FANDOM


0408 USA Olympic fencing

(Degen-)Fechten bei den Olympischen Sommerspielen 2004, Ivan Tourchine (Russland, links) gegen Weston Seth Kelsey (USA, rechts)

Fechten ist in erster Linie eine Kampfsportart, die sich aus einer Kampftechnik heraus entwickelt hat. Vor ihrer Etablierung als Sportart war die Austragungsform als Duell weit verbreitet. Die historischen Ursprünge gehen auf die Verfeinerung der Waffen und der Bewegungsabläufe gegenüber Schwert- und Säbelkämpfen zurück.

Heute wird mit Fechten überwiegend das Sportfechten bezeichnet; gefochten wird mit Florett, Degen und (leichtem) Säbel. Offizielle Wettkampfsprache ist Französisch. Zur Unterscheidung von modernem Sportfechten bezeichnet Historisches Fechten Stile der Renaissance und des Mittelalters.

Geschichte des Fechtens Bearbeiten

Fechten gehört neben Boxen und Ringen zu den ersten Wettbewerben der Menschheit. Eine Art sportlichen Fechtens betrieb man schon in der Antike (im alten Griechenland und im römischen Reich) und in Afrika. Ursprünglich war das Fechten ein bewaffneter Kampf zweier Personen, bei dem Blankwaffen mit langer Klinge sowie Handschutz verwendet wurden. Diese wurden so geführt, dass Angriffe des Gegners abgefangen werden konnten. Mit Verbreitung des Schießpulvers, Erstarken der Infanterie usw. zu Beginn der Renaissance verlor der gepanzerte Ritter seine Bedeutung. Das Schwert wurde nur noch gegen leicht bzw. ungerüstete Gegner verwendet und wurde daher vom Gewicht leichter und in der Führung schneller. Von Italien ausgehend erlebte das Rapierfechten seine Blütezeit.

Gleichzeitig erlebte auch das Bürgertum seinen ersten Aufschwung. Da zu dieser Zeit das Tragen einer Waffe, sowie auch Recht und Pflicht des Ehrenhandels (Duell) Privileg des freien (adeligen) Mannes war, strebten die freien Bürger nach diesen Rechten, um sich dem Adel zu emanzipieren. So entstanden die ersten Fechterbünde, wie z. B. die "Veitsfechter" zu Prag, die ihre Bundeskonvente im Veitsdom in Prag feierten. Das Wort "Veiterfechter" formte sich übrigens zum Begriff "Federfechter" um, der in späterer Zeit als Hinweis auf die Leichtigkeit der modernen Fechtwaffen missverstanden wurde. Gleichzeitig verloren im soldatischen Bereich wegen der Verbreitung und einfacheren Handhabung der Feuerwaffen viele militärische Fechtlehrer Sold und Brot und suchten sich neue Betätigungsfelder als Lehrer bürgerlicher Fechter, jedoch auch als Lohnfechter in Ehrenhändeln. Dabei zogen sie durch die Städte, klopften an die Portale gutbürgerlicher Häuser und Palais und fragten an, ob ein Fechtmeister gebraucht werde: "sie gingen fechten", um sich ernähren zu können. Auch dieser Ausdruck wird heute noch verwendet, jedoch für direkte Haustürenbettelei. 1570 erfand der Franzose Henri Saint Didier die meisten Fechtausdrücke, die auch heute noch verwendet werden.

In Deutschland wurde das Fechten vor allem an den Universitäten betrieben, speziell in seiner studentisch vereinfachten Form der Mensur. Eine Förderung erfuhr das Fechten erst wieder durch die Turnerbewegung im 19. Jahrhundert. 1862 entstand der erste Fechtklub in Hannover, 1896 fanden die ersten deutschen Meisterschaften statt.

Die im Wettkampf zum Einsatz kommenden Waffen sind Florett, Degen und (leichter) Säbel (im Gegensatz zum 1955 im Sportbereich suspendiertem "schwerem" Säbel, der nur auf Hieb gefochten wurde). Florett und Degen sind reine Stoßwaffen, der Säbel ist eine Hieb- und Stichwaffe.

