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Lothar Matthäus
Lothar Matthäus in Sofia

Lothar Matthäus 2010

Voller Name Lothar Herbert Matthäus
Geburtstag 21. März 1961
Geburtsort ErlangenDeutschland
Größe 174 cm
Position Mittelfeldspieler/Libero
Vereine in der Jugend
bis 1979 FC Herzogenaurach
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele, (Tore)1
1979–1984
1984–1988
1988–1992
1992–2000
2000
Borussia Mönchengladbach
FC Bayern München
Inter Mailand
FC Bayern München
NY/NJ Metro Stars
162 (36)
113 (57)
115 (40)
189 (28)
16 0(0)
Nationalmannschaft
1979
1979–1981
1979–1983
1980–2000
Deutschland U-18
Deutschland B
Deutschland U-21
Deutschland
9 0(3)
4 0(1)
15 0(2)
150 (23)
Stationen als Trainer
2001–2002
2002–2003
2004–2005
2006
2006–2007
2008–2009
2010–
SK Rapid Wien
Partizan Belgrad
Ungarn
Atlético Paranaense
FC Red Bull Salzburg
Maccabi Netanya
Bulgarien
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Lothar Herbert Matthäus (* 21. März 1961 in Erlangen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und aktueller Nationaltrainer von Bulgarien.

Matthäus nahm während seiner aktiven Karriere an fünf Weltmeisterschaften teil (1982, 1986, 1990, 1994, 1998) und ist mit 150 Länderspielen bis heute deutscher Rekordnationalspieler. Als Kapitän führte er Deutschland 1990 zum dritten WM-Titel und ist einer von vier Ehrenspielführern der Nationalmannschaft. Des Weiteren war er zweimal Weltfußballer des Jahres. Als Vereinsspieler war er u. a. für Borussia Mönchengladbach, den FC Bayern München und Inter Mailand aktiv.

2001 begann er seine Karriere als Trainer. Seit September 2010 ist Matthäus als Trainer von Bulgarien tätig.

Jugend Bearbeiten

Im Alter von neun Jahren begann Matthäus beim örtlichen FC Herzogenaurach mit dem Fußball und durchlief die Jugendabteilung des Vereins. Nach dem Ende seiner Schulzeit begann er mit einer Lehre zum Raumausstatter, konzentrierte sich aber weiterhin auf den Fußball. Mit 18 Jahren schaffte er den Sprung in die deutsche A-Jugendnationalmannschaft.

Karriere als Spieler Bearbeiten

Durchbruch in Gladbach und Sprung in die Nationalelf Bearbeiten

Im Sommer 1979 wagte der 18-jährige Matthäus den Schritt in die Bundesliga und wechselte zu Borussia Mönchengladbach. Matthäus setzte sich unter seinem Trainer und Förderer Jupp Heynckes auf Anhieb durch und schaffte den Sprung in die Stammelf im zentralen Mittelfeld. Gleich in seiner ersten Saison erreichte Matthäus mit der Mannschaft das Finale des UEFA-Pokals, wo man sich jedoch Eintracht Frankfurt geschlagen geben musste. Nationaltrainer Jupp Derwall nominierte ihn in den Kader für die Fußball-Europameisterschaft 1980 in Italien. Matthäus gab in dem Turnier, das die deutsche Nationalmannschaft gewann, sein Länderspieldebüt, als er am 14. Juni 1980 in Neapel beim Stand von 3:0 im Gruppenspiel gegen die Niederlande in der 73. Minute eingewechselt wurde.[1] Der Mönchengladbacher verursachte in der 79. Minute einen Foulelfmeter; das Spiel endete mit einem knappen 3:2-Sieg. Dieser Einsatz war Matthäus' einziger Auftritt im Turnier, was unter anderem an Bernd Schuster lag, der auf der selben Position als Spielmacher ein überragendes Turnier ablieferte.

In den folgenden Jahren spielte er mit Gladbach meist im Mittelfeld der Liga und bestätigte seinen Status als Nationalspieler durch konstante Leistungen. 1982 gehörte er zum Kader der DFB-Elf, die zur WM nach Spanien fuhr. Obwohl Deutschland Vize-Weltmeister wurde (1:3-Niederlage im Finale gegen Italien), verlief die Endrunde für Matthäus persönlich nicht zufriedenstellend, da er lediglich in der Vorrunde zweimal eingewechselt wurde und ansonsten auf der Bank bleiben musste. Trainer Derwall hatte sich mit Paul Breitner ausgesöhnt, der in die Mannschaft zurückkehrte und die Rolle im zentralen Mittelfeld übernahm.

