FANDOM


Gerhard Kegel (* 16. November 1907 in Preußisch-Herby (Oberschlesien); † 16. November 1989) war ein deutscher Diplomat.

Leben Bearbeiten

Nach Oberschule und Abitur absolvierte Kegel eine Lehre als Bankkaufmann, von 1928 bis 1931 studierte er Rechtswissenschaften in Breslau. Von 1931 bis 1932 war Kegel als Gerichtsreferendar tätig und absolvierte parallel dazu eine journalistische Ausbildung bei den Neuesten Nachrichten, für die er von 1932 bis 1935 als Auslandskorrespondent arbeitete. Etwa in diesem Zeitraum bekam er Kontakt mit Rudolf Herrnstadt und wurde Mitglied der KPD. Kegel trat 1934 in die NSDAP ein. Von 1935 bis 1939 war Kegel Hilfswissenschaftler der handelspolitischen Abteilung der deutschen Botschaft in Warschau und von 1939 bis 1941 stellvertretender Leiter der handelspolitischen Abteilung der deutschen Botschaft in Moskau. Von 1941 bis 1943 arbeitete er im Außenministerium, wo er mit Ilse Stöbe und Rudolf von Scheliha in Verbindung stand. 1941 wurde er durch Adolf Hitler zum Legationssekretär im Auswärtigen Amt befördert. Laut Simon Wiesenthal, dem Leiter des Jüdischen Dokumentationszentrums in Wien, hat Kegel für die Gestapo gearbeitet. [1] 1943 wurde er als Unteroffizier und Dolmetscher zur Wehrmacht eingezogen. 1945 desertierte er zur Roten Armee.

1945 bis 1949 war Kegel stellvertretender Chefredakteur der Berliner Zeitung und Leiter des Berliner Verlags. 1946 erfolgte die Vereinigung von KPD und SPD, wodurch er Mitglied der SED wurde. Von 1949 bis 1950 hatte er die Funktion des Amtsleiters des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten der DDR. 1950 bis 1951 war er Chefredakteur der Tageszeitung Neues Deutschland, von 1951 bis 1954 Direktor des Verlags „Die Wirtschaft“ und Chefredakteur der gleichnamigen Zeitschrift. Von 1955 bis 1972 war Kegel als leitender Mitarbeiter im ZK der SED für den Bereich Außenpolitik zuständig und außenpolitischer Berater von Walter Ulbricht. 1959 nahm er als Gesandter an der Genfer Außenministerkonferenz der Großmächte teil. 1967 bis 1971 war er Kandidat des ZK der SED, 1973 bis 1976 Botschafter und Leiter der Ständigen Vertretung der DDR bei der UNO in Genf.

Seine Urne wurde in der Grabanlage Pergolenweg der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde beigesetzt.

Schriften Bearbeiten

  • Notizen von einer großen Reise. Berlin, 1964
  • Ein Vierteljahrhundert danach. Berlin, 1970
  • In den Stürmen unseres Jahrhunderts. Berlin, 1984

LiteraturBearbeiten

  • Irina Liebmann: Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt. Berlin Verlag, Berlin 2008. ISBN 3-8270-0589-2
  • Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand. Ergebnisse Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3925622160
  • DDR : wer war wer. 2. Aufl., Berlin. 1992, S. 223
  • Olaf Kappelt: Braunbuch der Nazis in der DDR, Berlin 1981, ISBN 3-923137-00-1

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Olaf Kappelt: Braunbuch DDR. Nazis in der DDR. Reichmann Verlag, Berlin (West) 1981. ISBN 3-923137-00-1

Weblinks Bearbeiten

Fairytale kdmconfig Profil: Kegel, Gerhard
Beruf deutscher Diplomat
Persönliche Daten
Geburtsdatum 16. November 1907
Geburtsort Preußisch-Herby
Sterbedatum 16. November 1989

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki