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Arik Platzek (* 1981 in Berlin) ist ein deutscher Journalist und Bürgerrechtler. Er ist u.a. seit 2011 Pressesprecher des Humanistischen Verbandes und Autor des Berichts Gläserne Wände zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland.[1][2]

Leben und Werdegang Bearbeiten

Arik Platzek begann nach Beendigung der Wehrdienstpflicht ab 2004 bis 2010 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Greifswald, daneben besuchte er Vorlesungen in Philosophie. Von Juni 2005 arbeitete er zunächst als Teil des Wahlkampfteams und später als studentischer Mitarbeiter des seit 1990 im Bundestagswahlkreis Greifswald – Demmin – Ostvorpommern direkt gewählten Bundestagsabgeordneten Ulrich Adam, mit dem Ende der Legislatur trat er in die SPD ein. Während des Studiums war Arik Platzek von 2008 bis 2009 als Chefredakteur des Studierendenmagazins moritz tätig[3], ab 2009 beteiligte er sich gemeinsam mit u.a. dem Greifswalder Historiker Thomas Stamm-Kuhlmann an der Initiative zur Ablegung des umstrittenen Universitätsnamens Ernst Moritz Arndt.[4][5] Ab 2009 schrieb er als freier Mitarbeiter für die Ostsee-Zeitung[6][7], später auch für Christ und Welt und das Online-Magazin von Cicero (Zeitschrift).[8][9]

Gesellschaftliches und politisches Engagement Bearbeiten

2007 trat er dem Humanistischen Verband in Mecklenburg-Vorpommern bei, wurde dort ab 2008 Vorstandsmitglied. Ab 2010 leitete Arik Platzek den Start des Online-Portals wissenrockt.de (heute: humanistisch.net[10]) und begann als Autor für das vom Verband herausgegebene Magazin diesseits[11] tätig zu sein, dessen leitender Redakteur er seit 2013 ist.[12][13] Als Projektmanager leitete er im Jahr 2010 ebenfalls den Start des Informationsportals Staatsleistungen[14], das anlässlich des zeitgleich erschienenen Violettbuch Kirchenfinanzen des Politologen Carsten Frerk mit finanzieller Unterstützung der Humanistischen Union in Betrieb ging und unterstützte die Proteste in Berlin gegen die Sexualmoral der katholischen Kirche und die Benachteiligung kircherferner und nichtreligiöser Menschen anlässlich des Papst-Besuchs in Deutschland am 22. September 2011.

2011 wurde er zum Pressesprecher des Humanistischen Verbandes Deutschlands berufen und trat u.a. erstmals in der MDR-Talkshow Fakt ist ...! als Podiumsgast auf.[15] 2012 initiierte er den Start des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung und war dort bis 2015 leitend aktiv, ebenso war er ab Ende 2013 als einer der Organisatoren des im März 2014 in die Öffentlichkeit getretenen Bündnisses für Selbstbestimmung bis zum Lebensende tätig.[16] 2014 rief er mit mehreren Abgeordneten und weiteren Sozialdemokraten eine Initiative für einen Arbeitskreis HumanistInnen und Konfessionsfreie in der SPD ins Leben.[17] Daneben hat er eine Reihe weiterer Projekte zu den Themen Humanismus und Religionspolitik begleitet.[18] Er nimmt regelmäßig in den Medien zu religionspolitischen und weltanschaulichen Fragestellungen und an Fachtagungen oder Podiumsdiskussion als ein Vertreter nichtreligiöser Menschen teil.[19][20][21][22][23]

2015 initiierte und leitete er anlässlich einer bundesweiten Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes[24] den Start des Projekts Gläserne Wände für die Gleichbehandlung und gegen die Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland, in dessen Zuge er den gleichnamigen Bericht zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden des Humanistischen Verbandes Bayern und Politologen Michael Bauer[25] verfasst und veröffentlicht hat. Die Veröffentlichung wurde in zahlreichen Medien aufgegriffen und trug zur erstmaligen Aufnahme der früheren SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier in den ab 2017 amtierenden WDR-Rundfunkrat bei.[26][27] Der Bericht führte ferner zur Erstellung der juristischen Expertise Weltanschauung als Diskriminierungsgrund – Begriffsdimensionen und Diskriminierungsrisiken der Antidiskrimierungsstelle des Bundes für das Themenjahr 2016 zum Thema Benachteiligung aufgrund der Religion oder Weltanschauuung, die Ende September 2016 erschienen ist.[28]

Laut der an der Universität Innsbruck tätigen Psychologin Tatjana Schnell gab Arik Platzek 2013 den Anstoß zur ersten international vergleichenden Untersuchung von lebensweltlichen Identitäten von Menschen ohne Religionszugehörigkeit.[29][30] Die Befragungen zur Studie Konfessionsfreie Identitäten begonnen im Oktober 2016, erste Ergebnisse der Studie sollen im Frühjahr 2017 veröffentlicht werden.

