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Fußball-Bundesliga (Frauen)
Frauen bundesligaVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Logoformat
Verband Deutscher Fußball-Bund
Erstaustragung 7. September 1990
Hierarchie 1. Liga
Mannschaften 12
Meister 1. FFC Turbine Potsdam
Rekordmeister 1. FFC Frankfurt (7)
Website dfb.deVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Qualifikation zu UEFA Women’s Champions League
2. Bundesliga (II)
Datei:Frauenbundesliga.svg

Die deutsche Fußball-Bundesliga der Frauen ist die höchste Spielklasse im deutschen Frauenfußball. Die Bundesliga wurde nach dem Vorbild der Fußball-Bundesliga der Herren 1989 durch den DFB eingeführt und nahm 1990 den Spielbetrieb auf.

In der Bundesliga wird im Ligasystem, bei dem jeder Verein in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, der Deutsche Meister ausgespielt, der Deutschland in der UEFA Women’s Champions League vertritt. Die letzten zwei Mannschaften steigen in die 2. Bundesliga ab, die seit 2004 die zweithöchste Spielklasse unterhalb der Bundesliga bildet. Amtierender Deutscher Meister ist der 1. FFC Turbine Potsdam.

Modus und Ausrichtung Bearbeiten

Austragungsmodus Bearbeiten

Während eines Meisterschaftsjahres, das sich in eine Hin- und Rückrunde unterteilt, treffen alle zwölf Vereine der Fußball-Bundesliga anhand eines vor der Saison festgelegten Spielplans zweimal aufeinander, je einmal im eigenen Stadion und einmal im Stadion des Gegners. Eine Bundesligaspielzeit mit ihren 22 Spieltagen erstreckt sich in der Regel von August oder September bis Mai oder Juni. In Jahren, in denen eine Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele stattfinden, kann es vorkommen, dass die Liga über einen Monat lang ruht, da die Weltmeisterschaften nicht immer während der Sommerpause stattfinden. Die WM 2007 wurde z. B. im September 2007 ausgetragen. Europameisterschaften hingegen finden grundsätzlich in der Sommerpause statt. Zwischen Ende Dezember und Ende Februar wird eine Winterpause eingelegt, in der unter anderem der DFB-Hallenpokal ausgespielt wird. Die einzelnen Spieltage werden sonntags um 11 bzw. 14 Uhr angepfiffen.[1] Englische Wochen kommen sehr selten vor, da Nachholspiele nach Möglichkeit am Wochenende ausgetragen werden sollen.[2]

Der Spielplan wird mit Hilfe einer jede Saison wechselnden Schlüsselzahl festgelegt, die bestimmt, in welcher Systematik bzw. Reihenfolge die Vereine innerhalb einer Saison gegeneinander antreten. Die Schlüsselzahl und damit der Spielplan wird unter Zuhilfenahme eines Computerprogramms unter Berücksichtigung relevanter Parameter wie anderer Großereignisse vorgeschlagen. Die Terminfestsetzung der Spiele richtet sich nach dem Rahmenterminkalender der FIFA und UEFA.

Die Mannschaft, die nach dieser doppelten Punktrunde den ersten Platz belegt, ist Deutscher Meister und nimmt für Deutschland an der UEFA Women’s Champions League teil. Sollte der Meister in der gleichen Saison die UEFA Women’s Champions League gewinnen, nimmt auch der Vizemeister am Europapokal teil. Sollte der Vizemeister verzichten, rückt keine andere Mannschaft nach.[3] Die zwei letztplatzierten Mannschaften müssen in die 2. Bundesliga absteigen, deren zwei Gruppensieger im Gegenzug direkt in die Bundesliga aufsteigen. Bei der Ermittlung der Platzierungen sind zunächst die von einem Verein erzielten Punkte relevant. Hierbei werden für einen Sieg drei Punkte, für ein Unentschieden ein Punkt und für eine Niederlage null Punkte vergeben. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die bessere Tordifferenz über die Reihenfolge der Platzierung, bei gleicher Differenz danach die Anzahl der erzielten Tore. Sollte dieser Vergleich immer noch keine Entscheidung bringen, werden die folgenden Kriterien zu Rate gezogen: das Gesamtergebnis aus den Partien gegeneinander, die Anzahl der in diesen Partien erzielten Tore gegeneinander, die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich. Danach entscheiden die erzielten Auswärtstore in allen Spielen. Bringen diese Vergleiche nichts ein, wird auf neutralem Platz ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Dies war bisher in der Bundesliga jedoch noch nie der Fall.