1983/84 spielte Mönchengladbach eine starke Runde, die am Ende mit dem dritten Tabellenplatz und dem Einzug ins DFB-Pokalfinale gekrönt wurde, in dem man auf den FC Bayern München traf. Matthäus hatte jedoch bereits vor dem Finale seinen Wechsel zu den Bayern bekannt gegeben. Somit fand das Finale zwischen seinem alten und seinem neuen Verein statt. Im Elfmeterschießen - nach regulärer Spielzeit stand es 1:1 - verschoss er seinen Elfmeter und die Bayern gewannen den Pokal (6:7 n. E.).

1984 spielte er bei der Europameisterschaft in Frankreich bereits sein drittes großes Turnier. Matthäus hatte sich in der Gruppenphase zwar einen Stammplatz erkämpft, doch eine schwache deutsche Elf kam nicht über die Gruppenphase hinaus. Außerdem wurde er während des Turnierverlaufs zusammen mit seinem Gladbacher Vereinskollegen Hans-Günter Bruns als erster DFB-Spieler überhaupt zu einer Geldstrafe (1.000 DM) verurteilt, weil er nachts heimlich das Quartier verlassen hatte und in einer Gaststätte erkannt worden war.

Erste Titel und Durchbruch in der Nationalmannschaft Bearbeiten

Der FC Bayern München zahlte im Sommer 1984 2,4 Millionen DM Ablöse an Mönchengladbach für Matthäus. Die Erwartungen an ihn waren groß, denn die Mannschaft hatte gerade mit Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner ihre Topspieler verloren. Die entstandene Lücke im Mittelfeld sollte nun Matthäus schließen. Udo Lattek formte eine neue Mannschaft und Matthäus reifte unter ihm zu einem Mittelfeldspieler von internationalem Format. Als Spielgestalter und dynamischer Antreiber führte er die Mannschaft gleich in seiner ersten Saison zur Meisterschaft 1985. 1986 wurde er erneut mit Bayern Deutscher Meister und gewann zusätzlich noch den DFB-Pokal.

Diese Leistungssteigerung blieb auch dem neuen Nationaltrainer Franz Beckenbauer nicht verborgen, der nun auch Matthäus in der Nationalmannschaft mehr Verantwortung übertrug. Er fuhr im Sommer 1986 als Stammspieler zur Weltmeisterschaft nach Mexiko. Dort bildete er mit dem routinierten Felix Magath ein starkes Duo im zentralen Mittelfeld. Im Achtelfinale gegen Marokko traf Matthäus drei Minuten vor Schluss mit einem 30-Meter-Freistoß zum 1:0-Sieg. Im WM-Finale wartete Argentinien, wobei Matthäus mit der Bewachung des argentinischen Stars Diego Maradona beauftragt wurde. Deutschland verlor am Ende 2:3 und wurde wie 1982 nur Vize-Weltmeister.

Mit der deutschen Meisterschaft 1987 komplettierte er den Titel-Hattrick mit den Bayern und stand im Finale des Europapokals der Landesmeister, wo man aber mit 1:2 gegen den FC Porto das Nachsehen hatte. Zuvor, am 25. März 1987, führte Matthäus die Nationalmannschaft zum ersten Mal als Kapitän auf das Spielfeld.

Im Frühjahr 1988 gab Lothar Matthäus seinen Wechsel zu Inter Mailand bekannt. Der italienische Spitzenclub bezahlte 8,4 Millionen DM Ablöse für Matthäus. Vorher führte Matthäus die DFB-Elf in die EM-Endrunde 1988 im eigenen Land, wo man im Halbfinale mit 1:2 gegen die Niederlande unterlag.

Weltmeister in Italien und auf dem Höhepunkt der Karriere Bearbeiten

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1990-0821-011, Lothar Matthäus, Ulf Kirsten, Fußballer des Jahres.jpg

Unter Inters Trainer Giovanni Trapattoni entwickelte sich Matthäus als Spieler und Führungspersönlichkeit weiter. Er zeigte keinerlei Anpassungsprobleme an den italienischen Fußball der Serie A, die damals als stärkste Liga der Welt galt und schaffte in Italien den Sprung zum Superstar. Als Trapattonis rechte Hand stach er durch kraftvolles und dynamisches Spiel hervor. Am Ende seiner ersten Saison in Italien gewann er mit Inter 1989 die erste Meisterschaft seit neun Jahren und galt neben Diego Maradona als bester Spieler der Liga.

