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Das Christliche Hilfswerk e.V. Leuscheid (kurz: CHL) war ein im Jahre 1946 gestarteter christlich aktiver Verein, welcher sich zum Ziel gesetzt hatte, während und nach dem Krieg in Not geratenen Menschen zu helfen. Der Standort des Vereins war das ehemalige Kriegsversehrtenheim des Ortes Leuscheid (bei Windeck)

GeschichteBearbeiten

Viele Kriegsversehrte, Kinder-und Jugendliche, Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Familien, bzw. ihren Wohnsitz verloren hatten, fanden in Leuscheid eine erste Unterkunft. Für Unterkünfte behalf man sich mit Holzhaus-Baracken aus dem Jahre 1936, welche noch als Hinterlassenschaften der ehemaligen Reichsarbeitsdienst-Abteilung 4/319 "Schlageter" dort standen.[1]

Der Begründer des Vereins war damals Ewald Hundhausen, welcher selbst ein Heimatvertriebener aus Pommern und bereits als Landeswart der CVJM in Pommern tätig war. Im Auftrag des ehem. CVJM-Reichsbundes begann er den Wiederaufbau des CVJM-Verein in Westdeutschland. Der CVJM-Freundeskreis entwickelte sich 1946 zuerst zum "Kuratorium Jugend- und Heimkehrerheim Leuscheid" und wurde 1951 offiziell als "Verein Christliches Hilfswerk e.V. Leuscheid" in das Amtsregister eingetragen.

1952 entstand im Christlichen Hilfswerk Leuscheid eine selbständige Getränke-Holzkistenfabrik mit 35 Arbeitern, worin Kästen für Mineralwasserflaschen und Gemüsekisten für Erzeugergroßmärkte hergestellt wurden. Weiterhin hatte man in Siegburg eine Bimssteinfabrikation errichtet, die für den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Städte diente. Diese kleinen internen Betriebe sorgten für grossen Umsatz und waren die finanziellen Grundlagen für die erfolgreichen späteren Gebäudeerweiterungen des Versehrtenheims.

1953 wurde der Bau des Versehrtenheimes mit 60 Betten begonnen, doch verzögerte sich die Errichtung um drei Jahre, durch Organisationsschwierigkeiten.

Zwischenzeitlich wurden die ehemaligen Holzhaus-Baracken teilweise abgebaut, wo an derer Stelle das neue Versehrtenheim entstand. Die Teile der abgebauten Baracken wurden nach Spiekeroog verbracht, um dort weiter als Zeltlager für Jugendliche genutzt werden zu können.

Im Sommer 1956 konnten die ersten Gäste in das neue Haus einziehen. Bei der Einweihung am 22.10.1956 wurde dem Heim der Name "Kurheim Westerwald" vergeben. Weitere An- und Umbauten wurden an dem Gebäude gemacht, es wurde in den folgenden Jahren noch ständig erweitert.

1957 wurde die ehemalige Jugendheim-Baracke umgebaut und als Durchgangsheim mit 80 Betten für jugendliche Flüchtlinge genutzt, nachdem es nach der Schliessung der Jugendherberge im nahe gelegenen Ort Eitorf zu einem Engpass kam, denn es fehlte daraufhin auch Wanderern zwischen Rhein und Sauerland eine geeignete Unterkunft Im Sommer 1957 wurde die neu restaurierte Jugendherberge in Betrieb genommen, das sogenannte "Haus Waldesruh". Bis 1960 sollte in "Haus Waldesruh" rund 4000 jungen Flüchtlingen Hilfe geboten werden.

Zu Anfang der 1960er Jahre geriet das Christliche Hilfswerk e.V. in eine Finanznot. Die bis dahin hergestellen Getränke-Holzkisten konnten keine Abnehmer mehr finden, weil die Mineralbrunnen auf Kunstoffkisten umstellten. Somit gingen die Erträge zurück, Rücklagen waren bereits für die Neubauten des Heimes aufgebraucht.

