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PortraitEpanitz1962 1

Eberhard Panitz im Jahr 1962

Eberhard Panitz (* 16. April 1932 in Dresden) ist ein freischaffender deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor, Lektor und Publizist, der sowohl epische Werke als auch Reportagen, Hörspiele und Drehbücher zu Kino- und Fernsehfilmen verfasst sowie zwei Erzählbände herausgegeben hat, die eine repräsentative Auswahl kanonisierter deutscher Prosa enthalten. Panitz' sprachkünstlerische Produktion lässt sich mehrheitlich der Programmatik des sozialistischen Realismus zurechnen.

Zu den Motiven seines Schaffens gehören u.a. der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in der DDR, außergewöhnliche Frauengestalten, Spionagefälle und etwa auch die alliierten Luftangriffe auf Dresden vom 13.-15. Februar 1945. Darüber hinaus weist Panitz' schriftstellerische Produktion eine deutliche antifaschistische Tendenz aus.

Vom DDR-Kulturapparat wurde Panitz mehrfach nit hohen Literaturpreisen ausgezeichnet, nach dem Fall der Mauer und dem Ende einer eigenständigen DDR-Literatur blieben weitere Ehrungen jedoch aus. Panitz hat aber auch nach der Wiedervereinigung erfolgreich in kleineren Verlagen publiziert, die meist auf linke Autoren spezialisiert sind.

Leben Bearbeiten

Eberhard Panitz ist der Sohn eines Straßenbahnschaffners und einer Verkäuferin, entstammt also kleinbürgerlichen Verhältnissen. Nach dem Abitur am Dresdner Pestalozzi-Gymnasium im Jahr 1950[1] arbeitete er als Mitglied einer Jugendbrigade am Bau der Cranzahl-Talsperre mit. Danach studierte er bis 1953 an der Universität Leipzig Pädagogik und Germanistik. Von 1953 bis 1960 war er Lektor im Verlag Neues Leben und im Mitteldeutschen Verlag (Halle). Im Jahr 1958 trat er dem Deutschen Schriftstellerverband bei, dem er bis zu dessen Auflösung 1990 angehörte. Seit 1960 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin-Grünau.[2] Panitz unternahm zahlreiche Reisen in sozialistische Staaten, u. a. nach Vietnam, Kuba und die Mongolei, aber auch eine mehrmonatige Reise durch die USA.

Panitz ist Mitglied des Marxistischen Forums der Partei Die Linke, für die er mit anderen Künstlern und Intellektuellen auch einen Wahlaufruf zur Bundestagswahl 2009 unterzeichnet hat.[3]

Preise und Auszeichnungen Bearbeiten

Werke Bearbeiten

Buchveröffentlichungen Bearbeiten

  • Käte, Berlin 1955
  • Flucht, Berlin 1956, 2007[4]
  • Verbrechen am Fluß, Berlin 1957
  • In drei Teufels Namen, Berlin 1958
  • Die Feuer sinken, Berlin 1960, Schkeuditz 2000[5]
  • Die Verhaftung, Berlin 1960
  • Das Mädchen Simra, Halle 1961
  • Das Gesicht einer Mutter, Halle (Saale) 1962
  • Cristobal und die Insel, 5 Novellen, auch einzeln veröffentlicht (Cristobal und die Insel, Der Stierkopf, Senator Santes, Die Nacht in La Corona, Der Sprung vom Heiligen Fisch), Berlin 1963
  • Die kleine Reise, Halle (Saale) 1965
  • Der siebente Sommer, Halle (Saale) 1967
  • Unter den Bäumen regnet es zweimal, Halle (Saale) 1969
  • Die sieben Affären der Doña Juanita, Halle (Saale) 1972
  • Der Weg zum Rio Grande, Berlin 1973
  • Die unheilige Sophia, Halle (Saale) 1974
  • Absage an Viktoria, Halle (Saale) 1975
  • Unerlaubte Entfernung, Berlin 1976
  • Die Moral der Nixe, Halle (Saale) 1978
  • Gesichter Vietnams, Berlin 1978 (Fotos Thomas Billhardt)
  • Meines Vaters Straßenbahn, Halle (Saale) 1979, Dresden 1996[6][7]
  • Die verlorene Tochter, Halle (Saale) 1979,
  • Mein lieber Onkel Hans, Halle (Saale) 1982
  • Eiszeit, Halle (Saale 1983
  • Phosphorblume, Berlin 1985
  • Viktoria, Halle (Saale) 1985
  • Leben für Leben, Halle (Saale) 1987
  • Frau mit dunkler Brille, Halle (Saale) 1989
  • Mein Chef ist ein Wessi, Berlin 1992 (zusammen mit Klaus Huhn)
  • Rübezahl, Berlin 1992
  • Tatort Köpenick, Berlin 1993
  • Das Lächeln des Herrn O., Berlin 1994
  • Ossiland ist abgebrannt, Berlin 1994 (zusammen mit Klaus Huhn)
  • Verhör im Café, Schkeuditz 1996
  • Comandante Che, Berlin 1997[8]
  • Jorge Amados Einmischung, Berlin 1998
  • Villa Sonnenschein und der siebzehnte Juni, Berlin 1998
  • Die grüne Aue des Alten Fritz, Schkeuditz 1999
  • Himmlischer Briefwechsel über ein versunkenes Land, Berlin 1999 (zusammen mit Klaus Huhn)
  • Spielplatz in D., Berlin 2001
  • Frauengeschichten aus der DDR, Schkeuditz 2002
  • Treffpunkt Banbury oder Wie die Atombombe zu den Russen kam, Berlin 2003[9]
  • Cuba, mi amor, Berlin 2004
  • Käthe Kollwitz und das verschwundene Bild, Berlin 2005
  • Der geheime Rotbannerorden, Böklund 2006, ISBN 978-3-939828-04-4
  • Die unheilige Sophia, überarbeitete und erweiterte Neu-Edition, Böklund 2007, ISBN 978-3-939828-08-2[10]
  • Comandante Che, überarbeitete, um Fotos ergänzte Neu-Edition, Böklund 2007, ISBN 978-3-939828-12-9
  • Deutschland hin und zurück, Neu-Edition von Die kleine Reise, um Nachtrag zur historischen Einordnung ergänzt, Böklund 2008, ISBN 978-3-939828-20-4
  • Dresdner Novelle 1989, verlag am park in der edition ost, Berlin 2009, ISBN 978-3-89793-232-6
  • Geheimtreff Banbury - Wie die Atombombe zu den Russen kam, Berlin 2009, ISBN 978-3-360-01977-6

