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Ernst Melis (* 5. März 1909 in Kassel; † 31. August 2007 in Berlin) war ein deutscher Widerstandskämpfer in der Résistance und langjähriger Vorsitzender des Verbands Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung »Freies Deutschland« e.V. (DRAFD).

Leben Bearbeiten

Ernst Melis war der Sohn eines Schlossers. Er erlernte den Metallarbeiterberuf Dreher und wurde Mitglied des DMV. 1927 wurde er Mitglied im in KJVD und in der KPD. Von 1928 bis 1930 war er Mitglied der KJVD-Reichsleitung. In dieser Zeit wurde er ebenfalls Mitglied der RGO, der Roten Hilfe Deutschlands sowie im Rotfrontkämpferbund.

Ab 1929 wurde er auch im Militärapparat der KPD aktiv, für den er 1932/33 illegale Arbeit in Hannover und Kassel leistete. Ab 1931 war er Leiter dieser KPD-Untergrundorganisation im Bezirk Hessen-Waldeck. 1931 wurde er in Kassl angeklagt wegen „Ermordung eines Schutzpolizisten“, aber mangels Beweise freigesprochen. Er wurde allerdings zu einem Jahr Gefängnis wegen „Landfriedensbruchs und Waffenbesitzes“ verurteilt und verbrachte den Jahreswechsel 1931/32 in Haftanstalten in Kassel und Wiesbaden.

1933 emigrierte er über Holland nach Frankreich. Von 1934 bis 1937 besuchte er die Internationale Lenin-Schule der Komintern und war dort Mitarbeiter der deutschen Sektionsleitung. Anschließend wurde er zur Redaktion der Deutschen Volkszeitung in Prag und Paris geschickt. 1940 wurde er auf Weisung der französischen Regierung interniert. Nach seiner Flucht aus dem Internierungslager gelang es ihm, Anschluß an die Résistance zu finden. Bis 1943 war er „illegal“ in Toulouse tätig und übernahm dann die Leitung der Zeitung Soldat am Mittelmeer, die in deutscher Sprache von der Résistance nach der Besetzung Südfrankreichs herausgegeben wurde für die Aufklärungsarbeit unter den Wehrmachtssoldaten. Ab September 1943 gehörte er zum Komitee „Freies Deutschland“ für den Westen. Von 1943 bis 1947 war er zusätzlich zu seinen vorherigen Mitgliedschaften auch Mitglied in der FKP und in der französischen Gewerkschaft CGT. 1944/45 war er Redakteur der Zeitungen Unser Vaterland bzw. Volk und Vaterland.

Im Dezember 1947 kehrte Ernst Melis zurück nach Deutschland und wurde Mitglied der SED und war bis 1950 Lehrer, 1950/51 hauptamtlicher Parteisekretär an der Parteihochschule der SED. Ab 1951 wurde er hauptamtlicher Mitarbeiter beim ZK der SED und war von 1951 bis 1957 Redaktionsseekretär der Theorie-Zeitschrift Einheit Von 1951 bis 1989 war er dort Mitglied des Redaktionskollektivs und von 1957 bis 1979 der stellvertretende Chefredakteur.

Von 1953 bis 1989 war er Mitglied der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. 1990 wurde er Mitglied der PDS und Mitbegründer des IVVdN, 1992 Mitbegründer des DRAFD e. V.[1]

Auszeichnungen Bearbeiten

  • 1969: Vaterländischer Verdienstorden
  • 1979 Karl-Marx-Orden
  • 1984 Stern der Völkerfreundschaft

Literatur Bearbeiten

  • Robert Allertz: Wozu die Welt befreien, wenn man sie nicht liebt? Zum Tod von Ernst Melis. In: junge welt vom 5. September 2007
  • Heike Bungert: Das Nationalkomitee und der Westen. Die Reaktion der Westalliierten auf das NKFD und die Freien Deutschen Bewegungen 1943–1948. Franz Steiner Verlag: Stuttgart (Diss Uni Tübingen 1995) Auszug
  • Stefan Doernberg: Im Bunde mit dem Feind. Berlin 1995
  • Karlheinz Pech: An der Seite der Resistance. Die Bewegung „Freies Deutschland“ für den Westen in Frankreich (1943–1945) Militärverlag der DDR: Berlin 1987
  • Bernd-Rainer Barth: Melis, Ernst. In: Wer war wer in der DDR? 4. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-86153-364-2, Band 2.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://drafd.org/?DrafdInfo200206_10_Jahre Zehn Jahre Antifa-Organisation DRAFD
Fairytale kdmconfig Profil: Melis, Ernst
Beruf deutscher Politiker (KPD/SED) und Redakteur
Persönliche Daten
Geburtsdatum 5. März 1909
Geburtsort Kassel
Sterbedatum 31. August 2007
Sterbeort Berlin

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