Modusänderungen Bearbeiten

Der Modus der Bundesliga wurde seit der Erstaustragung nur einmal verändert. Zwischen 1990 und 1997 bestand die Bundesliga aus zwei Gruppen (Nord und Süd) mit jeweils zehn Mannschaften. In der Saison 1991/92 umfassten beide Gruppen je elf Mannschaften, da zwei Vereine aus der ehemaligen DDR aufgenommen wurden. Nach Hin- und Rückspielen qualifizierten sich die zwei erstplatzierten Mannschaften beider Gruppen für das Halbfinale. Das Halbfinale wurde in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Wie im Europapokal zählte bei Punkt- und Torgleichheit die höhere Anzahl der Auswärtstore. Das Finale wurde in einem Spiel im Stadion eines der beiden Finalisten ausgetragen. Seit 1997 wird die Liga eingleisig geführt. Die Drei-Punkte-Regel gilt seit der Saison 1995/96. Davor wurden für jedes Spiel Plus- und Minuspunkte vergeben − Sieg: 2:0 Punkte, Unentschieden: 1:1 Punkte, Niederlage: 0:2 Punkte. Seit 1993 gilt auch bei den Frauen die Spielzeit von zweimal 45 Minuten. Zuvor dauerte ein Frauenfußballspiel nur zweimal 40 Minuten.

Ausrichter Bearbeiten

Ausgerichtet wird die Bundesliga durch den DFB, der sich um die Durchführung, die Lizenzierung und um das Schiedsrichterwesen kümmert. Zur Teilnahme an der Bundesliga benötigt jeder Verein eine vom DFB vergebene Lizenz. Die Lizenz wird aufgrund sportlicher, rechtlicher, personell-administrativer, infrastruktureller und sicherheitstechnischer, medientechnischer sowie finanzieller Kriterien vergeben. Hierbei stehen die genannten Voraussetzungen gleichgewichtig nebeneinander, jedoch entscheidet sich die Vergabe einer Lizenz regelmäßig an den finanziellen Kriterien, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine sicherstellen sollen.

Das Lizenzierungsverfahren ist nicht so umfangreich und aufwändig wie bei der Männer-Bundesliga, da sich die Etats der Bundesligisten im sechsstelligen Bereich befinden. Aufgrund des besonderen Augenmerks auf der Prüfung der Liquidität, also der Betrachtung, ob die Klubs in der Lage sind, den Spielbetrieb für die kommende Saison aufrechtzuerhalten, ist es seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1990 noch nie dazu gekommen, dass ein Verein während der laufenden Spielzeit Insolvenz anmelden oder seine Mannschaft aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurückziehen musste. Erhält ein Verein keine Bundesligalizenz, so gilt er vorbehaltlich der dort gültigen Zulassungsvoraussetzungen als Absteiger in die Regionalliga seines Regionalverbandes und rückt somit an den Schluss der Tabelle der 2. Bundesliga der vorangegangenen Spielzeit. Die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Mannschaften verringert sich entsprechend. Den Sportfreunden Siegen wurde in der Spielzeit 2002/03 die Lizenz für die Folgesaison aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen wurde bisher noch kein Verein mit Punktabzügen und/oder Geldstrafen belegt.

Der DFB ist auch für die Ansetzung der Schiedsrichter zuständig. Seit 1993 werden alle Spiele von Schiedsrichterinnen geleitet. Die entstehenden Kosten werden halbjährlich zu gleichen Teilen auf die Vereine umgelegt.[4]

Geschichte Bearbeiten

Saison Bundesliga-Meister[5]
1990/91 TSV Siegen
1991/92 TSV Siegen
1992/93 TuS Niederkirchen
1993/94 TSV Siegen
1994/95 FSV Frankfurt
1995/96 TSV Siegen
1996/97 Grün-Weiß Brauweiler
1997/98 FSV Frankfurt
1998/99 1. FFC Frankfurt
1999/00 FCR Duisburg
2000/01 1. FFC Frankfurt
2001/02 1. FFC Frankfurt
2002/03 1. FFC Frankfurt
2003/04 1. FFC Turbine Potsdam
2004/05 1. FFC Frankfurt
2005/06 1. FFC Turbine Potsdam
2006/07 1. FFC Frankfurt
2007/08 1. FFC Frankfurt
2008/09 1. FFC Turbine Potsdam
2009/10 1. FFC Turbine Potsdam