Gefochten wird auf einem stegartigen Boden (ca. 14 m lang und 1,50–2 m breit), der Fechtbahn (frz.: Planche).

Fechten als olympische Disziplin Bearbeiten

Fechten zählt zu den Gründungs-Sportarten von Athen 1896. In Athen standen drei Wettbewerbe auf dem Programm: Säbel, Florett sowie Florett für Fechtmeister. Degenfechten kam in Paris 1900, Mannschaftsfechten in Antwerpen 1920 dazu.

1920 fochten die Frauen in Antwerpen erstmals um Gold im Damen-Florett. In Rom kam die Mannschaft, in Atlanta Degen, in Athen 2004 Säbel dazu.

Das olympische Leistungszentrum befindet sich im Bundesleistungszentrum Tauberbischofsheim.

Rollstuhlfechten Bearbeiten

Rollstuhlfechten wurde vom Begründer der paralympischen Begegnung Ludwig Guttmann als sportliche Rehabilitationsmaßnahme entwickelt. Rollstuhlfechten wurde schon 1960 bei den ersten offiziellen Paralympischen Spielen (damals noch "Weltspiele der Gelähmten") in Rom ausgeübt und zählt damit zu den ältesten paralympischen Sportarten. Guttmann, der 1933 aus Deutschland aufgrund seiner jüdischen Abstammung fliehen musste, war Direktor des National Spinal Injuries Centre im Stoke Mandeville Hospital in Aylesbury.

In Deutschland wurde das Rollstuhlfechten durch den ehemaligen Direktor des Berufsförderungswerkes Wildbad Walter Weiß vorangetrieben. Zunächst wurde unter Fechtmeister Richard Heimke mit 12 Teilnehmern das Säbelfechten trainiert. Im Jahre 1964 kamen Degen und Florett dazu. Seit 1985 wird das Fechten innerhalb des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes (DRS) auch von Damen betrieben.

Die Waffengattungen Bearbeiten

Florett, Degen und Säbel wurden Ende des 19. Jahrhunderts standardisiert.

Datei:Florett.jpg
Trefferflaeche Florett

Trefferfläche beim Florett

Florett kommt von französisch „fleur“ (Blume), nach der Form des Spitzenschutzes, der auf der Spitze der Waffe aufgesetzt ist. Sie besteht aus einer dünnen, rechteckigen Klinge, einer Glocke mit einem Durchmesser von 9,5 bis 12 cm als Handschutz sowie einem metallenen Griff. Man unterteilt sie in Klingenstärke, -mitte sowie -schwäche. Die Klinge des elektrischen Floretts (E-Florett) sowie des Degens verfügt über eine federnd gelagerte Spitze in einer Spitzenhülse.

Für den Griff gibt es folgende drei verschiedene Arten:

  • „französisch“ (ein langer glatter Stab)
  • „italienisch“ (ein langer glatter Stab mit Parierstange, Quart- und Terzbügel)
  • „belgisch“, auch „Pistolengriff“ (orthopädisch, handangepasst)

Das Florettfechten wurde Ende des 20. Jahrhunderts athletischer, es wurden Coupés verwendet, sowie bei Florett die elektronische Anzeigezeit verkürzt.

Degen Bearbeiten

Degen

Sportdegen mit französischem Griff

Trefferflaeche Degen

Trefferfläche beim Degen

Der Degen war die zum Duell verwendete Waffe. Er hat eine größere Glocke mit 13,5 cm Durchmesser sowie eine stärkere Klinge. Im Unterschied zum Florett (500 g) beträgt das Anzeigegewicht für einen Stoß 750 g.

Für den Griff gibt es folgende zwei verschiedene Arten:

  • „französisch“ (ein langer glatter Stab)
  • „belgisch“, auch „Pistolengriff“ (orthopädisch, handangepasst)


Säbel Bearbeiten

Trefferflaeche Saebel

Trefferfläche beim Säbel

Der Säbel besitzt eine flache, biegsame Klinge. Trefferfläche ist der gesamte Oberkörper inkl. Kopf und Arm, wobei allerdings der Schritt im Gegensatz zum Florett ausgeklammert ist und auch Hiebe als Treffer zählen. Das Säbelfechten ist in der Regel schneller als das Florettfechten. Wie beim Florett gibt es ein Angriffsrecht. Die Säbelglocke ist anders geschnitten und halbkugelförmig um die Hand gezogen.