Im folgenden Jahr fand die Weltmeisterschaft 1990 in Italien statt. Matthäus, der in einer Topverfassung in die Endrunde ging, führte im Mittelfeld Regie und erzielte vier Tore. Deutschland erreichte zum dritten Mal nacheinander ein WM-Finale, wo Argentinien mit 1:0 besiegt wurde. 1990 war der Höhepunkt der Karriere von Matthäus, der in diesem Jahr noch drei persönliche Auszeichnungen erhielt: Deutschlands Fußballer des Jahres, Europas Fußballer des Jahres und erster Weltfußballer des Jahres.

Auch im Verein hielt die Siegesserie an und Inter besiegte im Finale des UEFA-Pokals den AS Rom, wobei Matthäus einen Treffer zum Erfolg beisteuerte. 1991 wurde Matthäus Weltfußballer des Jahres und sogar Weltsportler. Einige Monate nach diesem Erfolg - Matthäus war sich mit Juventus Turin über einen Vereinswechsel praktisch handelseinig - zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Der DFB-Kapitän musste deshalb seine Teilnahme an der Europameisterschaft 1992 absagen, wo Deutschland im Finale Dänemark unterlag. Inter rechnete mit seiner Rückkehr frühestens Ende des Jahres. Nach einer Operation bei Dr. Steadman in Vail (Colorado) in den USA trainierte Matthäus „heimlich“ in den Bergen und arbeitete täglich mehrere Stunden für sein Comeback. Nach einem Angebot über vier Millionen D-Mark Ablöse wechselte er im August 1992 wieder zum FC Bayern München; der geplante Wechsel zu Juventus kam aufgrund der Verletzung nicht mehr zustande.

Rückkehr nach Deutschland und Wechsel auf Liberoposition Bearbeiten

Schon am 19. September 1992, nur fünf Monate nach seinem Kreuzbandriss, feierte er sein Comeback in der Fußball-Bundesliga. Am 21. November erzielte er gegen Bayer 04 Leverkusen das Tor des Jahres. Die Meisterschaft 1993 wurde hinter Werder Bremen nur knapp verpasst.

Nach einer schwachen Leistung der DFB-Elf bei einer Nordamerika-Reise reagierte Nationaltrainer Berti Vogts auf die schwachen Abwehrleistungen und baute sein System um. Matthäus wurde aus dem zentralen Mittelfeld zurückbeordert und spielte von nun an Libero, Andreas Möller sollte die Lücke im Mittelfeld schließen. Bald wurde er auch bei den Bayern neuer Libero. Diese Umstellung zahlte sich aus, da er auch von der Position weiterhin großen Einfluss auf das Spiel nehmen konnte. Mit kraftvollen Vorstößen schaltete er sich weiterhin ins Offensivspiel ein; mit seiner überragenden Spielübersicht leitete er Angriffszüge und Konterchancen ein. 1994 führte Franz Beckenbauer als Interims-Coach die Bayern nach vier Jahren wieder zur deutschen Meisterschaft.

WorldCup1994BulgariaGermany

Matthäus’ Führungstreffer per Strafstoß im WM-Viertelfinale 1994 gegen Bulgarien

Im Sommer fuhr Matthäus zum zweiten Mal als Kapitän der Nationalmannschaft zu einer Weltmeisterschaft (WM 1994 in den USA). Deutschland wurde zwar recht souverän Gruppensieger, doch war die deutsche Defensive überaus anfällig. Beim Sieg im Achtelfinale (3:2 über Belgien) musste Matthäus in der Halbzeit angeschlagen in der Kabine bleiben. Im Viertelfinale kam gegen Bulgarien das frühe Aus; Matthäus hatte seine Mannschaft zwar in Führung gebracht, doch ein Doppelschlag der Bulgaren bedeutete das Ausscheiden.