Vorgeschichte Bearbeiten

Bereits seit Mitte der 1980er Jahre wurde über die Einführung einer überregionalen Spielklasse diskutiert. Grund hierfür war vor allem, dass es in den bundesweit verstreuten höchsten Spielklassen zu große Leistungsunterschiede zwischen einigen Spitzenmannschaften und dem Rest der Liga gab. Im West- und Norddeutschland wurden 1985 bzw. 1986 verbandsübergreifende Ligen gegründet. In den anderen Regionalverbänden existierten dagegen nur Ligen auf Verbandsebene. Durch eine bundesweite Spielklasse mit gleichmäßig starker Besetzung sollte das Leistungsniveau erhöht werden. Auf dem DFB-Bundestag 1986 in Bremen stimmten die Delegierten fast einstimmig für die Vorbereitung einer solchen Liga. Eingeführt wurde die Bundesliga jedoch nicht. Erst nachdem die Frauennationalmannschaft die Europameisterschaft 1989 im eigenen Land gewonnen hatte, wurde auf dem DFB-Bundestag 1989 in Trier die Einführung einer zweigleisigen Bundesliga zur Saison 1990/91 beschlossen.

Die neugeschaffene Bundesliga sollte eine Nord- und eine Südstaffel umfassen, in der jeweils zehn Vereine gegeneinander antreten sollten. Bereits in der ersten Bewerbungsrunde meldeten sich 35 Vereine für die geplante Bundesliga. Für die Vergabe der 20 vorgesehenen Plätze sollte zunächst – ähnlich wie bei der Einführung der Bundesliga der Männer – ein Punkteschlüssel ausgearbeitet werden, in dem die Erfolge der letzten Jahre als wichtigstem Faktor berücksichtigt werden.[6] Schließlich wurde für die Qualifikation festgelegt, dass die jeweils beste Mannschaft jedes der damals 16 DFB-Mitgliedsverbände nach Abschluss der Saison 1989/90 automatisch dabei ist; um die restlichen vier Plätze sollten die zweitbesten Teams der einzelnen Verbände spielen.[7]

Die 20 Gründungsmitglieder der Bundesliga waren schließlich:

1990–1997: Die zweigleisige Liga Bearbeiten

Die Nordgruppe wurde anfangs vom Serienmeister TSV Siegen dominiert, der sich die ersten vier Staffelsiege holte und darüber hinaus drei Meistertitel errang. Der 1. FC Neukölln aus Berlin verlor in der Premierensaison alle 18 Meisterschaftsspiele. In der Südstaffel waren der FSV Frankfurt und der TuS Niederkirchen die tonangebenden Vereine. Niederkirchen fiel zurück, als Torjägerin Heidi Mohr 1994 zum TuS Ahrbach wechselte. Im Zuge der Wiedervereinigung wurden 1991 der USV Jena und der FC Wismut Aue aus den neuen Bundesländern aufgenommen. Die Bundesliga wurde für eine Saison auf zwei Gruppen zu je elf Mannschaften aufgestockt. Jena stieg postwendend ab, während Aue aus finanziellen Gründen die Mannschaft zurückzog.

In den ersten Jahren der Bundesliga wurden die einstigen Pioniere des Frauenfußballs durch aufstrebende Newcomer abgelöst. 1994 stiegen der Meister von 1985, der KBC Duisburg und Rekordmeister SSG Bergisch Gladbach zusammen aus der Bundesliga ab, während sich Vereine wie der FC Rumeln-Kaldenhausen und Grün-Weiß Brauweiler in der Spitzengruppe etablieren konnten. In der Südgruppe spielte sich der FSV Frankfurt nach oben. 1995 gewannen die Bornheimerinnen bis auf das Halbfinal-Hinspiel gegen Rumeln-Kaldenhausen alle Spiele.