Schutzkleidung Bearbeiten

Die Fechtkleidung besteht häufig aus Dyneema, Baumwolle und/oder Nylon (die Zahlen in den Klammern geben an, welche Kraft in Newton eines speziellen Prüfgegenstandes das entsprechende Teil ab der B-Jugend mindestens aushalten muss):

  • Fechtmaske mit Drahtgitter aus V4A-Stahl und Halsschutz (1600 N)
  • Jacke mit Fixierung/Klingenfangschutz (800 N)
  • Unterziehweste (Plastron) aus Kevlar (800 N)
  • Brustschutz für Frauen
  • Hose (800 N)
  • optional Tiefschutz (Suspensorium)
  • Handschuh mit Polsterung
  • Kniestrümpfe

Die Fechtbahn Bearbeiten

Die Planche, auf der die Fechter sich bewegen, ist aus einem Metallgeflecht hergestellt, welches verhindern soll, dass bei einem Gefecht Bodentreffer gezählt werden. Sie ist 14 m lang und 1,50 – 2 m breit.

Markierungen auf der Fechtbahn:

  • Mittellinie
  • 2 Startlinien (jeweils 2 m von der Mittellinie entfernt)
  • 2 hintere Grenzlinien (jeweils 7 m von der Mittellinie entfernt)
  • die jeweils letzten 2 m vor den hinteren Grenzlinien sind farblich markiert.

Elektronische Trefferanzeige Bearbeiten

Die elektrische Trefferanzeige wurde 1936 beim Degen, beim Florett 1957 sowie beim Säbel 1988 eingeführt. Beim Florett und beim Säbel muss der Fechter hierfür eine spezielle elektronische Ausrüstung (Florett: E-Weste, Säbel: E-Weste, E-Handschuh, E-Maske) tragen, um gültige Treffer von ungültigen unterscheiden zu können.

  • Im Florett befindet sich eine isolierte Litze in einer Nut in der Klinge. An der Spitze ist ein Taster angebracht, der im Ruhezustand die Litze mit der Klinge verbindet. Die Waffe wird durch zwei Leitungen mit dem Meldegerät verbunden, eine Leitung mit der Litze, eine mit der Klinge. Solange der Stromkreis geschlossen ist, wird kein Treffer angezeigt. Jeder Fechter trägt zudem eine leitende Weste (E-Weste), die ebenfalls mit dem Meldegerät verbunden wird.
    • Ein Druck von mind. 500 g auf den Taster an der Spitze öffnet den Stromkreis und ein ungültiger Treffer wird angezeigt.
    • Hat die Spitze Kontakt zur gegnerischen E-Weste, so wird zwar die Verbindung zwischen Litze und Klinge getrennt, es wird jedoch ein neuer Stromkreis über die E-Weste geschlossen. In diesem Fall wird ein gültiger Treffer angezeigt.
  • Im Degen befinden sich dagegen zwei isolierte Litzen in einer Nut in der Klinge. An der Spitze befindet sich wie beim Florett ein Taster. Der Degen hat im Ruhezustand jedoch einen geöffneten Stromkreis. Ein Stoß mit mindestens 750 g Druck schließt den Stromkreis und ein Treffer wird angezeigt. Da jede Stelle des Körpers Trefferfläche ist, ist eine E-Weste zur Unterscheidung der gültigen und ungültigen Trefferfläche nicht nötig. Eine dritte Leitung wird jedoch benutzt, um zu verhindern, dass Stöße auf die Glocke der gegnerischen Waffe einen Treffer auslösen.
  • Beim Säbel werden auch Hiebe und nicht nur Stöße als Treffer gewertet, weshalb ein Taster in der Spitze hier nicht nötig ist. Eine Berührung der Säbelklinge mit der gegnerischen E-Weste, E-Maske oder dem gegnerischen E-Handschuh schließt einen Stromkreis, der einen gültigen Treffer anzeigt. Ungültige Treffer werden im Säbelfechten nicht angezeigt.