Matthäus blieb das Verletzungspech treu: Anfang 1995 zog er sich in einem Freundschaftsspiel einen Riss der Achillessehne zu, der ihn für mehrere Monate zum Zuschauen zwang. Das Fehlen ihres Abwehrchefs machte sich bei den Bayern bemerkbar, für die die Saison 1994/95 enttäuschend verlief. Ende 1995 kehrte Matthäus wieder zurück, wobei einige Kritiker vermuteten, mit nun schon 35 Jahren werde er nach dieser zweiten schweren Verletzung nicht mehr seine Topform erreichen. Doch Matthäus kämpfte sich zurück und fand durch seine große Disziplin und seinen Ehrgeiz zu alter Leistungsstärke zurück. 1996 besiegten die Bayern Girondins Bordeaux im Finale des UEFA-Pokals und Matthäus gewann zum zweiten Mal diesen Pokal.

Da Matthäus nie offiziell aus der DFB-Elf zurückgetreten war, rechnete man mit seiner Nominierung für die EM 1996. Doch er hatte sich mit Bundestrainer Vogts überworfen, dessen engster Vertrauter in der Mannschaft Kapitän Jürgen Klinsmann war. Zwischen Matthäus und Klinsmann, die zu dieser Zeit bei Bayern München, wie schon vorher bei Inter Mailand, in einem Verein spielten, herrschte ein erheblicher Konflikt. Im Sommer 1996 veröffentlichte Matthäus in der Bild ein „geheimes Tagebuch“, in dem er Interna aus der Mannschaft des FC Bayern, insbesondere von Klinsmann, öffentlich machte. Dies führte zu seiner Absetzung als Kapitän des FC Bayern München. Unbeeindruckt von diesen Querelen um seine Person knüpfte er in den folgenden Jahren wieder an sein Leistungsniveau an. 1997 gewann er unter Trainer Trapattoni seine fünfte Meisterschaft. Nach der verletzungsbedingten Absage von Matthias Sammer für die WM 1998 und einer Kampagne der Bild-Zeitung zugunsten von Matthäus holte Berti Vogts ihn kurz vor dem Turnier in den Kader zurück. Er bestritt zum ersten Mal seit vier Jahren wieder ein Länderspiel.

Mit 37 Jahren nahm Matthäus bei der Weltmeisterschaft 1998 zum fünften und letzten Mal an einer WM teil. Als Matthäus im zweiten Gruppenspiel nach dem 0:2-Rückstand gegen Jugoslawien in der Halbzeit eingewechselt wurde, stemmte er sich gegen die Niederlage und führte die deutsche Elf noch zu einem 2:2. Gegen den Iran stand er wieder in der Anfangs-Elf und Deutschland gewann die Gruppe. Im Achtelfinale gegen Mexiko war Matthäus wieder Libero, und Deutschland erreichte das Viertelfinale, wo man von der Überraschungsmannschaft aus Kroatien mit 0:3 aus dem Turnier geworfen wurde. Es war Matthäus' letztes WM-Spiel, wobei er mit seinem 25. Einsatz einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte.

Im Anschluss an die enttäuschende WM übernahm Erich Ribbeck den Posten des Bundestrainers und überredete Matthäus, seine Karriere in der Nationalmannschaft fortzusetzen. Mit Ottmar Hitzfeld übernahm auch im Verein ein neuer Trainer die Regie in München, der ebenfalls auf den Routinier setzte, ernannte jedoch nicht ihn, sondern Neuzugang Stefan Effenberg zum neuen Kapitän. Unbeeindruckt davon spielte er im Alter von 38 Jahren noch mal eine Saison auf hohem Niveau und wurde 1999 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt, während die Bayern unangefochten den Meistertitel errangen. Einen Schock erlebten die Bayern, als sie im Finale der UEFA Champions League nach einer 1:0-Führung noch in letzter Sekunde gegen Manchester United 1:2 unterlagen. Matthäus hatte sich ob des sicher geglaubten Sieges kurz vor Schluss auswechseln lassen. Zum zweiten Mal in seiner Karriere blieb ihm ein Erfolg in Europas Königsklasse verwehrt. Sein letztes Pflichtspiel für die Bayern absolvierte er am 8. März 2000 im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid, das mit 4:1 gewonnen wurde.

Danach wechselte er in die Major League Soccer zu den New York Metro Stars. Dort spielte er von März bis September 2000, konnte aber keinen Erfolg mehr verzeichnen.

