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Borderline-Netzwerk

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~ ein Selbsthilfeprojekt für Betroffene von Betroffenen ~

Der Borderline-Netzwerk e.V. ist ein europaweites Netzwerk "Für Betroffene von Betroffenen", mit dem Ziel gemeinsam Wege zu finden, das Leben mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zu gestalten und aktiv an einer Verbesserung der Versorgungssituation mitzuwirken, durch Austausch, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Philosophie des Vereins Bearbeiten

Grundsatz des Vereins ist: "Von Betroffenen für Betroffene". Im Mittelpunkt steht vor allem die Selbsthilfe, aber auch die Vernetzung zwischen Betroffenen, Angehörigen und Experten. Gerade im Bereich der Borderlinestörung sind Aufklärung und Vernetzung noch in den Kinderschuhen. Viele Betroffene und Angehörige fühlen sich alleine gelassen mit der Thematik. Der Verein sieht es als seine Aufgabe, diesen eine Austauschplattform zu geben, mit Menschen in ähnlichen Situationen und die Kontaktaufnahme zu Experten zu erleichtern. Die Interessenvertretung der Betroffenen steht an erster Stelle. Es geht darum Seite an Seite durch schwere Zeiten gehen zu können und sich zu stärken und auszutauschen. Viele Erfahrungen werden geteilt und können somit einen fruchtbaren Boden der Selbsthilfe bieten. Trotz des Zusammenhalts ist es wichtig, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Hier gilt das Motto „ Du kannst es nicht alleine schaffen, doch nur du alleine kannst es schaffen“. Die Selbsthilfe kann keine Therapie ersetzen, doch können Kräfte entwickelt werden, die dazu beitragen können, aktiv etwas an der eigenen Situation zu verändern.

Die Vereinsgeschichte Bearbeiten

Der Verein als solches wurde im April 2005 gegründet, doch die ‚Netzwerkidee’ gab es schon vorher. Die Hauptgründerinnen dieser Idee waren damals Sabine Barth (Sassa) . Schon seit 2003 gibt es ein kleines Netzwerk, dass die DBT (Dialektisch-Behavioralen–Therapie) als Schwerpunkt hatte. Dieses kleine Netzwerk wuchs mit der Zeit zu seinem großen Netzwerk heran, woraus sich dann der Verein entwickelte.

Die Angebote des Vereins Bearbeiten

Im Internet:

Das Forum im Internet bietet ein breites Spektrum an verschiedenen Boards an, die sich mit dem Thema Borderline, Komorbiditäte und alles was dazu gehört, beschäftigen. Der Schwerpunkt hier liegt auf der DBT. Es werden Skillsgruppen angeboten, die nach dem Trainigsmanual von Marsha M. Linehan laufen. Zudem gibt es noch verschiedene Selbsthilfegruppen u.a. zum Thema Sucht, Essstörung, Aussöhnung mit dem inneren Kind u.v.m. Als besonderes Angebot gibt es noch den Expertenrat, in dem direkt Fragen an die im Forum engagierten Experten gestellt werden können. Hier unterstützen uns Dr. Armbrust (tätig in Bad Bramstedt), Prof. Dr. Bohus (tätig im ZI in Mannheim) und Herr Gunia (tätig im Borderline-Projekt Darmstadt).

  • Chat

Der Chat bietet eine direkte Austauschform. Geöffnet ist er von morgens 8:00 Uhr bis nachts um 22:00/00:00 Uhr, moderiert wird er in der Regel von 20:00–22:00 / 24:00 Uhr. Auch im Chat steht der konstruktive Austausch im Mittelpunkt, worauf durch die vorhandene Moderation am Abend sehr drauf geachtet werden kann. Zudem gibt es das Angebot eines Themenchats zu verschiedenen Themengebieten. Zeitpunkt und Thema werden immer rechtzeitig im Forum angekündigt.