Fechtturnier: Regeln und Aktionen Bearbeiten

Generelles Bearbeiten

Auf Turnieren werden Setzrunden gefochten, auf die eine Direktausscheidung folgt. Dabei werden die Teilnehmer zunächst in Runden aufgeteilt, wobei auf Meisterschaften etc. direkt Qualifizierte später dazu stoßen können.

Altersklassen Bearbeiten

Die Wettkämpfe werden in verschiedenen Altersklassen ausgetragen. Die Altersklassen sind in der Sportordnung des DFB festgelegt.

  • Schüler (C-Jugend) - 9- bis 11-Jährige
  • B-Jugend - 12- bis 13-Jährige
  • A-Jugend - 14- bis 16-Jährige
  • Junioren - 17- bis 19-Jährige
  • Aktive (Allgemeine Klasse) - 20-Jährige und Ältere
  • Senioren - ab 40 Jahren

Jüngere Fechter sind laut Sportordnung noch nicht zugelassen. Zudem wird auf vielen Turnieren die Seniorenklasse weiter aufgeteilt:

  • "Sonderklasse" - 30- bis 39-Jährige (keine offizielle Klasse, manchmal aber auf Turnieren ausgeschrieben)
  • Senioren AK 0 - 35- bis 39-Jährige
  • Senioren AK 1 - 40- bis 49-Jährige
  • Senioren AK 2 - 50- bis 59-Jährige
  • Senioren AK 3 - 60- bis 69-Jährige
  • Senioren AK 4 - 70- Jährige und älter

Einzel Bearbeiten

Ein Gefecht dauert in den Vor- und Zwischenrunden maximal 3 Minuten reine Kampfzeit. In Direktausscheidungen bis zu 3 mal 3 Minuten mit jeweils einer Minute Pause. Gefochten wird auf 5, in Direktausscheidungen bis zu 15 Treffern. Bei Gleichstand nach Ablauf der Zeit wird Vorteil ausgelost, dann (max. eine Minute) bis zum "entscheidenden" Treffer weitergefochten (Sudden Death); fällt kein Treffer, so gewinnt der Fechter, der den Vorteil hat.

Mannschaftskampf Bearbeiten

Eine Mannschaft besteht aus drei Fechtern plus einem Ersatzfechter, der im Verlaufe des Mannschaftskampfes eingewechselt werden kann. Jeder Fechter einer Mannschaft ficht gegen jeden Fechter der gegnerischen Mannschaft, so dass ein Mannschaftskampf aus 9 Einzelgefechten besteht, die jeweils maximal 3 Minuten dauern. Die Reihenfolge ist im Reglement festgelegt. Mannschaftskämpfe werden im Stafettenmodus ausgetragen, das heißt die Fechter übernehmen den Trefferstand aus dem vorherigen Gefecht. Im ersten Gefecht wird auf 5 Treffer gefochten, im zweite auf 10 usw. Im letzten Gefecht wird dementsprechend gefochten, bis eine Mannschaft 45 Treffer erreicht oder die drei Minuten abgelaufen sind. Bei Gleichstand wird wie im Einzelgefecht verfahren.

Angriffsrecht Bearbeiten

Bei Florett und Säbel gilt das Angriffsrecht (Konvention). Das bedeutet, dass derjenige den Treffer zugezählt erhält, der den Angriff begonnen hat (Initiative). Bei Unterbrechung/Parade des Angriffs wechselt das Angriffsrecht. Im Degen gilt keine Konvention, es gibt sogar Doppeltreffer, sofern der Gegner seinen "Tempo - commune" Treffer innerhalb 0,2 sec. setzt.