Bereits vor der EM 2000 gab Matthäus bekannt, nach dem Turnier aus der Nationalmannschaft auszuscheiden. Nach dem schlechten Abschneiden der deutschen Elf – sie schied in der Vorrunde aus – wurde Matthäus in der Presse stark kritisiert, der Wechsel in die USA sei ein Fehler gewesen, dort hätte er stark abgebaut. Das letzte Gruppenspiel gegen Portugal war sein letztes von insgesamt 150 Länderspielen.

Damit war er über 20 Jahre, so lang wie kein anderer deutscher Nationalspieler in der Nationalmannschaft aktiv und hat als bisher einziger deutscher Nationalspieler an fünf Weltmeisterschaften teilgenommen.

Trainer Bearbeiten

Lothar Matthaeus 2002

Lothar Matthäus 2002

Seit der Saison 2001/02 war Matthäus bei mehreren Mannschaften als Trainer tätig.

Rapid Wien Bearbeiten

Seine erste Station war der SK Rapid Wien (6. September 2001–10. Mai 2002). Mit den Wienern erreichte er den achten Tabellenplatz – die schlechteste Platzierung seit der Einführung der österreichischen Meisterschaft 1911 für den Verein. Anschließend wurde er wegen öffentlich getätigten, vereinsschädigenden Aussagen entlassen, ohne dass sein restliches Gehalt ausgezahlt wurde. Ein Versuch von Matthäus, das Gehalt und zusätzliche Gelder vom Verein wegen Rufschädigung einzuklagen (insgesamt ca. 2 Mio. Euro), schlug fehl.

Partizan Belgrad Bearbeiten

Seine nächste Trainerstation war der FK Partizan Belgrad (22. Dezember 2002–13. Dezember 2003). Die Belgrader führte er zur Meisterschaft in Serbien-Montenegro und schaffte anschließend mit der Mannschaft auch die Qualifikation zur Champions League (u. a. über Newcastle United).

Nationaltrainer von Ungarn Bearbeiten

Vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2005 war Matthäus Nationaltrainer der ungarischen Fußballnationalmannschaft. In dieser Zeit konnte Matthäus einen Achtungserfolg erzielen, als Ungarn die DFB-Auswahl in einem Länderspiel anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des WM-Endspiels von 1954 in Bern am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern mit 2:0 bezwang. Die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland wurde jedoch – allerdings in einer starken Qualifikationsgruppe – deutlich verfehlt.

2005 war Matthäus für den TV-Sender RTL 2 als Trainer der Amateurmannschaft Borussia Banana tätig.

Atlético Paranaense in Brasilien Bearbeiten

Ab Februar 2006 trainierte er kurzzeitig den brasilianischen Erstligaverein Atlético Paranaense in Curitiba und verkündete nach nur etwas mehr als einem Monat aus familiären Gründen während eines Heimaturlaubs in Europa seinen Rücktritt. Kurz zuvor hatte Matthäus aufgrund einer Schiedsrichterbeleidigung eine 30-tägige Sperre hinnehmen müssen.

Red Bull Salzburg Bearbeiten

Im Mai 2006 unterschrieb er einen Vertrag beim FC Red Bull Salzburg und war als Co-Trainer an der Seite von Giovanni Trapattoni tätig, bis der Vorstand die Zusammenarbeit am 12. Juni 2007 wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ beendete.

Maccabi Netanya in Israel Bearbeiten

Mitte April 2008 unterschrieb Matthäus einen Zweijahres-Vertrag beim israelischen Erstligisten Maccabi Netanya. Er trat seine neue Trainerstelle im Juli 2008 an. Ende April 2009 gab Maccabi Netanya bekannt, dass der bis 2010 datierte Vertrag mit Lothar Matthäus zum Saisonende aufgelöst werde. Grund hierfür war nach offiziellen Angaben die wirtschaftliche Situation des Vereins.

Im Juni 2009 wurde Matthäus vom ungarischen Verein FC Fehérvár umworben, der ihm einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein drittes Jahr anbot,[2] im Oktober 2009 vom argentinischen Club Racing Club Avellaneda.[3] Matthäus konnte sich aber mit keinem der Vereine auf einen Vertrag einigen.