Seit 1997: Leistungskonzentration und Dominanz des 1. FFC Frankfurt Bearbeiten

Zur Saison 1997/1998 wurde die Bundesliga auf eine Gruppe mit zwölf Mannschaften verkleinert, da die Leistungsunterschiede immer noch zu groß waren. Automatisch qualifiziert waren die ersten vier Mannschaften beider Gruppen. Die Mannschaften auf den Plätzen fünf bis acht bildeten zusammen mit acht Mannschaften der jeweiligen zweiten Ligen vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. Die vier Gruppensieger qualifizierten sich ebenfalls für die eingleisige Bundesliga. Fortuna Sachsenroß Hannover hatte sich zwar sportlich qualifiziert, zog jedoch aus finanziellen Gründen zurück. Dafür rückte der Hamburger SV nach.

Die erste Meisterschaft der eingleisigen Bundesliga sicherte sich der FSV Frankfurt. Damit begann der Niedergang des Vereins. Erst fiel man ins Mittelfeld zurück, dann verließ im Sommer 2005 die komplette Mannschaft den Verein. In der folgenden Saison hagelte es bis auf ein Unentschieden teilweise deftige Niederlagen. Nach Ablauf der Saison 2005/06 löste der Verein die Frauenfußballabteilung auf. Auch der mittlerweile unter dem Namen Sportfreunde Siegen firmierende Ex-Serienmeister fiel zurück und zog sich 2001 schließlich in die Regionalliga West zurück.

Vom Niedergang des FSV Frankfurt profitierte in erster Linie die SG Praunheim (später 1. FFC Frankfurt), die viele Spielerinnen, u. a. Birgit Prinz, vom Lokalrivalen abwerben konnte. Zwischen 1999 und 2008 konnte sich der Verein sieben Meisterschaften sichern. Nach dem Abstieg des FSV Frankfurt ist der 1. FFC Frankfurt der einzige Gründungsverein, der noch nie aus der Bundesliga abgestiegen ist.

Nach der Jahrtausendwende schob sich der 1. FFC Turbine Potsdam langsam aber sicher an die Spitze der Bundesliga und konnte mit den Frankfurterinnen konkurrieren, inzwischen sind mit dem FCR 2001 Duisburg und dem FC Bayern München weitere Mannschaften in die Spitzengruppe vorgestoßen.

Vereine Bearbeiten

siehe Hauptartikel: Vereine der Fußball-Bundesliga (Frauen)
Fußball-Bundesliga 2009/10 (Frauen)

Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1990 spielten insgesamt 44 Vereine in der höchsten deutschen Spielklasse. Als einziger Verein gehörte der 1. FFC Frankfurt (bis 1999: SG Praunheim) der Liga bislang in allen 17 Spielzeiten an. Es folgen der FSV Frankfurt und der FFC Heike Rheine (früher: VfB und FC Eintracht) mit 16, sowie der FFC Brauweiler Pulheim 2000 (früher: SV Grün-Weiß Brauweiler) und der VfL Wolfsburg (früher: VfR Eintracht Wolfsburg und WSV Wolfsburg) mit 15 Spielzeiten.

Die Vereine der Bundesliga kamen bislang sowohl aus Großstädten als auch aus kleineren Städten bzw. Ortschaften. Kleinste Bundesligagemeinde war Ruppach-Goldhausen, Heimat des TuS Ahrbach, mit ca. 1.200 Einwohnern. In den letzten Jahren hat sich auch die Frauen-Bundesliga in die großen Städte verschoben. Aus Berlin, Duisburg, Frankfurt am Main und München gab es jeweils zwei Bundesligamannschaften einer Stadt.

Die geographische Verteilung der Bundesligavereine über das Land ist ungleichmäßig. Während in der Saison 2010/11 insgesamt vier Klubs aus Nordrhein-Westfalen in der Bundesliga vertreten sind, verteilen sich vier Vereine über die südliche Hälfte des Landes, zwei über den Norden und zwei Mannschaften über den Osten.

Vereine der Spielzeit 2010/11:

Mit Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg haben sechs Bundesländer zurzeit keine Fußballmannschaft in der höchsten deutschen Liga. Aus Bremen und Sachsen-Anhalt kam noch nie ein Bundesligist.