Werke Bearbeiten

  • mit Michael Bauer: Gläserne Wände: Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland. Humanistischer Verband Deutschlands, 2015. ISBN 978-3-00-050484-6

Sonstiges Bearbeiten

Arik Platzek unterstützte die Produktion des Dokumentarfilms Ein Interview mit Dr. Axel Stoll – Der Film, der auf dem gleichnamigen Buch aus dem JMB Verlag über den Verschwörungstheoretiker Axel Stoll basiert.[31][32]

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. DNB-Eintrag zum Bericht Gläserne Wände
  2. Website zu Gläserne Wände - Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland
  3. Protokoll der Sitzung des Studierendenparlamentes vom 20. Mai 2008
  4. Umbenennung abgelehnt, Bericht der taz vom 17. Januar 2010
  5. Historiker zur Arndt-Debatte auf uniohnearndt.de, abgerufen am 22. November 2016.
  6. „Nichts wie weg aus Greifswald?!“ – ZEIT CAMPUS Dialog am 3. November 2009, abgerufen am 22. November 2016
  7. Illegale Parteienfinanzierung bei den Grünen?, abgerufen am 22. November 2016
  8. Wider die alten Mythen, Essay in der Ausgabe 28/2012
  9. Anti-Homo-Gesetze in Uganda: Erbe des christlichen Abendlandes
  10. Website des News- & Community-Services humanistisch.net in Trägerschaft der Humanistischen Medienanstalt ö.R.
  11. Website des Magazins diesseits
  12. Interview: „Abbau der systematischen Benachteiligung für Menschen ohne Religion“ für den Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienst
  13. Petition fordert Humanistische Schule, Bericht des Humanistischen Pressedienstes vom 1. April 2010
  14. Website des Informationsportals Staatsleistungen
  15. Fakt ist ...! Aus Erfurt Der Papst kommt - na und?
  16. Website des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung
  17. Website der Initiative für einen Arbeitskreis HumanistInnen und Konfessionsfreie in der SPD
  18. Auflistung von laufenden Projekten
  19. „Die getaufte Republik – Kirche und Staat in Deutschland“, Sendung im Deutschlandfunk am 2. September 2016
  20. Wo der Staat Nicht-Christen benachteiligt, Sendung bei DRadio Wissen am 10. Juli 2016
  21. Sendung Tag für Tag im Deutschlandfunk am 6. Juni 2016
  22. „Religiöse Atheisten - Ein neuer Trend?“, Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar im April 2015
  23. Wie lässt sich Religionsunterricht mit der Trennung von Staat und Kirche vereinbaren?, Sendung von detektor.fm am 22. April 2014, abgerufen am 22. November 2016
  24. Diskriminierung in Deutschland – Umfrage 2015
  25. Website des Politologen Michael Bauer
  26. Pressespiegel zum Bericht Gläserne Wände
  27. Konfessionslose und Humanisten bekommen Sitz im WDR-Rundfunkrat, Bericht vom 1. August 2016
  28. Weltanschauung als Diskriminierungsgrund – Begriffsdimensionen und Diskriminierungsrisiken, Expertise der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, abgerufen am 22. November 2016
  29. Wie ticken die „Gottlosen“?, Interview mit Prof. Dr. Tatjana Schnell, erschienen am 16. November 2016 bei diesseits.de
  30. Online-Befragung zur Studie Konfessionsfreie Identitäten
  31. In der Halbwahrheiten-Welt des Dr. Axel Stoll, Bericht von T-Online am 28. Juli 2015, abgerufen am 2. August 2015
  32. Der größte deutsche Pseudowissenschaftler: Ein Psychogramm des Dr. Axel Stoll, Bericht des Vice-Magazins vom 28. Juli 2015, abgerufen am 26. November 2015
Fairytale kdmconfig.png Profil: Platzek, Arik
Beruf deutscher Journalist und Bürgerrechtler
Persönliche Daten
Geburtsdatum 1981
Geburtsort Berlin


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