Lothar Matthäus in frendly mach Bulgaria-Serbia

Lothar Matthäus während des Spiels Bulgarien-Serbien am 17. November 2010

Nach dem frühen Scheitern der kamerunischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 war Matthäus als Nachfolger für den zurückgetretenen Nationaltrainer Paul Le Guen in der engeren Auswahl. Der Verband sah aber von einer Verpflichtung ab.[4]

Nationaltrainer von Bulgarien Bearbeiten

Im September 2010 übernahm Matthäus die Bulgarische Fußballnationalmannschaft.[5] Matthäus erhielt einen Einjahresvertrag mit einer Option für zwei weitere Jahre. Matthäus betreute Bulgarien erstmals beim EM-Qualifikationsspiel am 8. Oktober gegen Wales,[6] welches Bulgarien 1:0 gewann.[7]

Arbeit als Kolumnist und TV-Experte Bearbeiten

Neben und zwischen seinen Trainer-Engagements arbeitete Matthäus als regelmäßiger Kolumnist für Sport Bild (2001–2009) und war immer wieder auch als TV-Experte tätig (für den Bezahlsender Premiere vor allem bei den WMs 2002 und 2006, für das ZDF bei der EM 2004, für Eurosport bei der EM 2008 und für den arabischen TV-Sender Al Jazeera bei der WM 2010).

Privates Bearbeiten

Der gelernte Raumausstatter hat drei Kinder; zwei Töchter aus der Ehe mit seiner ersten Ehefrau Sylvia (1981–1992) und einen Sohn aus der zweiten Ehe mit Lolita Morena (1994–1999). Ab November 2003 war Loddar, wie Matthäus in den Boulevardmedien häufig genannt wird, in dritter Ehe mit der Serbin Marijana Kostić verheiratet. Ende November 2007 wurde die Trennung bekannt gegeben. Kurz darauf machte er seine Beziehung mit der 26 Jahre jüngeren gebürtigen Ukrainerin Liliana (Kristina Liliana Tchoudinova) öffentlich. Am 1. Januar 2009 ging er mit ihr in Las Vegas seine vierte Ehe ein[8], die am 2. Februar 2011 geschieden wurde.[9]

Erfolge Bearbeiten

Vereinsmannschaften Bearbeiten

Nationale Meisterschaften Bearbeiten

Nationale Pokalwettbewerbe Bearbeiten

jeweils mit dem FC Bayern München

Europäische Pokalwettbewerbe Bearbeiten

Die Champions League ist, neben dem Europapokal der Pokalsieger, der einzige wichtige Pokal, den Matthäus in seiner Karriere nicht gewann.

Nationalmannschaft Bearbeiten

Auszeichnungen Bearbeiten

Rekorde Bearbeiten

  • Seit dem 17. November 1993 ist er Rekordnationalspieler des DFB, an diesem Tag übertraf er mit seinem 104. Länderspiel (Deutschland – Brasilien 2:1) die von Franz Beckenbauer am 23. Februar 1977 vorgelegte Marke. Am 23. Februar 2000 überbot er mit seinem 144. Spiel den europäischen Rekord von Thomas Ravelli und war bis zum 22. August 2007 mit 150 Spielen auch europäischer Rekordnationalspieler. Er wurde von Martin Reim (Estland) abgelöst.
  • Matthäus nahm an fünf Weltmeisterschaften teil und hält mit der Teilnahme an 25 WM-Spielen den Rekord der meisten WM-Einsätze.
  • Er ist der bisher älteste Spieler, der in der deutschen Nationalmannschaft gespielt hat. Bei seinem letzten Länderspiel war Matthäus 39 Jahre alt. Mit 38 Jahren und 128 Tagen ist er zudem der älteste Torschütze der Nationalmannschaft. Sein letztes Tor erzielte er am 28. Juli 1999 beim Confed-Cup in Mexiko gegen Neuseeland zum 2:0-Endstand.