Das regionale Board bietet eine Übersicht über Kliniken, Therapeuten, Selbsthilfegruppen und Treffen für jedes Bundesland. Es soll den Betroffenen und Angehörigen erleichtern, möglichst schnell die richtigen Ansprechpartner zu finden. Angebote außerhalb des Internets

Angebote außerhalb des Internets:

  • Telefonzirkel

Der Telefonzirkel ist ein Angebot von Betroffene, für Betroffene. Es ist ein Angebot, dass sich an Betroffene richtet die in einer Notlage sind und jemanden zum Reden brauchen. Da die Mitarbeiter des Telefonzirkels auch selbst betroffene sind, ist oftmals das Verständnis für Sorgen, Ängste und Nöte ein anderes als sonst. Wicht ist aber, dass der Telefonzirkel kein therapeutisches Angebot ist und somit keine Therapie ersetzen kann und will. Es ist keine fachliche Beratung sondern dient lediglich zur Unterstützung. Der Telefonzirkel ist unter der Nummer: +49(0) 700 - 60310000 täglich zwischen 19.00 – 23.00 Uhr erreichbar. (Nebenzeit Mo-Fr 18-9 Uhr, Sa u. So, bundeseinheitliche Feiertage 0,06 €/Minute aus dem deutschen Festnetz)

  • Regionale Arbeit/ Selbsthilfegruppen/Regionale Treffen

Gerade durch die regionale Arbeit kann eine Vernetzung stattfinden. Wir sind bemüht darum, regionale Ansprechpartner für jedes Bundesland zu haben bzw. zu bekommen. Es ist wichtig, dass diese sich dann in ihrer eigenen Region gut auskennen und so Betroffenen aus der gleichen Region weiterhelfen können, im Rahmen der Selbsthilfe, der Kliniken und Therapeuten, eben der Vernetzung. Ziel sind auch Gründungen von Selbsthilfegruppen für Borderlinebetroffene. Die regionalen Treffen sind wichtig, damit sich ein regionales Netzwerk aufbauen kann, in dem sich dann das Individuum evtl. durch persönliche Kontakte eine soziale Stabilität aufbauen kann. Zudem ist der reale Austausch oftmals noch ein anderer als der auf Internetbasis.

  • Netzwerktreffen

Einmal im Jahr findet ein Netzwerktreffen statt. Auch hier gilt es persönliche Kontakte zu knüpfen, sich kennen zu lernen und zu sehen, dass man nicht alleine ist mit seinen Problemen. Zudem versuchen wir den Treffen auch noch einen fachlichen Aspekt zu geben, indem ein Tag mit Experten aus der Gegend stattfindet, indem es Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen gibt.

  • Literaturzirkel

Ein weiteres Angebot für Vereinsmitglieder, aber auch für andere Interessierte, ist der Literaturzirkel. Es stehen verschiedene Bücher zur Verfügung, Das Spektrum reicht von Fachbüchern zum Thema Borderline, Missbrauch, Essstörungen über Romanen zum Thema bis hin zu Lexika. Es lohnt sich mal auf der Homepage die Büchern anzusehen.

  • Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit spielt eine große Rolle für den Verein. Es geht darum andere zu Informieren, sei es durch Leserbriefe an Zeitungen, durch Artikel in Zeitschriften, durch den Newsletter oder den Themennewsletter, als auch durch Printmedien, die über das Thema Borderline informieren. Zudem geht es darum, aufmerksam auf den Verein zu machen, mit dem Hintergrund mehr Menschen zu erreichen und die Sensibilität zu wecken