Aktionen Bearbeiten

Aktionen sind unter anderem:

Beinaktionen

  • Schritt vorwärts und rückwärts, Doppelschritt vorwärts und rückwärts, Sprung
  • Ausfall, Annäherung an den Gegner, durch Vorsetzen des vorderen Beines bei Streckung des hinteren Beines
  • Patinando (Schritt mit folgendem Ausfall)
  • Radoppio (Doppelausfall)
  • Ballestra (Sprung mit folgendem Ausfall)
  • Flèche (franz.: „Pfeil“, „Geschoss“) – Sturzangriff, bei dem der Angreifende durch Abrollen über das Spielbein angreift

Klingenaktionen

  • gerader Stoß
  • Bindung (Fixieren der gegnerischen Klinge durch die eigene)
  • Parade mit Riposte (Verteidigung mit unmittelbar folgendem Gegenstoß)
  • Rimesse (Eine Riposte wird pariert und es folgt wiederum ein Gegenstoß)
  • Finte (Scheinangriff, um den Gegner zu einer übereilten falschen Parade zu bewegen)
  • Ligade (Streichfinte)
  • Battuta (Klingenschlag, wodurch diese aus ihrer bedrohenden Richtung entfernt werden oder die durch den Gegner dargebotene Blöße (freie Trefffläche) vergrößert werden soll oder auch eine Reflexbewegung des Gegners beabsichtigt wird)
  • Sperrstoß / Arretstoß (Angriffstoß bei gleichzeitiger Bindung der gegnerischen Klinge)
  • Filo (Angriff entlang der gegnerischen Klinge, diese gleichzeitig bindend)
  • Sforza (Schleuderfilo, katapultiert die Klinge aus der Hand des Gegners)
  • Cavation (Kreisförmige Umgehung der gegnerischen Klinge)
  • Coupé (Plötzliches Zurückziehen der eigenen Klinge in die Vertikale und fallender Stoß in anderer Position)
  • Transportbindung (Bindung der gegnerischen Klinge, Transportbewegung in eine andere Position, um aus dieser effektiver stoßen zu können)

Die Fechtstellung Bearbeiten

Fechtstellung

Die Fechtstellung

Die Fechtstellung ist Ausgangsposition für Bewegungen auf der Fechtbahn, Stellung der Füße, Lage des Körperschwerpunktes sowie Drehung der Schulter und des Beckens. Dabei stehen die Füße zueinander in rechtem Winkel, wobei sich die Fußspitzen in etwa unterhalb der Knie befinden sollten und der Abstand zwischen den Fersen 1.5-2 Fußlängen beträgt. Den Abstand zum gegnerischen Fechter bezeichnet man als Mensur.


Die Regelverstöße und Bestrafungen Bearbeiten

Beim Fechten gibt es 3 Sanktionsmaßnahmen, welche vom Obmann gegen einen Fechter mittels farbiger Signalkarten ausgesprochen wird, wenn dieser gegen eine Regel verstößt. Die Sanktionsmaßnahmen kann eine Verwarnung (Angezeigt durch die Gelbe Karte), ein Straftreffer (Angezeigt durch die Rote Karte) und die Disqualifikation (Angezeigt durch die Schwarze Karte) ausgesprochen werden, wobei letztere die höchste Bestrafung ist, da der schuldige Fechter aus dem Wettkampf und dem Turnier ausgeschlossen wird und eine Sperre von 2 Monate in der laufenden oder darauffolgenden Saison erhält. Zudem kann der Treffer vom schuldigen Fechter annulliert werden, wenn er einen Regelverstoß begeht (allerdings ist dies keine Sanktionsmaßnahme).

Die Regelverstöße werden in 4 Gruppen eingeteilt wobei die Gruppe 4 die schwersten Regelverstöße beinhaltet und deshalb immer mit Disqualifikation bestraft wird.[1]

Vergehen der Gruppe 1 Bearbeiten

Vergehen 1. Verstoß 2. Verstoß Weitere Verstöße
Verlassen der Bahn ohne Erlaubnis Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Körper an Körper (Florett und Säbel) (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Körper an Körper, um einen Treffer zu vermeiden (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Dem Gegner den Rücken zuwenden (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Abdecken der gültigen Trefferfläche (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Elektrische Teile berühren/ anfassen (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Seitliches Verlassen der Bahn, um einen Treffer zu vermeiden Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Missbräuchliches Unterbrechen des Kampfes Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Nicht genormtes Material/ Bekleidung. Nichtbeachtung der Normen bezüglich der Klingenspitze.
Nichtvorhandensein einer regelkonformen Ersatzwaffe oder eines solchen Ersatzkörperkabels
Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Die Waffe auf die Bahn setzen, um sie gerade zu biegen Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Bei Florett und Degen: Stoßen/ Biegen/ Schleifen/ Schlagen der Klinge auf der Bahn Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Kontakt der Waffe mit der E-Weste (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Beim Säbel: Schlag mit der Glocke, Schritt vor , Flèche und jede Vorwärtsbewegung mit gekreuzten Beinen oder Füßen
(Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter)
Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Ungehorsam Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Nicht regelkonforme Haartracht Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Rempelei, ungeordnetes Fechten (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter), Hochheben der Maske vor dem Kommando „Halt“,
Entkleiden auf der Bahn
Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Anormale Bewegungen (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter), brutale Stöße oder erzielte Treffer im Fallen oder danach Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Passivität Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Ungerechtfertigte Reklamationen Yellow card Verwarnung Red card Straftreffer Red card Straftreffer