Vereinsumbenennungen und -übertritte Bearbeiten

Im Verlaufe der Bundesligageschichte kam es häufiger zu Vereinsumbenennungen und -übertritten. Einige Vereine machten sich selbständig und traten aus ihren Stammvereinen aus. Meistens erhofften sich die Vereine bessere Vermarktungsmöglichkeiten. In Rheine und Wolfsburg wurde jeweils unter drei verschiedenen Namen gespielt. Der DFB hat hierfür die sogenannte „Lizenzübertragung“ eingeführt: Wenn sich die Frauenfußballabteilung eines Vereins geschlossen einem anderen Verein anschließt bzw. einen eigenen Verein gründet, so gehen die Rechte und die sportliche Qualifikation auf den neuen Verein über. Von diesem Recht kann allerdings nur alle fünf Jahre Gebrauch gemacht werden.[8]

Hier eine Übersicht:

  • 1994: VfB Rheine > FC Eintracht Rheine (Fusion)
  • 1996: TSV Siegen > Sportfreunde Siegen (Vereinswechsel)
  • 1997: FC Rumeln-Kaldenhausen > FCR Duisburg 55 (Umbenennung)
  • 1997: VfR 09 Saarbrücken > 1.FC Saarbrücken (Vereinswechsel)
  • 1997: VfR Eintracht Wolfsburg > WSV Wolfsburg-Wendschott (Vereinswechsel)
  • 1998: FC Eintracht Rheine > FFC Heike Rheine (neuer selbständiger Verein)
  • 1999: SG Praunheim > 1. FFC Frankfurt (neuer selbständiger Verein)
  • 2000: Grün-Weiß Brauweiler > FFC Brauweiler Pulheim 2000 (neuer selbständiger Verein)
  • 2001: FCR Duisburg 55 > FCR 2001 Duisburg (neuer selbständiger Verein)
  • 2003: WSV Wolfsburg-Wendschott > VfL Wolfsburg (Vereinswechsel)

Die Bundesliga-Meister Bearbeiten

Meisterschale der Frauen

Die Meisterschale

siehe Hauptartikel: Liste der deutschen Fußballmeister

Der zu Saisonende Erstplatzierte der Bundesliga ist Deutscher Meister. Seit 2009 erhält der Meister eine Meisterschale als Trophäe überreicht. Zuvor gab es einen Pokal. Zudem darf ein Verein ab drei gewonnenen Bundesliga-Meisterschaften einen, ab fünf einen zweiten, sowie ab zehn einen dritten Meisterstern über dem Vereinswappen tragen.

In der Geschichte der Bundesliga errangen insgesamt sieben verschiedene Vereine den Meistertitel. Erfolgreichster Verein ist der 1. FFC Frankfurt mit sieben gewonnenen Bundesliga-Meisterschaften. Die Frankfurterinnen führen auch die Ewige Tabelle der Fußball-Bundesliga an.

Der TSV Siegen holte nicht nur die erste Meisterschaft in der Saison 1990/91, sondern konnte auch als erster Verein seinen Titel verteidigen. Einen „Titel-Hattrick“ erreichte nur der 1. FFC Frankfurt (2001–2003). Die Deutsche Meisterschaft viermal in Folge zu gewinnen, gelang noch keinem Verein.

Seit Gründung der Bundesliga schafften es drei Mannschaften, die Meisterschaft ungeschlagen zu erreichen. Als erste Mannschaft gelang dies dem TSV Siegen 1992. 1995 wiederholte der FSV Frankfurt dieses Kunststück. Lediglich im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Rumeln-Kaldenhausen (heute: FCR 2001 Duisburg) gab es ein 2:2-Unentschieden. Der 1. FFC Frankfurt wurde in den Spielzeiten 2001/02 und 2006/2007 ungeschlagen Meister.

Rang Verein Bundesliga-Meisterschaften[9] Meistersterne
1 1. FFC Frankfurt 7 2
2 TSV Siegen 4 1
3 1. FFC Turbine Potsdam 4 1
4 FSV Frankfurt 2 -
5 Grün-Weiß Brauweiler 1 -
= FCR 2001 Duisburg 1 -
= TuS Niederkirchen 1 -


Stand: 2010

Die Auf- und Absteiger Bearbeiten

Die Zusammensetzung der Fußball-Bundesliga ändert sich jedes Spieljahr durch den Abstieg der letztplatzierten Vereine, die im Gegenzug durch die besten Mannschaften der darunterliegenden Klasse ersetzt werden.

