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Eldaring e.V.
Vereinsdaten
Gegründet: 27.August 2000
Religion: Germanisches Heidentum (Ásatrú)
Vorstandsvorsitz: Petra Bolte (Stand 2017)
Stellvertreter: Mirjam Butscher (Stand 2017)
Website: www.eldaring.de

Der Eldaring e.V. (Ring der Herdfeuer) ist eine neuheidnisch germanische Organisation, die am 27.August 2000 in Goßfelden gegründet wurde. Sie ist eine der jüngeren Asatru-Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum, welche die vorchristliche Religion der Nord- und Südgermanen zu leben strebt. [1] Sie hat ihren Sitz in Trier.

VerbreitungBearbeiten

Der Eldaring unterhält Herde (Gemeinschaften) in allen 16 Bundesländern, sowie in Österreich, den Niederlanden und den USA und gilt als mitgliederstärkste neuheidnische Vereinigung in Deutschland mit etwas über 300 Mitgliedern (Stand November 2015). Zudem wächst das Interesse am Heidentum und den Aktivitäten des Vereins stetig; so zählt das vom Eldaring e.V. auf http://www.eldaring.de betriebene Forum über 5.000 registrierte Nutzer (Stand 2010).

LehreBearbeiten

Der Eldaring verehrt die Wesen der Gesamtheit des germanischen Pantheons, und versteht darunter neben Asen und Vanen, auch Jöten (Riesen), Disen und viele andere Wesenheiten. Eine Rangfolge unter den germanischen Göttern wird abgelehnt, da sie aus historischer Sicht nicht begründbar ist. Diese bewusst nicht nur rekonstruierte neuheidnische Religion wird Ásatrú (Asenglaube od. Asentreue) bezeichnet. Der Eldaring sieht sich, als Vertreter einer ethnischen Religion, die jedoch im Spannungsfeld zwischen Exklusivität und Toleranz eher dem Letzteren zuneigt. Auf Charakterisierungen wie "folkish" oder "universal" wird verzichtet.[2]

Die Gemeinschaft beansprucht, dass ihre religiöse Grundlage nicht ein Glaubenssystem sondern ein Bezugsystem ist, das aus Erfahrung gewonnen wurde. Daher versteht sie sich als dogmenfreie Gemeinschaft, die auch sonst keine Versuche unternehme, die individuelle Religiosität ihrer Mitglieder einzuschränken. [3]

Insgesamt wird bei der Entwicklung der Theorie des Bezugssystems viel Wert auf Nachforschungen in historischen Quellen gelegt. Dabei finden unter den Mitgliedern die aktuellen Arbeiten heutiger Religionswissenschaftler reges Interesse. Der Eldaring duldet keine Mitglieder die politischen Extremismus, Rassismus oder Sexismus beruflich oder ehrenamtlich vertreten. Bei Bekannt werden solcher Betätigungen werden die betreffenden Mitglieder ausgeschlossen. Ebenso wird mit Mitgliedern verfahren, die sich mit esoterischen Weltanschauungen wie z.B. der Theosophie oder auch der Ariosophie verbinden.

PraxisBearbeiten

Die Hauptpraxis der Gemeinschaft ist die Anrufung der Götter, dem historischen Kontext entsprechend, in der Asatru-Bewegung allgemein Blót genannt. Die Rituale richten sich zumeist am Kreislauf der Natur aus. Es werden Jahreskreisfeste und Lebenskreisfeste gefeiert. Für die Opferpraxis werden von den Ritualleitern eigeninitativ und eigenverantwortlich moderne Ritualformen erschaffen, die von Ritualgemeinschaft zu Ritualgemeinschaft verschieden sein können, und keinen Anspruch auf historische Authenzität erheben.[3] Geopfert werden Speise und Trank, Gildebrot, Geld und Werke. Die Blot-Praxis der Gemeinschaft bietet innerhalb religiöser Grenzen freien Spielraum für individuelle, zeremonielle Gestaltung nach den eigenen Vorstellungen der Mitglieder.[3]

Wie für viele neugermanische Gemeinschaften typisch, wird auch im Eldaring Ahnenverehrung praktiziert. Viele Mitglieder verstehen unter den Ahnen nicht nur ihre persönlichen Vorfahren. [3]

Die Gemeinschaft organisiert Ausflüge zu alten germanischen Heiligtümern.

OrganisationBearbeiten

Ziel des Vereins ist es, die Wiederbelebung und Ausübung der vorchristlichen Religion der germanischen Völker zu fördern. Hierzu werden unter anderem auch Priester und Gelehrte der neugermanischen Religion ausgebildet. Organe des Eldaring sind der Vereinsvorstand und die Mitgliederversammlungen, als höchster Souverän der Gemeinschaft. Mitglied kann werden, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat.[3] Im Eldaring werden seit der Gründung die Vereinsstrukturen auf ein Mindestmaß beschränkt. Seine lebendige Struktur ist daher lokal unterschiedlich herausgebildet. Die häufigste Organisationsform ist der Stammtisch, durch den auch Interessierte mit dem Eldaring in Kontakt kommen können. Daneben gibt es auch vom Vorstand ernannte Herdwarte d.h. Ansprechpartner für Mitglieder und Interessierte. Herdwarte und Stammtische organisieren in der Regel auch die regionalen Feste/Blots . Dem Eldaring haben sich auch so genannte Sippen angeschlossen. Das sind Gemeinschaften, deren Mitglieder sich durch Eid aneinander gebunden haben. Sie existieren weitgehend unabhängig vom Eldaring, haben sich aber mit der Gemeinschaft verbunden.[3] [4]

Der Eldaring e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Interreligiöser DialogBearbeiten

Der Eldaring ist Mitglied im World Congress of Ethnic Religions. Er unterhält Kontakte zum Pagan Federation International und zur dänischen Asatru-Organisation Forn Siðr.

Öffentliche AnerkennungBearbeiten

Der Eldaring e.V. findet Erwähnung in zahlreichen, unabhängigen Publikationen:

  • evangelische Kirche [5][6][7]
  • Universität Berlin [1]
  • Universität Göttingen [8]
  • Sächsische Zeitung [9]

Quellen Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 Nils Grübel und Stefan Rademacher: Religion in Berlin. Ein Handbuch. Weissensee Verlag, Berlin 2003, S. 524.
  2. Folkish oder nicht?, Artikel von Tim Peters auf der Website des Eldaring
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Das Selbstverständnis des Eldaring e.V. auf der Website des Eldaring
  4. Satzung des Eldaring
  5. Neuheidentum, evangelische Kirche Deutschland
  6. Streit um DVU-Pressereferenten, evangelische Kirche Deutschland
  7. Eigene Grabstätte für "Forn Sidr" in Dänemark - Ein Vorbild für deutsche Neuheiden?, evangelische Kirche Deutschland
  8. Dissertation, Neopaganismus Online, Kristin Futterlieb
  9. Wo Ragin seinen Sachs zieht, Sächsische Zeitung

Weblinks Bearbeiten


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