1962 verstarb Ewald Hundhausen nach langer Krankheit im Alter von 54 Jahren. Nachfolger wurde sein Bruder, Walter Hundhausen.

Ende der 1970er Jahre entstand ein weiteres Gebäude, das "Kurhaus Windeck" mit 35 Zimmern, einer Bäderabteilung und Bewegungsbad. Dieses Gebäude sollte in den nachfolgenden Jahren als Kur- und Erholungseinrichtung für Senioren dienen.

Im Jahr 2000 wurde der gesamte Betrieb zu einem Kur- und Erholungsbetrieb umorganisiert, aus dem Komplex entstand die "Freizeit- und Begegnungsstätte des Christlichen Hilfswerk Leuscheid".[2] Es sollte als Begegnungsstätte der Gäste mit der Nachbarschaft und gemeinsamen Veranstaltungen fungieren. Weiterhin sollte die Begegnungsstätte als Unterkunft für örtliche Vereinszwecke genutzt werden.

Leider konnte sich das Konzept bis heute nicht durchsetzten. Stark rückläufige Belegungszahlen der Gäste führten dazu, dass sich der Gesamtbetrieb wirtschaftlich nicht mehr halten konnte. Im November 2007 wurde ein Antrag auf Insolvenz gestellt. Seit dem 30. November wurde der Betrieb eingestellt, die Häuser wurden einschliesslich ein "Parkcafé" des Christlichen Hilfswerk in Leuscheid geschlossen.[3]

GründungsmitgliederBearbeiten

1. Ewald Hundhausen, Bundeswart (Karlsruhe) 2. Arnold Dannemann, Präsident (Faurndau/Württemb.) 3. Gustav Adolf Gedat, Schrifsteller (Hirsau/Württemb.) 4. Ernst Molis, Landtagsabgeordneter (Köln) 5. Heinz Diekmann, Direktor (Stuttgart) 6. Friedrich Haake, Pfarrer (Daaden/Sieg) 7. Friedrich Hundhausen (Obernau) 8. Walter Hundhausen (Obernau) 9. Herta Hundhausen (Leuscheid) 10. Lydia Spittel (Detmold)

Erster VorstandBearbeiten

1. Bundeswart Ewald Hundhausen (Vorsitzender) 2. Friedrich Haake (stellv. Vorsitzender) 3. Heinz Diekmann (Schatzmeister) 4. Ernst Molis (Schriftführer) 5. Walter Hundhausen (Beisitzer)

Funktionen des HeimsBearbeiten

  • Erste Notunterkunft f. Flüchtlinge
  • Fürsorgestelle f. Kriegsbeschädigte
  • Fürsorgestelle f. Hinterbliebene
  • Erholungsheim & Genesungsheim
  • Kurheim & Sanatorium
  • Jugendhilfe/Seelsorge/Lebenshilfe
  • Freizeit- und Begegnungsstätte

Ehrung und ZitateBearbeiten

Auf einer Gedenktafel des Kurheims "Westerwald" steht geschrieben: "Einer trage des anderen Last"

Die letzte Mitteilung von Ewald Hundhausen an seine Mitarbeiter und Freunde war: "Meine Brüder, tut um Gottes Willen etwas Tapferes"

Quellen und EinzelnachweiseBearbeiten

  1. radleuscheideb4.jpg, Foto: Holz-Baracken
  2. http://www.rhein-sieg-kreis.de/imperia/md/content/cms100/buergerservice/presseservice/reden2000/000402_christliches_hilfswerk_leuscheid.pdf
  3. http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta.de/html/artikel/1200142229359.shtml, Artikel des Kölner Stadt Anzeiger v. 23.01.2008

WeblinksBearbeiten

  • [1] , Chronik des Christlichen Hilfswerk e.v.
  • [2], Homepage des Christlichen Hilfswerks in Leuscheid

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