In den ersten sieben Jahren spielte die Liga mit 20 Mannschaften, von denen in jeder Saison vier Teams abstiegen. Eine Ausnahme bildete die Saison 1991/92, in der die Liga mit 22 Mannschaften spielte, die sechs Absteiger ermittelten. In der ersten Saison traf es den SC 07 Bad Neuenahr sowie den TuS Binzen, den 1. FC Neukölln und den SV Wilhelmshaven. Während Bad Neuenahr heute wieder in der Bundesliga spielt, kehrten die drei anderen Vereine nie mehr zurück.

Bester Aufsteiger aller Zeiten war der SV Grün-Weiß Brauweiler (heute: FFC Brauweiler Pulheim). In der Saison 1991/92 zogen die Brauweilerinnen bis ins Finale, wo sie dann aber vom TSV Siegen gestoppt wurden. Dafür mussten in der Saison 2002/03 beide Aufsteiger sofort wieder absteigen.

Insgesamt fünf Vereine sind mit drei Aufstiegen Rekordaufsteiger. Der SC 07 Bad Neuenahr schaffte 1993, 1995 und 1997 den Aufstieg. Dem TSV Crailsheim glückte 1995, 2004 und 2006 der Sprung ins Oberhaus. Dritter im Bunde ist der Hamburger SV (1997, 2001 und 2003). Zuletzt schafften der 1. FC Saarbrücken (2003, 2007 und 2009) und Tennis Borussia Berlin (1991, 2002 und 2009) den dritten Aufstieg. Neben Bad Neuenahr schafften lediglich der Schmalfelder SV und der VfL Wolfsburg zweimal den sofortigen Wiederaufstieg.

Rekordabsteiger sind der SC 07 Bad Neuenahr, der 1. FC Saarbrücken und der Schmalfelder SV. Alle drei Vereine mussten jeweils dreimal den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Während Bad Neuenahr mittlerweile wieder fest in der Bundesliga etabliert ist, ist Schmalfeld bis in die unterste Spielklasse abgestürzt.

Der FF USV Jena ist der Verein mit der längsten Bundesliga-Abstinenz. Den Thüringerinnen gelang erst nach 16 Jahren die Rückkehr in die Bundesliga.

Rekord-Aufsteiger in die Bundesliga
Verein Aufstiege in den Jahren
1 SC 07 Bad Neuenahr 3 1993, 1995, 1997
= Tennis Borussia Berlin 3 1991, 2002, 2009
= TSV Crailsheim 3 1995, 2004, 2006
= Hamburger SV 3 1997, 2001, 2003
= 1. FC Saarbrücken 3 2003, 2007, 2009

Rekord-Absteiger der Bundesliga
Verein Abstiege in den Jahren
1 SC 07 Bad Neuenahr 3 1991, 1994, 1996
= 1. FC Saarbrücken 3 2002, 2004, 2008
= Schmalfelder SV 3 1992, 1995, 1997


Das Umfeld der Bundesliga Bearbeiten

Stadien Bearbeiten

UEFA-Women's Cup Final 2005 at Potsdam 2

Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam

Die Stadien der Frauen-Bundesliga sind weitaus kleiner und weniger komfortabel als die Stadien der Männer-Bundesliga. Nur drei Stadien haben eine Kapazität, die 10.000 Plätze übersteigt. Die derzeit größte Spielstätte ist das Ludwig-Jahn-Stadion in Herford, in dem der HSV Borussia Friedenstal seine Heimspiele austrägt, mit einer Kapazität von 18.400 Plätzen, gefolgt vom Freiburger Möslestadion mit 18.000 Plätzen.

