51 Tore schoss. Hinzu kamen fünf Spiele in Europapokal-Wettbewerben. Mit dem ASK wurde Meyer dreimal DDR-Fußballmeister (1958, 1960 und 1962). In dieser Zeit kam er zu 15 weiteren Länderspieleinsätzen, als Nationalspieler erzielte er insgesamt zwei Tore. Außerdem bestritt er 1954 und 1956 zwei Nachwuchsländerspiele und absolvierte zwischen 1954 und 1958 vier B-Länderspiele.

Während seiner ASK-Jahre brachte es Meyer bis zum Hauptmann in der Nationalen Volksarmee, war Mitglied der SED und trat in der Öffentlichkeit mit systemtreuer Propaganda auf. Er wurde Anfang November 1961 verhaftet und anschließend wegen einer sexuellen Straftat zu eineinhalb Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die er in einer Kupfermine bei Eisleben ableistete. Er wurde in der Armee degradiert und beim ASK ausgeschlossen.

Unüblich für einen verurteilten Straftäter konnte Meyer nach seiner Haftentlassung wieder Leistungssport betreiben. Er schloss sich 1963 zunächst der drittklassigen BSG Motor Köpenick an, mit der im gleichen Jahr den Aufstieg in die DDR-Liga schaffte. Die Mannschaft stieg jedoch nach einem Jahr wieder ab, und Meyer trat am 30. August 1964, dem 3. Oberligaspieltag der Saison, für den SC Dynamo Berlin (Trägerbetrieb Ministerium für Staatssicherheit) an. Hier brachte er es noch einmal auf 27 Oberligaeinsätze, sodass er insgesamt auf 165 Spiele mit 57 Toren (6 für Dynamo) in der höchsten DDR-Klasse kam. Nachdem er ab 1966 noch zwei Jahre in der Reservemannschaft von Dynamo Berlin gespielt hatte, beendete er 1968 seine fußballerische Laufbahn. Er starb mit 69 Jahren in einem Weißenseer Krankenhaus.

Literatur Bearbeiten

  • Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3, S. 317.
  • Andreas Baingo, Michael Horn: Die Geschichte der DDR-Oberliga. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-428-6, S. 314.

Weblinks Bearbeiten


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