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Der Kreis der Düsseldorfer Muslime (KDDM) ist eine Arbeitsgemeinschaft auf Vorstandsebene für islamische Institutionen und Moscheen aus Düsseldorf. Mittlerweile gehören dem KDDM 26.Vereinigungen an und er repräsentiert derzeit rund die Hälfte der ca. 40.000 Düsseldorfer Muslime. Er konstituierte sich im April des Jahres 2012. Da der KDDM auf ausdrücklichen Wunsch seiner Mitglieder kein Verein ist, fußt er auch nicht auf einer Vereinssatzung. Seine Zielsetzungen und Statuten finden sich vielmehr in den Regularien. Am 18. April 2012 wurden durch anfänglich 20 Vereine die Regularien verabschiedet und der Vorstand gewählt.

Zielsetzung Bearbeiten

Kulturelle und wirtschaftliche Positionierung bzw. Stabilisierung der Muslime und muslimischen Vereine in Düsseldorf – wobei die Idee einer Etablierung einer lokalen Institution als Beziehungsgeflecht für den Austausch von Ideen, Ansprechpartner von Parteien, Stadtverwaltung, lokalen öffentlichen sowie privaten Institutionen, Wirtschaft, politischen und kulturellen Einrichtungen Priorität hat. Durch die Etablierung einer lokalen Einrichtung soll ein Sprachrohr für Muslime und muslimischen Vereine gegründet werden, das sich explizit mit lokalen Angelegenheiten, aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Schule, kulturellen Veranstaltungen und anderen Sachverhalten sowie der Integration auseinandersetzt und Stellung bezieht. Der KDDM erklärt mit Nachdruck seine Verbundenheit zur Geltung des Grundgesetzes und der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Zu den Zielen gehört auch die Durchführung von Aktionen und Initiativen gegen Gewalt, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz sowie Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und für Zivilcourage – gemeinsam mit gleichen oder ähnlichen Bestrebungen entsprechender Vereine oder Gruppierungen. Der KDDM arbeitet ausschließlich auf lokaler Ebene in Düsseldorf. Mit dem KDDM beabsichtigen Düsseldorfer Muslime und muslimische Vereinigungen ihren Beitrag zum kulturellen Austausch und dem Dialog sämtlicher Bevölkerungsschichten auf lokaler Ebene zu leisten.

VorstandBearbeiten

Der amtierende Vorstand setzt sich derzeit wie folgt zusammen:

Presseerklärungen Bearbeiten

Der KDDM ist nicht berechtigt verbindlich Rechtsgeschäfte für seine Mitglieder abzuschließen oder ohne deren Zustimmung Pressemitteilungen in deren Namen bzw. unter der Vorspiegelung der Tatsache, dass die Mitglieder ausdrücklich einer Pressemitteilung zugestimmt haben, zu veröffentlichen.

Mitgliedschaft Bearbeiten

Mitglied kann jede juristische und natürliche muslimische Person - aus den Mitgliedervereinen -, und wer kritisch denkt und handelt, und den Angelegenheiten Düsseldorfer Muslime mit entsprechender konstruktiver Kritik und Zivilcourage begegnet, die Zielsetzungen akzeptiert und den der Vorstand zum Eintritt in den Zirkel eingeladen hat, werden. Die Mitgliedschaft im KDDM wird bei Vereinen durch den Vereinsvorstand erklärt.

Mitglieder Bearbeiten

Dienste und Aktivitäten: Bearbeiten

Der KDDM ist Mieter eines muslimischen Gebetsraumes im Sicherheitsbereich des Düsseldorfer Flughafens im Terminal C. Dies ist in dieser Form in Deutschland einmalig. Mit anderen Religionsgemeinschaften und lokalen Institutionen kooperiert der KDDM auf jeglichen Ebenen. Mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf z.B. sowie der Stadt Düsseldorf plant der KDDM unter Einbeziehung der Jugendberufshilfe ein Förderprogramm für Jugendliche, um Radikalisierungen von Jugendlichen durch Integration in den Arbeitsmarkt zu verhindern. Dieses anvisierte Projekt gilt als Leuchtturm- und Modelprojekt für ganz Deutschland. Der KDDM unterstützt auch lokale Einrichtungen bei der Versorgung von Flüchtlingen. Mit der Stadt Düsseldorf zusammen beabsichtigt der KDDM – basierend auf dem neuen Bestattungsgesetz NRW 2014 – den ersten von muslimischen Einrichtungen betriebenen Friedhof für Muslime zu errichten.. Die Stadt Düsseldorf flankiert den KDDM bei diesem Vorhaben, auch dieses Vorhaben ist als Leuchtturmprojekt für ganz Deutschland vorgesehen. Seit fast zwei Jahren stellt der KDDM ehrenamtlich der JVA Düsseldorf / Ratingen einen Imam für die Häftlings-Seelsorge und das regelmäßige Abhalten des Freitagsgebetes zur Verfügung. Ferner organisiert der KDDM für muslimische Jugendliche ein lokales Fußballturnier, den KDDM-Cup. Unterstützung des KDDM-Cup erfolgte z.B. durch den Nationalspieler Mesut Özil – spendete ein signiertes Trikot –, Turkish Airlines und Islamic Relief. Langfristig plant der KDDM auch im Wohlfahrtsbereich aktiv zu werden. Mit seinen Aktivitäten hat der KDDM Entscheidungen und Zielsetzungen der Deutschen Islamkonferenz bereits vorab antizipiert, vorweggenommen und teilweise sogar schon in der Praxis umgesetzt.