Informationen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung Bearbeiten

Mit dem Begriff Borderline wurde ursprünglich eine Störung im Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose beschrieben. Heute zählt die Borderline-Störung zu den Persönlichkeitsstörungen und man bezeichnet sie auch als "emotional instabile Persönlichkeitsstörung". Etwa 1,5% der Bevölkerung leiden an der BPS, ca. 70% der Betroffenen sind Frauen. Häufig treten gleichzeitig noch weitere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Substanzmissbrauch und andere Persönlichkeitsstörungen auf. Die BPS ist gekennzeichnet durch eine Störung der Gefühlsregulation. Dies führt dazu, dass Emotionen wie etwa Wut und Ärger als kaum aushaltbare Spannungszustände erlebt werden. Die Folge sind Impulshandlungen, starke Stimmungsschwankungen, selbstschädigende und -verletzende Verhaltensweisen, eine hohe emotionale Verletzbarkeit und dissoziative Symptome wie Depersonalisation (die eigenen Gefühle werden als fremd wahrgenommen) und Derealisation (die Umgebung wird als fremd wahrgenommen). Betroffene leiden oft an einem Gefühl von innerer Leere und haben Angst vor dem Alleinsein. Auch haben sie in der Regel ein gestörtes Selbstbild. Die Vorstellung von der eigenen Identität ist diffus, sie können sich selbst nicht lieben und akzeptieren. Problematisch ist für Borderliner auch der zwischenmenschliche Bereich. Sie haben häufig ein Problem mit Nähe und Distanz und Angst vor dem Verlassenwerden. Beziehungen können sehr intensiv sein, sind meistens aber gleichzeitig instabil und zeichnen sich dadurch aus, dass Partner ebenso idealisiert wie abgewertet werden. Als wirksame Therapie der BPS hat sich die von Marsha M. Linehan auf Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelte Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) erwiesen. Im Vordergrund der DBT stehen die Reduzierung von suizidalen, selbst- und therapieschädigenden Verhaltensweisen, sowie eine Verbesserung der Lebensqualität. Neben der Einzeltherapie ist ein wichtiger Bestandteil der DBT das Fertigkeitentraining in der Gruppe. Es setzt sich aus den fünf Modulen Achtsamkeit, Umgang mit Gefühlen, Stresstoleranz, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert zusammen. Hier lernen Betroffen so genannte Skills (Fertigkeiten), die es ihnen ermöglichen sollen, mit dysfunktionalen Verhaltensweisen besser umzugehen. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung haben in ihrer Lebensgeschichte oftmals traumatische Erfahrungen gemacht, die nur unzureichend verarbeitet werden konnten.

Selbsthilfeverein /Ziele Bearbeiten

Wir als Selbsthilfeverein wollen unser Leben mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung und den daraus entstehenden Schwierigkeiten miteinander gestalten, uns gegenseitig auf dem Weg begleiten, uns Mut machen und uns auch gegenseitig einen Spiegel vorhalten. Ebenso wollen wir durch gezielte Aufklärungsarbeit der Entstigmatisierung von Betroffenen bzw. der Borderline-Persönlichkeitsstörung entgegen wirken.

Konkrete Ziele des Vereins sind:

  • Vernetzung zwischen verschiedenen Hilfsangeboten wie Beratungsstellen, Kliniken,

Experten und Betroffenen

  • Zusammenarbeit mit Experten/DDBT e.V. (Dachverband der DBT)
  • Expertenchat zu verschiedenen Themen rund um die BPS
  • Entigmatisierung und vermehrt Öffentlichkeitsarbeit
  • Einbeziehung von Angehörigen in die Problematik und das Erleben von Betroffenen
  • Gründung von realen Selbsthilfegruppen
  • regelmäßige regionale und überregionale Treffen
  • DBT-orientiertes Arbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Bohus, Martin (2002): Borderline-Störung. Göttingen. Hogrefe-Verlag, ISBN 3801710963
  • Linehan, Marsha (1996): Dialektisch-Behaviorale Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung. München. CIP-Medien, ISBN 3980307484
  • Linehan, Marsha (1996): Trainingsmanual zur Dialektisch-Behavioralen Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung. München. CIP-Medien, ISBN 3980307492

Weblinks Bearbeiten

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