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Bundesarchiv Bild 183-1982-0104-312, Berlin, Noll, Neutsch, Kuczynski

Dieter Noll (l.), Erik Neutsch (m.) und Jürgen Kuczynski (r.) 1981

Erik Neutsch (* 21. Juni 1931 in Schönebeck/Elbe) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben Bearbeiten

Erik Neutsch stammt aus einer Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Oberschule und bestandenem Abitur trat er 1949 der SED und der FDJ bei. Von 1950 bis 1953 studierte er Gesellschaftswissenschaften und Publizistik an der Universität Leipzig. Dieses Studium beendete er erfolgreich als Diplom-Journalist. Anschließend arbeitete er bis 1960 in der Kultur- und Wirtschaftsredaktion der Zeitung Die Freiheit in Halle/Saale.

Seit 1960 ist Neutsch als freier Schriftsteller und Journalist in Halle tätig. Ab 1964 gehörte er zur SED-Bezirksleitung Halle/Saale. 1970/71 leistete er ein freiwilliges Jahr als Politoffizier bei der Nationalen Volksarmee.

Erik Neutsch ist Verfasser von Romanen, Erzählungen, Kinderbüchern, Essays, Gedichten und Drehbüchern. Seine letztlich stets parteitreuen Bücher setzen sich mit gesellschaftlichen Problemen des real existierenden Sozialismus in der DDR auseinander. Seinen größten Erfolg erzielte Neutsch mit dem Roman Spur der Steine, der die Entwicklung eines Arbeiters auf einer Großbaustelle vom Nonkonformisten zum angepassten Mitglied der sozialistischen Gesellschaft zum Thema hat. Das Buch war mit einer Auflage von über 500.000 Exemplaren eines der erfolgreichsten Bücher der DDR-Literatur; die Verfilmung durch Frank Beyer wurde 1966 unmittelbar nach der Uraufführung von den Behörden verboten. Seit den Siebzigerjahren arbeitet Neutsch an seinem erklärten Hauptwerk, dem Romanzyklus Der Friede im Osten, in dem die Geschichte der DDR in epischer Breite geschildert wird; von den geplanten sechs Bänden sind bisher vier erschienen.

Erik Neutsch war seit 1960 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR; von 1963 bis 1965 war er Vorsitzender des Bezirksverbandes Halle dieser Organisation. Seit 1974 gehörte er als ordentliches Mitglied der Ost-Berliner Deutschen Akademie der Künste an; seit 1990 ist er Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller.

Werke Bearbeiten

  • Die Regengeschichte, Halle (Saale) 1960
  • Bitterfelder Geschichten, Halle (Saale) 1961
  • Die zweite Begegnung, Halle (Saale) 1961
  • Spur der Steine, Halle (Saale) 1964
  • Die anderen und ich, Halle (S) 1970
  • Olaf und der gelbe Vogel, Berlin 1972
  • Haut oder Hemd, Halle 1972
  • Auf der Suche nach Gatt, Halle (Saale) 1973
  • Tage unseres Lebens, Leipzig 1973
  • Der Friede im Osten, Halle (Saale)
    1. Am Fluß, 1974
    2. Frühling mit Gewalt, 1978
    3. Wenn Feuer verlöschen, 1985
    4. Nahe der Grenze, 1987
  • Heldenberichte, Berlin 1976
  • Akte Nora S. und Drei Tage unseres Lebens, Berlin 1978
  • Der Hirt, Halle (Saale) 1978
  • Fast die Wahrheit, Berlin 1979
  • Zwei leere Stühle, Halle [u. a.] 1979
  • Forster in Paris, Halle [u. a.] 1981
  • Da sah ich den Menschen, Berlin 1983
  • Claus und Claudia, Halle [u. a.] 1989
  • Totschlag, Querfurt 1994
  • Vom Gänslein, das nicht fliegen lernen wollte, Leipzig 1995
  • "Der Hirt" und "Stockheim kommt", Berlin 1998
  • Die Liebe und der Tod, Halle an der Saale 1999
  • Nach dem großen Aufstand, Leipzig 2003
  • Verdämmerung, Kückenshagen 2003

Auszeichnungen Bearbeiten

Bundesarchiv Bild 183-N0609-0107, Erfurt, Preisverleihung, Herbert Warnke, Erik Neutsch

Erik Neutsch (links) erhält 1974 von Herbert Warnke den Kunstpreis des FDGB

Literatur Bearbeiten

  • Hella Commichau: Erik Neutsch, Berlin 1974
  • Gottfried Pareigis: Kritische Analyse der Realitätsdarstellung in ausgewählten Werken des „Bitterfelder Weges“, Kronberg/Ts. 1974
  • Renate Fienhold: Zum Problem der Perspektivgestaltung, Leipzig 1981
  • Kornelia Siehr: Schriftstellerische Tätigkeit als politischer Auftrag, Erfurt 1987
  • Andreas Fritsche: Zur polyphonen Struktur in Erik Neutschs Romanwerk „Der Friede im Osten“, Marburg 1997
  • Klaus-Detlef Haas (Hrsg.): Wie Spuren im Stein – Das literarische Werk von Erik Neutsch, Texte Nr. 34, Karl Dietz Verlag Berlin, Berlin 2007
  • Herbert Mayer, Bernd-Rainer Barth: Neutsch, Erik. In: Wer war wer in der DDR? 4. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-86153-364-2, Band 2.

Weblinks Bearbeiten

Fairytale kdmconfig Profil: Neutsch, Erik
Beruf deutscher Schriftsteller
Persönliche Daten
Geburtsdatum 21. Juni 1931
Geburtsort Schönebeck (Elbe)


ar:إريك نويتش

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