Rang Stadt Name Kapazität
1 Herford Ludwig-Jahn-Stadion 18.400
2 Freiburg im Breisgau Möslestadion 18.000
3 Wolfsburg VfL-Stadion am Elsterweg 17.600
4 Potsdam Karl-Liebknecht-Stadion 9.254
5 Frankfurt am Main Stadion am Brentanobad 5.200
6 Crailsheim Schönebürgstadion 5.000
7 Bad Neuenahr-Ahrweiler Apollinarisstadion 4.500
8 Essen Sportpark Am Hallo 4.000
9 Aschheim Sportpark Aschheim 3.000
10 Duisburg PCC-Stadion 3.000
11 Hamburg Wolfgang-Meyer-Sportanlage 2.400
12 Jena Sportzentrum Oberaue 2.000


Zuschauer Bearbeiten

In den ersten Jahren der Bundesliga lag der Zuschauerschnitt bei etwa 200. Spätestens seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2003 hat sich dieser Schnitt stark erhöht.[10] Vierstellige Zuschauerzahlen kamen nicht nur bei Spitzenspielen vor und einige Vereine konnten ihren Zuschauerschnitt verdoppeln oder verdreifachen. In der Saison 2007/08 wurde mit einem Schnitt von 885 ein neuer Rekord aufgestellt.[11] Die meisten Zuschauer haben die Spitzenmannschaften aus Duisburg, Frankfurt und Potsdam sowie Essen, die regelmäßig vierstellige Zuschauerzahlen verbuchen können. Traditionell wenige Zuschauer haben Bayern München oder der Hamburger SV.

Bisher gab es dreizehn Bundesligaspiele mit mehr als 3.000 Zuschauern:

Heimmannschaft Gastmannschaft Zuschauerzahl Datum Quelle
1. FFC Turbine Potsdam 1. FFC Frankfurt 7.900 15. Juni 2003 [12]
1. FFC Frankfurt 1. FFC Turbine Potsdam 4.800 13. Juni 2004 [13]
1. FFC Frankfurt SG Essen-Schönebeck 4.520 15. Juni 2008 [14]
1. FFC Frankfurt 1. FFC Turbine Potsdam 4.320 25. April 2010 [15]
FC Bayern München 1. FFC Frankfurt 4.256 1. Mai 2007 (in Augsburg) [16]
FCR 2001 Duisburg 1. FFC Frankfurt 4.126 8. Juni 2008 [17]
1. FFC Turbine Potsdam 1. FFC Frankfurt 4.078 7. März 2004 [18]
SG Essen-Schönebeck 1. FFC Frankfurt 3.732 20. März 2005 [19]
FC Bayern München 1. FFC Frankfurt 3.500 1. Mai 2008 (in Bayreuth) [20]
1. FFC Frankfurt FC Bayern München 3.190 15. März 2009 [21]
1. FFC Frankfurt 1. FFC Turbine Potsdam 3.120 12. Mai 2008 [22]
1. FFC Turbine Potsdam FCR 2001 Duisburg 3.090 6. Juni 2004 [23]
SG Essen-Schönebeck 1. FFC Turbine Potsdam 3.042 7. Oktober 2007 [24]

Finanzen Bearbeiten

Die Bundesliga ist trotz der Leistungskonzentration eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Die Spitzenmannschaften dominieren die Liga nach Belieben und fahren häufig hohe Siege ein. Der Grund hierfür liegt im professionellen Management der Spitzenvereine und der daraus resultierenden üppigen Budgets von ca. einer halben Million Euro. Das Gros der Bundesliga muss mit 150.000 bis 250.000 Euro pro Jahr auskommen.

Der 1. FFC Frankfurt ging mit einem Rekordetat in Höhe von 1.000.000 Euro in die Saison 2007/08. Nie zuvor verfügte ein Verein über ein derart üppiges Budget. Lediglich der FC Bayern München macht keine Angaben über den Etat. Die Kosten der Frauenfußballabteilung sind im Etat der männlichen Profis enthalten.

Rang Verein Etat 2007/08[25]
1 1. FFC Frankfurt 1.000.000 EUR
2 1. FFC Turbine Potsdam 500.000 EUR
3 VfL Wolfsburg 400.000 EUR
4 SC 07 Bad Neuenahr 300.000 EUR
= FCR 2001 Duisburg 300.000 EUR
6 Hamburger SV 250.000 EUR
= SG Wattenscheid 09 250.000 EUR
8 SC Freiburg 200.000 EUR
= SG Essen-Schönebeck 200.000 EUR
10 TSV Crailsheim 180.000 EUR
11 1. FC Saarbrücken 150.000 EUR
- Bayern München keine Angaben


Die Bundesliga in den Medien Bearbeiten

Während die Länderspiele der Nationalmannschaft seit einigen Jahren live im Fernsehen übertragen werden, sind TV-Bilder über die Bundesliga selten. Der Hessische Rundfunk und der Rundfunk Berlin-Brandenburg zeigen in ihren regionalen Sportsendungen Ausschnitte aus den Spielen des 1. FFC Frankfurt bzw. des 1.  FFC Turbine Potsdam. Seit der Saison 2006/07 zeigt die ARD in der Sportschau Spielberichte der Spitzenspiele. Jeder Bundesligist erhält pro Saison Fernsehgelder in Höhe von 69.000 Euro.