CDU Beitritt des KDDM Vorstandsvorsitzenden: Bearbeiten

Der Beitritt des KDDM Vorstandsvorsitzenden in die Düsseldorfer CDU löste eine Kontroverse innerhalb der CDU aus, die auch von den überregionalen Medien aufgegriffen wurde. Vor der Aufnahme in die CDU wurde Dr. Dalınç Dereköy von dem Kreisvorstand CDU Düsseldorf zu einem Klärungsgespräch, bei dem auch Thomas Jarzombek MdB, Peter Preuß MdL NRW, Sylvia Pantel MdB anwesend waren, eingeladen. Dabei wurde u.a. über die angebliche Weigerung des KDDM an dem Extremismus Präventionsprogramm „Wegweiser“ zu partizipieren, die Mitgliedschaft des Düsseldorfer IGMG Vereins im KDDM und andere Extremismus Vorwürfe gesprochen. Nachdem die Vorwürfe entkräftet wurden – u.a. anderem durch ein Referenzschreiben des Kultusministers von Hessen Herrn Prof. Alexander Lorz sowie durch eine Stellungnahme des Innenministeriums NRW gegenüber den Medien bzgl. des KDDM – und Herr Dereköy in die CDU aufgenommen wurde, folgte ein medialer Schlagabtausch zwischen CDU NRW internen Fraktionen über den Umgang mit muslimischen CDU Partei-Mitgliedern und Beitrittskandidaten. Das langjährige CDU Mitglied Bülent Arslan implizierte, dass Sylvia Pantel MdB nicht die nötigen Kapazitäten besäße in diesen Angelegenheiten sachgerecht urteilen zu können. Die Medien unterstellten in diesem Kontext Sylvia Pantel MdB, dass sie undifferenziert vor „Muslimen in der CDU“ warne.Auch das Vorstandsmitglied des Wegweiser e.V. Herr Dirk Sauerborn äußerte in einem Interview, dass eine gute Zusammenarbeit zwischen KDDM und Wegweiser existiert und einige Mitglieder des KDDM auch dem Wegweiser e.V. beigetreten sind.

Dügida und Verwaltungsgericht Düsseldorf Kontroverse: Bearbeiten

Nachdem die rechtsextremen Dügida Organisatoren angekündigt hatten Montags bei ihren Protestmärschen in Düsseldorf vor eine Mitgliedsmoschee des KDDM vorbeizumarschieren und dies tatsächlich zweimal erfolgte und das Abend und Nachtgebet in der Moschee erheblich gestört wurde, setzte sich der KDDM zusammen mit anderen zivilen Organisatoren mit Erfolg dafür ein, dass diese Route durch Auflagen der Polizei unterbunden wurde. Mit Unverständnis wurden die ursprünglichen Entscheidungen des Verwaltungsgericht Düsseldorf zur Kenntnis genommen, dass die Dügida Veranstaltung an der Moschee vorbeiziehen durfte. Auch der Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Rheinland, Herr Wilfried Johnen, konnte dies mit Blick auf die historische Bedeutung der Straße auf dem sich die Moschee befindet, nicht nachvollziehen und kritisierte das muslimische Gläubige nur mit Polizeischutz in die Moschee gelangen konnten, während draußen Rechtsradikale demonstrierten. Er wies in einem Interview daraufhin, dass in der Reichspogromnacht 1938 auf dieser Straße Jüdische Mitbürger aus Düsseldorf durch Rechtsradikale ermordet, misshandelt und verschleppt wurden. Eine Mahnwache des KDDM für die Jüdischen Opfer der Reichspogromnacht musste aufgrund der Entscheidungen des Verwaltungsgericht Düsseldorf abgesagt werden. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wurde in diesem Zusammenhang auch medial sehr stark kritisiert und es wurde den Richtern sogar unterstellt gewisse Sympathien für die Dügida Veranstaltung zu hegen. Jedenfalls löste dies eine Kontroverse über die Reichweite und den Schutzbereich des grundgesetzlich verankerten Versammlungsrechtes aus, welche voraussichtlich durch das Bundesverfassungsgericht zu klären ist. Als Unterstützung spielte der renommierte Cellist Thomas Beckmann während einer Dügida Veranstaltung vor der Moschee und bekundete damit zusammen mit sehr vielen ebenfalls prominenten Persönlichkeiten – Michael Szentei-Heise, jüdische Gemeinde, Dalinc Dereköy, Vorsitzender des Kreises der Düsseldorfer Muslime, Henrike Tetz, Superintendentin der evangelischen Kirche, Michael Hänsch, Katholische Kirche in Düsseldorf, Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD), Sigrid Wolf, DGB Vorsitzende Düsseldorf, Mona Neubaur, Landesvorsitzende der Grünen, Özlem Alev Demirel, Landessprecherin die Linke, Torsten Nagel und Oliver Ongaro vom Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ – seine Solidarität mit der betroffenen Moscheegemeinde.

Weblinks Bearbeiten


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