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Andreas Niedrig in Bochum 2013

Andreas Niedrig (links) bei der Premiere von „Traumwärts“ (November 2013 in Bochum)

Andreas Niedrig (* 12. Oktober 1967 in Recklinghausen) ist ein deutscher Triathlet. Er wird in der Bestenliste deutscher Triathleten auf der Ironman-Distanz geführt.

Leben Bearbeiten

Andreas Niedrig war, bis er dreizehn Jahre alt war, aktiver Schwimmer und zählte zu den besten Rückenschwimmern in Westdeutschland, als er in eine Drogenkarriere abrutschte.[1] Nach seiner Entlassung aus der Therapieklinik in Bad Fredeburg im Februar 1993 begann Andreas Niedrig motiviert durch seinen bei der Polizei tätigen Vater mit dem Joggen, drei Monate später lief er seinen ersten Marathon in 2:43 h.[2] Im Oktober '93 trat er für einen erkrankten Freund mit geliehenem Equipment bei einem Triathlon in Selm an und wurde in einem Feld, in dem Westdeutschlands Spitze vertreten war, Neunter.[3]

Nach einigen Starts für sein Team Rückenwind Geckos Dortmund in der nordrheinwestfälischen Kronenliga wurde Andreas Niedrig 1996 für die Deutsche Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in Ungarn nominiert.[4] 1997 wurde er bei der Langdistanz-Weltmeisterschaft im Rahmen des Triathlon International de Nice Siebter. Für seinen ersten Ironman fünf Wochen später in Roth hatte Veranstalter Detlef Kühnel dem in der Szene noch weitgehend unbekannten Andreas Niedrig seine in der Anmeldung genannte Zielzeit von 8:20 h nicht abgenommen und zunächst beabsichtigt, ihn in die zweite Startgruppe zu stecken. Letztlich stieg Andreas Niedrig gemeinsam mit dem Vorjahressieger des Ironman Hawaii, Luc van Lierde, mit neuem Streckenrekord als Erster aus dem Wasser und lag die ersten 40 km auf der Radstrecke alleine in Führung. In 8:06:58 h wurde er Fünfter, vor diesem Rennen waren nur drei deutsche Triathleten schneller über die Ironman-Distanz gewesen.[2] Andreas Niedrig wurde später noch dreimal Dritter (1998, 1999 und 2000) und einmal Zweiter (2001) beim Ironman Europe, seine beste Platzierung beim Ironman Hawaii war Platz sieben in 2001.

Andreas Niedrig war nach einem turbulenten Leben als Drogensüchtiger in die Spitzenklasse der Langstrecken-Triathleten aufgestiegen. Bekannt geworden war dies, nachdem er sein Vorleben im Buch Vom Junkie zum Ironman (herausgegeben von Jörg Schmitt-Kilian) erzählt hatte. Vor seiner sportlichen Karriere war er im Drogenmilieu versunken und kämpfte jahrelang mit seiner Heroinsucht. Das Buch wurde unter dem Titel Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman mit Max Riemelt in der Hauptrolle verfilmt.[5][6][7] 2010 nahm er in einem 4er-Team zusammen mit Florian Lechner beim Radrennen Race Across America (RAAM) teil: Team Arndt wurde 8. beim Rennen quer durch die USA über 4.835 km. Das Team benötigte 6 Tage 23 Stunden 56 Minuten.[8]

Am 6. November 2013 fand in Bochum die offizielle Deutschlandpremiere seines Films Traumwärts statt. Der Film ist eine Dokumentation über das Race Across America. 2011 hat ein von ihm betreutes Team an diesem Rennen teilgenommen. Andreas Niedrig hatte den Start als Einzelfahrer geplant, musste jedoch auf seinen Start aufgrund einer Verletzung verzichten und hat den Startplatz an sein Team übergeben.

Im August 2015 wurde der 48-jährige Dritter beim Ironman Copenhagen, nachdem er bis km 22 auf der abschließenden Marathondistanz noch in Führung gelegen hatte.

TraumwaertsPremiere

Premiereninterview mit dem WDR (November 2013)

Privates Bearbeiten

Andreas Niedrig ist ein Bruder von Cornelia Niedrig, die die Hauptdarstellerin der Sat.1-Produktion Niedrig und Kuhnt – Kommissare ermitteln ist. In einer Folge dieser Reihe übernahm Andreas Niedrig eine Nebenrolle. Nach dem Abschluss der Hauptschule in Oer-Erkenschwick mit der 9. Klasse begann er eine Ausbildung als Elektriker, die er jedoch nach vier Monaten abbrach. Andreas Niedrig wurde dann Zeitsoldat, nach der Bundeswehr nahm er einen Job als Lkw-Fahrer an.[3] Mit dem erfolgreichen Ende seiner zweiten Drogentherapie machte er eine Berufsausbildung zum Orthopädiemechaniker. Er ist seit dem 11. November 1988 mit seiner Frau Sabine verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Oer-Erkenschwick. Seit dem Jahr 2000 arbeitet Niedrig als Referent und Coach an Schulen, Universitäten und in Betrieben und gibt Seminare zum Thema Motivation. Er ist Verfasser von zwei Büchern und verschiedener Fachartikel. Niedrig arbeitet mittlerweile auch als Motivationscoach für eine große deutsche Krankenkasse.[9]

Sein Sohn Lorenz Niedrig ist als Leichtathlet aktiv und der 19-jährige startete bei den Leichtathletik-Junioreneuropameisterschaften 2017 in Italien.[10][11]

Sportliche Erfolge Bearbeiten

Filme Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Ex-Junkie Andreas Niedrig: wir hatten nie das Gefühl etwas unrechtes zu tun In: Badische Zeitung vom 17. März 2011
  2. 2,0 2,1 2,2  Keep Smiling. In: Triathlet. Nr. 108, September 1997, S. 23, OCLC 724506582.
  3. 3,0 3,1  Die Narbe des Eisenmanns. In: Der Spiegel. Nr. 22, 2000 (Online).
  4. Andreas Niedrig auf „Top-Stars“. (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) Website des TVG Buschhütten; abgerufen am 12. Oktober 2014
  5. Seite zum Film „Lauf um dein Leben - Vom Junkie zum Ironman“. Archiviert vom Original am 17. Mai 2008.
  6. Seite der Produktionsfirma zum Film "Lauf um Dein Leben - Vom Junkie zum Ironman"
  7. Vom Junkie zum IRONMAN, Lebensgeschichte von Andreas Niedrig ab Herbst 2008 in den Kinos (Memento vom 25. Mai 2007 im Internet Archive), abgerufen am 12. Oktober 2014
  8. Interview mit Andreas Niedrig auf business-on.de/suedbaden im März 2011
  9. Techniker Krankenkasse - Motivationscoach Andreas Niedrig
  10. Lorenz Niedrig in DLV-C-Kader berufen
  11. DLV mit 80 jungen Athleten zur U20-EM nach Italien (5. Juli 2017)
  12. Virtuelle Urkunde. 6. Stadtwerke Ratingen Triathlon, 14. September 2014; abgerufen am 12. Oktober 2014 (PDF, 714 kB, Ergebnislisten-Suchformular).
  13. Knoepke läuft Sieger Niedrig in die Arme
  14. Ironman South Africa Results. Archiviert vom Original am 17. Mai 2008.
Fairytale kdmconfig Profil: Niedrig, Andreas
Beruf deutscher Triathlet
Persönliche Daten
Geburtsdatum 12. Oktober 1967
Geburtsort Recklinghausen


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