Das Kicker Sportmagazin würdigt als Fußball-Fachzeitschrift die Frauen-Bundesliga mit einer halben Seite und informiert die Leser mit Ergebnissen, Torschützinnen, der Tabelle und Meldungen. Im Bereich der Printmedien konnte sich das FF-Magazin am Markt etablieren. Das alle zwei Monate erscheinende Magazin portraitiert nationale und internationale Spielerinnen und Vereine und liefert Hintergrundberichte über den nationalen und internationalen Frauenfußball. Im Internet liefert das ehrenamtlich geführte Magazin Fansoccer ausführliche Informationen, Interviews und Spielberichte aus dem In- und Ausland.

Ausländische Spielerinnen Bearbeiten

Der Anteil ausländischer Spielerinnen ist im Gegensatz zur Männer-Bundesliga eher gering. In der Saison 2006/07 standen nur 25 Spielerinnen aus zwölf Nationen bei den Bundesligisten unter Vertrag. Der SC 07 Bad Neuenahr und der Hamburger SV haben keine ausländischen Spielerinnen in ihrem Kader. Der FFC Heike Rheine hat traditionell viele Spielerinnen aus den Niederlanden in seiner Mannschaft.

Ausländisches Urgestein der Liga ist die Dänin Louise Hansen vom 1. FFC Frankfurt, die bereits seit 1994 in der Bundesliga aktiv ist. Bislang konnte noch keine ausländische Spielerin Torschützenkönigin der Bundesliga werden. Am nächsten kam die Österreicherin Nina Aigner, die 2003 zweitbeste Torschützin der Liga war.

Seit der Saison 2006/07 dürfen die Bundesligisten nicht mehr als drei Nicht-EU-Ausländerinnen in ihrem Kader haben.[26]

Rekorde Bearbeiten

  • Höchste erreichte Punktzahl: 1. FFC Frankfurt (63 Punkte, Saison 2004/05)
  • Höchste Punktzahl eines Vizemeisters: 1. FFC Frankfurt (57 Punkte, Saison 2003/04)
  • Größter Vorsprung eines Meisters: FCR Duisburg (15 Punkte, Saison 1999/2000)
  • Niedrigste Punktzahl: 1. FC Neukölln (0 Punkte in 18 Spielen, Saison 1990/91), FFC Brauweiler Pulheim (0 Punkte in 22 Spielen, Saison 2006/2007)
  • Höchste Punktzahl eines Absteigers: FFC Heike Rheine (22 Punkte, Saison 1998/99)
  • Niedrigste Punktzahl eines Nichtabsteigers: FFC Brauweiler Pulheim (13 Punkte, Saison 2005/06)
  • Größte Verbesserung in zwei Spielzeiten: FCR Duisburg (+24 Punkte, Saison 2004/05)
  • Größte Verschlechterung in zwei Spielzeiten: FSV Frankfurt (-27 Punkte, Saison 1998/99)
  • Höchster Sieg: 1. FFC Frankfurt – FSV Frankfurt 17:0 (Saison 2005/06) [27]
  • Erstes Tor in der Bundesliga: Iris Taaken (SV Wilhelmshaven)[28]
  • Meiste Tore in einem Spiel durch eine Spielerin: Heidi Mohr (TuS Niederkirchen, 7 Tore, 3. März 1991 gegen die SG Praunheim)[28]
  • Schnellstes Tor: Michaela Hetke (FFC Heike Rheine, 11 Sekunden, 1998 gegen den FSV Frankfurt)[28]
  • Am längsten ohne Gegentor: Katja Kraus (FSV Frankfurt, 1314 Minuten, Saison 1996/97)[28]

Siehe auch Bearbeiten

Belege Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

en:Fußball-Bundesliga (women)


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0

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