Elfmeter Bearbeiten

  • Bis zum 18. Juni 2005 war Matthäus mit 8 Elfmetertoren bester Strafstoßschütze der Nationalmannschaft, er wurde am 25. Juni 2005 von Michael Ballack übertroffen.
  • Matthäus hatte bereits vor dem Finale zwischen Bayern München und Mönchengladbach im DFB-Pokal 1984 seinen Wechsel von Mönchengladbach zu den Bayern bekannt gegeben. Pikanterweise fand das Finale zwischen seinem alten und seinem neuen Verein statt. Im entscheidenden Elfmeterschießen schoss Matthäus seinen Elfmeter für Mönchengladbach über das Tor, und die Bayern gewannen den Pokal.
  • Im Finale des DFB-Pokal 1999 gegen Werder Bremen trat Matthäus im Elfmeterschießen zunächst nicht an. Erst als es nach den ersten fünf Schützen noch Unentschieden stand, erklärte er sich bereit, als sechster Schütze einen Elfmeter zu übernehmen. Der Torwart von Bremen, Frank Rost, hielt den Elfmeter, und Bremen wurde Pokalsieger. Lothar Matthäus ist damit der bisher einzige Spieler, der zweimal im Elfmeterschießen eines DFB-Pokal-Endspiels verschoss.
  • Im WM-Finale 1990 gegen Argentinien brach Matthäus die Sohle seines Schuhs auseinander. In der Pause musste er daher ein komplett neues, nicht eingelaufenes Paar Schuhe anziehen. Als es in der 85. Minute beim Stand von 0:0 einen Elfmeter für Deutschland gab, war eigentlich Matthäus als Schütze vorgesehen (er hatte zuvor bereits im Viertel- und im Halbfinale je einen Elfmeter verwandelt). Jedoch fühlte er sich nach eigenen Angaben aufgrund des Schuhwechsels unsicher und überließ Andreas Brehme den Ball, der ihn dann sicher verwandelte und Deutschland den Weltmeistertitel einbrachte.[11]

Siehe auch Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Statistik zum Spiel Deutschland- Niederlande, Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 5. April 2010
  2. Matthäus sagt Fehervar ab, kicker.de, abgerufen am 28. Juni 2009
  3. Matthäus erteilt Absagekicker.de, abgerufen am 28. Oktober 2009
  4. Eigentlich bin ich ganz einfach gestrickt, welt.de abgerufen am 2. August 2010
  5. http://topsport.ibox.bg/news/id_854076175
  6. Matthäus neuer Trainer von Bulgarien - Meldung auf news.de
  7. Meldung auf kicker.de
  8. Matthäus heiratet zum vierten Mal Bericht im 20 Minuten
  9. Scheidung: Lothar und Liliana trennen sich vor Gericht, Hamburger Abendblatt, 2. Februar 2011
  10. Torschütze des Monats
  11. Interview Lothar Matthäus. In: FIFA.com. Abgerufen am 17. Juli 2009.

Weblinks Bearbeiten

Vorgänger Amt Nachfolger

Ruud Gullit
Weltfußballer des Jahres
1990, 1991

Marco van Basten

Marco van Basten
Europas Fußballer des Jahres
1990

Jean-Pierre Papin

Thomas Häßler
Oliver Bierhoff
Fußballer des Jahres (Deutschland)
1990
1999

Stefan Kuntz
Oliver Kahn
Fairytale kdmconfig Profil: Matthäus, Lothar
Namen Matthäus, Lothar Herbert (vollständiger Name)
Beruf deutscher Fußballspieler und -trainer
Persönliche Daten
Geburtsdatum 21. März 1961
Geburtsort Erlangen


ar:لوثار ماثيوس az:Lotar Matteus be:Лотар Херберт Матэус bg:Лотар Матеус bn:লোথার মাথেউস bs:Lothar Matthäus ca:Lothar Herbert Matthäus cs:Lothar Matthäus da:Lothar Matthäus en:Lothar Matthäus es:Lothar Matthäus eu:Lothar Matthäus fa:لوتار ماتئوس fi:Lothar Matthäus fr:Lothar Matthäus gl:Lothar Matthäus he:לותר מתאוס hr:Lothar Matthäus hu:Lothar Matthäus id:Lothar Matthäus it:Lothar Matthäus ja:ローター・マテウス ka:ლოთარ მათეუსი ko:로타어 마테우스 la:Lotharius Matthäus lv:Lotārs Mateuss mr:लोथार माथेउस nl:Lothar Matthäus nn:Lothar Matthäus no:Lothar Matthäus pl:Lothar Matthäus pt:Lothar Matthäus ro:Lothar Matthäus ru:Маттеус, Лотар sh:Lothar Matthäus simple:Lothar Matthäus sk:Lothar Matthäus sr:Лотар Матеус sv:Lothar Matthäus tr:Lothar Matthäus vi:Lothar Matthäus zh:洛塔尔·马特乌斯

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