Filmografie Bearbeiten

  • 1967: Der Revolver des Corporals (literarische Vorlage; Regie: Rolf Losansky)
  • 1970: Absage an Albert Lachmuth
  • 1970: Netzwerk (Szenarium mit Ralf Kirsten; Regie: Ralf Kirsten)
  • 1972: Der Dritte (literarische Vorlage; Regie: Egon Günther)
  • 1973: Die sieben Affären der Dona Juanita (literarische Vorlage; Drehbuch mit Frank Beyer; Regie: Frank Beyer)
  • 1974: Die unheilige Sophia (literarische Vorlage; Drehbuch mit Manfred Wekwerth; Regie: Manfred Wekwerth)
  • 1977: Absage an Viktoria (literarische Vorlage; Drehbuch; Regie: Celino Bleiweiß)
  • 1980: Meines Vaters Straßenbahn (literarische Vorlage; Drehbuch; Regie: Celino Bleiweiß)
  • 1981: Die Heimkehr der Madonna (literarische Vorlage)
  • 1984: Mein lieber Onkel Hans (literarische Vorlage; Regie: Dagmar Widmers)

Hörspiele Bearbeiten

  • 1963: Senor Santes
  • 1965: Der Sprung vom Heiligen Fisch
  • 1965: Der Stein der Weisen
  • 1977: Ich bin nicht Christus. Monolog über William L. Calley

Herausgeberschaft Bearbeiten

  • Deutsche Meistererzählungen des 19. Jahrhunderts, Berlin (zusammen mit Karl-Heinz Berger)
    • 1. Johann Wolfgang Goethe, Heinrich von Kleist, Joseph von Eichendorff, Jeremias Gotthelf, Franz Grillparzer, Gottfried Keller, 1954
    • 2. Otto Ludwig, Eduard Mörike, Theodor Storm, 1954

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. http://stayfriends.t-online.de/Schule/Dresden/Oberschule/Pestalozzi-Gymnasium-Dresden-S-J6U-S
  2. http://www.goldenbogenverlag.de/autor/panitz.php
  3. http://die-linke.de/die_linke/wahlen/archiv_bundestagswahl_2009/kampagne/wahlaufrufe/
  4. http://www.verlag-wh.de/buecher/PanitzSophia/index.html
  5. http://gnnverlag.de/products-page/schkeuditzer-buchverlag/die-feuer-sinken
  6. http://www.goldenbogenverlag.de/autor/panitz.php
  7. Wolfgang Höppner, "Panitz' produktiver Denkanstoß" (Rez.) In: Sonntag 1979, Nr. 31, S. 7.
  8. http://www.verlag-wh.de/buecher/ComandanteChe/index.html
  9. Michael Salewski, "Sonjas Kältetest" (Rez.) In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. Mai 2003. (http://www.buecher.de/shop/buecher/treffpunkt-banbury-oder-wie-die-atombombe-zu-den-russen-kam/panitz-eberhard/products_products/content/prod_id/11265913/)
  10. http://www.verlag-wh.de/buecher/PanitzSophia/index.html

Weblinks Bearbeiten

Fairytale kdmconfig Profil: Panitz, Eberhard
Beruf deutscher Schriftsteller
Persönliche Daten
Geburtsdatum 16. April 1932
Geburtsort Dresden

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