Vergehen der Gruppe 2 Bearbeiten

Vergehen 1. Verstoß 2. Verstoß Weitere Verstöße
Benutzen des waffenfreien Armes/ der waffenfreien Hand (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Red card Straftreffer Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Bitte um eine Pause unter Vortäuschung einer unerkannten Verletzung Red card Straftreffer Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Fehlen der Kontrollmarke (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Red card Straftreffer Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Fehlen des Namens auf dem Rücken, Fehlen des Nationalitätenkennzeichens (falls obligatorisch bei Weltcups und Zonenwettbewerben) Red card Straftreffer Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Absichtlicher Treffer außerhalb vom Gegner Red card Straftreffer Red card Straftreffer Red card Straftreffer
Brutales, gefährliches oder rachsüchtiges Vorgehen, Schlag mit der Glocke oder mit dem Griff Red card Straftreffer Red card Straftreffer Red card Straftreffer

Vergehen der Gruppe 3 Bearbeiten

Vergehen 1. Verstoß 2. Verstoß Weitere Verstöße
Fechter stört die Ordnung auf der Bahn
(Bei einem schweren Verstoß, kann der Obmann die schuldige Person sofort vom Wettkampfort verweisen)
Red card Straftreffer Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Unfairer Kampf (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Red card Straftreffer Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Verstoß gegen die Werbevorschriften Red card Straftreffer Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Alle Personen, die die Ordnung an der Bahn stören Red card Straftreffer Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation

Vergehen der Gruppe 4 Bearbeiten

Vergehen 1. Verstoß 2. Verstoß Weitere Verstöße
Verwendung von elektronischen Kommunikationsmitteln, die es dem Fechter ermöglichen, Anweisungen während des Kampfes zu erhalten Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Gefälschte oder ausgetauschte Kontrollmarken Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Präpariertes Material zur fälschlichen Trefferanzeige oder Nichtfunktionieren des Meldegerätes Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Verweigerung des Kampfes mit einem regulär eingeschriebenen Fechter Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Verstoß gegen den sportlichen Geist Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Verweigerung des Fechtergrußes vor Gefechtsbeginn oder nach dem letzten Treffer Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Bevorteilung des Gegners, Absprache mit dem Gegner Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Absichtliche Brutalität (Annullierung des Treffers beim schuldigen Fechter) Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation
Doping Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation Black card Disqualifikation

Organisation Bearbeiten

Internationaler Dachverband ist seit 1913 die Fédération Internationale d’Escrime (FIE). Die nationalen Sportverbände sind der Deutsche Fechter-Bund (DFB), der Österreichische Fechtverband (ÖFV) sowie die Fédération Suisse d’Escrime.

Literatur Bearbeiten

Siehe auch Bearbeiten

Portal Portal: Fechten – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Fechten</div>

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Strafenkatalog des Deutschen Fechter-Bund
ast:Esgrima


cy:Cleddyfa da:Fægtning

en:Fencing

es:Esgrima


fiu-vro:Vehklemine

fy:Skermjen ga:Pionsóireacht


hi:असिक्रीड़ा hif:Fencing



it:Scherma ja:フェンシング jv:Anggar


mt:Skerma



rm:Scrima

ru:Фехтование sh:Mačevanje




vec:Scherma


Kopie vom 16.02.2011, Quelle: Wikipedia, Artikel, Autoren in der Wikipedia
Lokale Autorenseite, Lizenz: GFDL, CC-by-sa 3.0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki