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djo-Deutsche Jugend in Europa
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Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 8. April 1951
Sitz Berlin
Ursprung ehemals Deutsche Jugend des Ostens
Website www.djo.de

Die djo-Deutsche Jugend in Europa (djo Abk.: "Deutsche Jugend des Ostens") ist ein deutscher Jugendverband mit Sitz in Berlin. Schwerpunkt der Verbandstätigkeit liegt im Bereich der kulturellen, politischen, internationalen und integrativen Jugendarbeit.

Organisation Bearbeiten

Die djo-Deutsche Jugend in Europa ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband, der sich für ein geeintes, demokratisches Europa einsetzt, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Im Rahmen ihrer Jugendarbeit fördert sie die kulturelle Betätigung von jungen Zuwanderern als Mittel der Identitätsstiftung und Hilfe zur Integration. In der internationalen Jugend- und Kulturarbeit organisiert die djo-Deutsche Jugend in Europa auf Versöhnung und Verständigung ausgerichtete Austausch- und Begegnungsmaßnahmen insbesondere mit den ost- und südosteuropäischen Ländern. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind der Einsatz für die weltweite Ächtung von Vertreibungen und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Rechte von Migranten, Flüchtlingen und Vertriebenen.

Besonderheiten Bearbeiten

Besonderes Anliegen der djo-Deutsche Jugend in Europa ist die kulturelle Kinder- und Jugendarbeit. Sie soll zur Persönlichkeitsbildung junger Menschen beitragen, Kenntnisse über die deutsche Kultur und die Kultur der Migranten, Vertriebenen und Flüchtlinge sowie anderer europäischer Kulturen vermitteln und zur geistigen Auseinandersetzung mit ihnen befähigen. Sie soll helfen, die Kulturen der Nachbarvölker und Volksgruppen kennen zu lernen und deutsche Kultur im Ausland darzustellen, um so Vorurteile abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Die djo-Deutsche Jugend in Europa versteht sich als Dachverband von Migrantenselbstorganisationen. Sie setzt sich für eine gleichberechtigte Anerkennung und Teilhabe der Migrantenjugendverbände und Migrantenselbstorganisationen ein. Sie fördert im Rahmen ihrer Jugendarbeit die gesellschaftliche, politische, soziale und kulturelle Betätigung von jungen Zuwanderern als Mittel zur Identitätsfindung und Hilfe zur Integration. Außerdem fördert sie Respekt und Verständnis zwischen Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und stellt einen jugendpolitischen und organisatorischen Rahmen bereit, in dem sich Zuwandererorganisationen selbstorganisiert und im Kontakt mit anderen bewegen können. Neben den üblichen Aufgaben eines Dachverbandes ist die djo als ein Netzwerk zu verstehen, welches eine enge Kooperation der Migrantenorganisationen untereinander sowie mit den djo-Gliederungen gezielt herstellt und fördert.

Die djo-Deutsche Jugend in Europa versteht Internationale Jugendarbeit als Beitrag zum Frieden und zur Verständigung von und zwischen jungen Menschen. Sie versteht die eigene Internationale Jugendarbeit vor dem Hintergrund der europapolitischen Zielsetzungen als Wahrnehmung einer Brückenfunktion zwischen Ost und West und den Herkunftsgebieten der Migranten. Grundsatz der Internationalen Jugendarbeit des Verbandes ist die Förderung von interkulturellem Lernen bei Kindern und Jugendlichen, thematischer Schwerpunkt die Beschäftigung mit regionaler Kultur und Problemen ethnischer Minderheiten. Die djo-Deutsche Jugend in Europa setzt sich zum Ziel, durch Internationale Jugendarbeit Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegenzuwirken und einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.

Ziele Bearbeiten

Die Arbeit der djo-Deutsche Jugend in Europa soll dazu beitragen, Kinder und Jugendliche zu kritikfähigen, verantwortungsbewussten und Verantwortung übernehmenden Menschen unserer Gesellschaft zu erziehen. Voraussetzung dafür ist eine Erziehungsarbeit, die den Menschen in seiner Würde und Freiheit in den Mittelpunkt stellt. Die djo-Deutsche Jugend in Europa bietet Kindern und Jugendlichen Werteorientierung und schafft Freiräume und Rahmenbedingungen für die jeweils eigene Standortbestimmung, Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung.

Die djo-Deutsche Jugend in Europa bekennt sich zum Zusammenschluss Europas auf föderativer Grundlage und setzt sich für die Schaffung eines geeinten, demokratischen Europas ein, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Ihr Anliegen ist dabei, junge Menschen zu Brücken zwischen den Menschen, Volksgruppen und Völkern werden zu lassen, um gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen und zu fördern, um unterschiedliche Wertvorstellungen zu akzeptieren, um gegenseitige Hilfe zu leisten sowie Toleranz und Partnerschaft mit Menschen, Volksgruppen und Völkern unterschiedlichster ethnischer, religiöser, sozialer, wirtschaftlicher und weltanschaulicher Herkunft zu fördern.

Die djo-Deutsche Jugend in Europa arbeitet unter anderem in der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Deutschen Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe, in der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem (AWR) und in der European Folk Culture Organisation (EFCO), die unter Federführung der djo-Deutsche Jugend in Europa gegründet wurde, mit.

Geschichte Bearbeiten

Die djo-Deutsche Jugend in Europa wurde 1951 als Deutsche Jugend des Ostens von und für Kinder und Jugendliche aus den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten gegründet. In den ersten Jahren nach der Gründung bestand der Sinn des Jugendverbandes darin, diesen Kindern und Jugendlichen einen Ort für gemeinsame Betätigung zu geben. Die Pflege der Kultur, Sprache und Gebräuche der Herkunftsgebiete bot Schutz und Geborgenheit gegenüber der alltäglichen Erfahrung von Fremdheit, Ausgrenzung und Ablehnung.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich der Zugang der Mitglieder zu Osteuropa. Die in der djo organisierten Kinder und Jugendlichen hatten selbst keine Flucht oder Vertreibung erfahren, sondern waren in Westdeutschland groß geworden. In diesem Zusammenhang gab sich die Deutsche Jugend des Ostens im Jahr 1974 den neuen Namen djo-Deutsche Jugend in Europa - die Buchstaben djo wurden als Zeichen für die Herkunft des Verbandes bis heute beibehalten. Dadurch wurde das neue Selbstverständnis dokumentiert, sich für einen Zusammenschluss Europas auf föderativer Grundlage einzusetzen, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Dabei soll der Jugendverband eine Brückenfunktion zwischen West- und Osteuropa einzunehmen. Bei dieser Entwicklung spielte die politische Öffnung der Bundesrepublik Deutschland durch die neue Ostpolitik der Bundesregierung eine große Rolle. Noch heute sieht es die djo-Deutsche Jugend in Europa als eines ihrer vordringlichsten Aufgaben an, sich im internationalen Jugendaustausch insbesondere für einen Austausch mit Ostmittel- und Osteuropa zu engagieren.

Im Laufe der Verbandsgeschichte hat sich diese Arbeit weiterentwickelt und erweitert. Neben der Jugendkulturarbeit sind heute der internationale Jugendaustausch und verstärkt auch die Integrations- und Migrationsarbeit Schwerpunkte der Tätigkeit, wobei letztere inzwischen zu den Grundsäulen des Verbandes gehört.

1990 nahmen der Jugendbund Deutscher Regenbogen, ein 1989 in der politischen Wendezeit in der DDR gegründeter Jugendverband, und die djo-Deutsche Jugend in Europa intensive Gesprächskontakte auf. Die sechs Landesverbände des Jugendbundes Deutscher Regenbogen schlossen sich 1990 der djo-Deutsche Jugend in Europa an. Beide, neue und alte Landesverbände, arbeiteten mit der Zielsetzung, als gleichberechtigte Partner in einem Jugendverband zu wirken und so die innere Einheit der Bundesrepublik umzusetzen. Heute sind die neuen Landesverbände ein integraler Bestandteil der föderalen Struktur des Verbandes.

Seit der Öffnung für Migrantenselbstorganisationen (MSO`s) im Jahr 2000 auf Bundesebene hat sich die djo-Deutsche Jugend in Europa zu einem Dachverband für Migrantenjugendverbände entwickelt. Sie setzt sich für eine gleichberechtigte Anerkennung und Teilhabe der Migrantenjugendverbände und Migrantenselbstorganisationen ein. Sie fördert im Rahmen ihrer Jugendarbeit die gesellschaftliche, politische, soziale und kulturelle Betätigung von jungen Zuwanderern als Mittel zur Identitätsfindung und Hilfe zur Integration. Außerdem fördert sie Respekt und Verständnis zwischen Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und stellt einen jugendpolitischen und organisatorischen Rahmen bereit, in dem sich Zuwandererorganisationen selbstorganisiert und im Kontakt mit anderen bewegen können. Neben den üblichen Aufgaben eines Dachverbandes ist die djo als ein Netzwerk zu verstehen, welches eine enge Kooperation der Migrantenorganisationen untereinander sowie mit den djo-Gliederungen gezielt herstellt und fördert.

Aufbau Bearbeiten

Die djo-Deutsche Jugend in Europa ist der Dachverband ihrer Landesverbände sowie von landsmannschaftlichen Bundesgruppen und Migrantenjugendselbstorganisationen (MJSO), die sich als djo-Bundesgruppen verstehen. Sie alle sehen als ihre besondere Aufgabe die Durchsetzung der Menschenrechte und die Verhinderung und Ächtung von Flucht und Vertreibung in aller Welt.

Neben den üblichen Aufgaben eines Dachverbandes ist die djo-Deutsche Jugend in Europa als ein Netzwerk zu verstehen, das eine enge Kooperation der Migrantenjugendselbstorganisationen untereinander sowie mit den djo-Gliederungen herstellt und fördert.

Derzeit sind folgende Migrantenjugendselbstorganisationen als Bundesgruppen Mitglied in der djo:[1]

  • Amaro Drom e. V.
  • Assyrischer Jugendverband Mitteleuropa (AJM) e. V.
  • Deutsche Banater Jugend- und Trachtengruppen
  • Deutschbaltischer Jugend- und Studentenring (DbJuStR)
  • Jugendverband Integration
  • Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland - JunOst e. V.
  • Kurdischer Kinder- und Jugendverband - KOMCIWAN e. V.
  • Verband für interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit - KRUGI e. V. i. G.
  • Bundesgruppe Pommern
  • Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland (SJD)
  • Sudetendeutsche Jugend (SdJ)

Die djo-Deutsche Jugend in Europa arbeitet unter anderem in der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Deutschen Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe, in der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem (AWR), im Deutschen Bundesjugendring und in der European Folk Culture Organisation (EFCO), die unter Federführung der djo-Deutsche Jugend in Europa gegründet wurde, mit.[2]

Geschichte Bearbeiten

Die djo-Deutsche Jugend in Europa wurde am 8. April 1951 auf Burg Ludwigstein als Deutsche Jugend des Ostens als Jugendorganisation junger Heimatvertriebener gegründet. Ziel war es deren Eingliederung in die Nachkriegsgesellschaft zu erleichtern. Zur DJO gehörten zu dieser Zeit auch landsmannschaftliche Gruppen, die sich einem bestimmten Herkunftsgebiet in Mittel-, Ost- und Süd-Ost-Europa verbunden fühlten.[3]

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich der Zugang der Mitglieder zu Osteuropa. Die in der djo organisierten Kinder und Jugendlichen hatten selbst keine Flucht oder Vertreibung erfahren, sondern waren in Westdeutschland groß geworden. In diesem Zusammenhang gab sich die Deutsche Jugend des Ostens im Jahr 1974 den neuen Namen djo-Deutsche Jugend in Europa - die Buchstaben djo wurden als Zeichen für die Herkunft des Verbandes bis heute beibehalten.

1990 schlossen sich die sechs Landesverbände des Jugendbund Deutscher Regenbogen, ein 1989 in der politischen Wendezeit in der DDR gegründeter Jugendverband, der djo-Deutsche Jugend in Europa an.[4]

Seit der Öffnung für Migrantenselbstorganisationen (MSO) im Jahr 2000 auf Bundesebene hat sich die djo-Deutsche Jugend in Europa zu einem Dachverband für Migrantenjugendverbände entwickelt. Sie setzt sich für eine gleichberechtigte Anerkennung und Teilhabe der Migrantenjugendverbände und Migrantenselbstorganisationen ein.

Seit Beschluss des 55. djo-Bundesjugendtages im März 2010 gibt es ein neues Grundsatzprogramm der djo-Deutsche Jugend in Europa, welches sich djo-Leitfaden nennt. Dieses Grundsatzprogramm beschreibt die Vielfalt des Verbandes, seine Ziele und seine Tätigkeitsfelder.[5]

Literatur Bearbeiten

  • Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.): Achter Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. Deutscher Bundestag, Berlin 2010, S. 323.8. Migrationsbericht (2,53 MB pdf)
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.): Bundesweites Integrationsprogramm, Angebote der Integrationsförderung in Deutschland - Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung, Berlin 2010, S. 139. Bundesweites Integrationsprogramm (1,5 MB pdf)
  • Förderung der Integrationsarbeit von Migrantenselbstorganisationen, Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, Deutscher Bundestag, Berlin 2011 Bundesdrucksache 17/7740 (pdf)
  • Maria Klimovskikh und Thomas Hoffmann, Im Spannungsfeld der Kulturen, in: Jugendpolitik 1/2010, Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.), Berlin 2010, S. 17 - 22.
  • Thomas Hoffmann, Potentiale von Migrantenjugendorganisationen stärker fördern und nutzen, in: Jugendpolitik 2/2007, Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.), Berlin 2007, S. 20 - 22.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Bundesgruppen in der djo-Deutsche Jugend in Europa – Stand 1. Dezember 2014
  2. Mitgliedschaften der djo-Deutsche Jugend in Europa – Stand 6. Februar 2012
  3. Handbuch Jugendverbände, Böhmisch, Rauschenbach et al., JUVENTA, 1991, S. 969
  4. Satzung der djo (PDF; 1,3 MB)
  5. djo-Leitfaden (PDF; 6,5 MB)


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